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Arminia Bielefeld stieg im Vorjahr von der Ersten in die Zweite Liga ab © imago

Bis Mittwochnachmittag hat Bielefeld noch Zeit, um mehr als zwei Millionen Euro aufzutreiben. Sonst ist die Zukunft ungewiss.

Bielefeld - Arminia Bielefeld setzt mit Vehemenz den Kampf um eine Zukunft im Profi-Fußball fort.

"Bis Mittwoch um 15.29 Uhr werden wir weiterkämpfen. Solange der Patient nicht tot ist, werden die Geräte nicht abgeschaltet. Wenn wir es schaffen sollten, kommt in der Reha sehr viel Arbeit auf uns zu", sagte Arminias Vorstandsmitglied Andreas Mamerow.

Bis zum kommenden Mittwoch muss die Arminia gegenüber der Deutschen Fußball Liga einen Finanzmittelzufluss in Höhe von 10,2 Millionen Euro vorlegen.

Die Stadt Bielefeld hatte am Freitag auf einer öffentlichen Ratssitzung eine Soforthilfe in Höhe von 500.000 Euro beschlossen.

2,35 Millionen Euro fehlen noch

Das Land Nordrhein-Westfalen ist außerdem bereit, zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten aus der Stadionpacht zu stunden.

Trotzdem muss der Zweitligist in Windeseile noch 2,35 Millionen Euro zusammenkratzen, um der DFL bis kommenden Mittwoch, 15.30 Uhr, die für die Erteilung der Lizenz notwendigen finanziellen Garantien vorzulegen.

Privatwirtschaft deckt 50 Prozent

Die Hälfte der Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro ist durch ein Engagement aus der Privatwirtschaft abgedeckt. Am Donnerstag hatte der Klub zunächst um einen Kredit von 4,85 Millionen Euro gebeten.

Dieses Ansinnen wurde aber von der Stadt abgelehnt. Der Stadtrat beschloss dagegen mehrheitlich, Arminia unter bestimmten Bedingungen lediglich eine halbe Million Euro als Kredit zur Verfügung zu stellen.

"Die Zeit wird knapp"

"Wir benötigen nach wie vor 2,85 Millionen Euro bis zum kommenden Mittwoch, um die Lizenz zu bekommen. Die Zeit wird knapp, aber wir werden alles Erdenkliche tun. Wir werden versuchen, das Problem gemeinsam mit der Wirtschaft zu lösen, möglichst ohne den von der Stadt angebotenen Kredit zu beanspruchen", sagte Wolfgang Brinkmann, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und designierte Klub-Chef der Ostwestfalen.

Damit würde Arminia einen Beitrag leisten, um den sozialen Frieden in Bielefeld zu bewahren, nachdem man in der Ratssitzung feststellen konnte, dass die Stadt geteilt sei im Hinblick auf eine Unterstützung des DSC, so Brinkmann.

Dauerkarten-Verkauf statt Spendenkonto

"Im Verein, in den Gremien und auch bei den Fans und Mitgliedern ist eine 'Jetzt-erst-recht-Stimmung' zu spüren, alle wollen ihren Beitrag leisten. Wir werden, sofern wir die Lizenz bekommen, sehr zeitnah in den Dauerkarten-Verkauf für die kommende Saison gehen", sagte der Vereinsfunktionär.

Ein Spendenkonto für Fans sei organisatorisch schwierig, jeder, der es gut mit der Arminia meine, sollte sein Bekenntnis für den Klub durch den Kauf einer Dauerkarte untermauern, führte Brinkmann weiter aus.

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