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Arminia Bielefeld stieg erst zur Saison 2009/2010 in die Zweite Liga ab © getty

Neben Gerry Weber wollen auch andere Großunternehmen dem Verein helfen. Aufsichtsrat-Chef Leopoldseder glaubt an eine Rettung.

Bielefeld - Arminia Bielefeld darf dank einer Millionenspritze in letzter Minute auf eine Zukunft in der Zweiten Liga hoffen.

Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes will eine Gruppe von lokalen Großunternehmen um Gerry Weber (Mode), Schüco (Fenster) und Dr. Oetker (u.a. Lebensmittel, Schifffahrt) den Traditionsklub vor dem Lizenzentzug und dem Zwangsabstieg bewahren.

"Es gibt einen Kreis von großen Unternehmen, die helfen wollen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Leopoldseder zwischen zwei Krisensitzungen am Montagnachmittag.

"Gerry Weber ist als alleiniger Retter angeführt worden - dies ist falsch. Aber das Ganze steht. Wir müssen es schaffen, und wir werden es auch schaffen. Aber es wird eine ganz, ganz heiße Schlussphase."

"Das nur spannend zu nennen, wäre untertrieben"

Doch die Zeit rast, es ist fünf Minuten vor Zwölf.

2,85 Millionen Euro muss die Arminia bis Mittwochnachmittag um 15.30 Uhr auftreiben, um nicht mit sofortigem Lizenzentzug und Zwangsabstieg bestraft zu werden. Aber es geht anscheinend nicht mehr um die Summe - Formalia sind das größere Problem.

"Alle Unterlagen müssen auch noch geprüft und der Deutschen Fußball Liga vorgelegt werden. Das nur spannend zu nennen, wäre untertrieben", sagte Leopoldseder.

Allerdings wäre er für diese Situation 48 Stunden zuvor dankbar gewesen: "Zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht viel auf die Lizenz von Arminia gegeben", berichtete der Chef des Aufsichtsrates.

Weber fordert mehr Hilfe

Mit dem prägnanten Satz "Arminia ist noch nicht tot" hatte Modemacher Weber sich in der "Neuen Westfälischen" zitieren lassen, danach kündigte er eine Ausweitung seines Sponsoren-Engagements an: "Es wird weitere Unterstützung aus dem Hause Weber geben."

Weber erklärte, das fehlende Geld müsse "halt kommen", und forderte die Bielefelder Wirtschaftsgrößen auf, ebenfalls zu helfen: "Jetzt sind wir alle nochmal gefordert."

Die Entscheidung des Rates der Stadt Bielefeld, dem Klub 500.000 Euro zur Verfügung zu stellen, bezeichnete er schlicht als "lachhaft".

"Es ist eine Jetzt-erst-recht-Stimmung zu spüren"

Bei der Arminia reiht sich am Montag eine Sitzung an die nächste. Um 19 Uhr kommen Aufsichtsrat, Verwaltungsrat und der designierte Präsident Wolfgang Brinkmann zusammen, um den letzten Stand der Rettungsaktion zu besprechen.

"Es ist eine Jetzt-erst-recht-Stimmung zu spüren", sagte der designierte Präsident Wolfgang Brinkmann, der im Juni Hans-Hermann Schwick an der Vereinsspitze ablösen wird.

Doch der starke Mann im Klub wäre im Falle der Rettung definitiv Gerry Weber. Ob er die erforderliche Summe auch allein aufbringen würde, ist jedoch unklar.

"Die Hoffnung nicht aufgeben"

7,1 Millionen der ursprünglich fehlenden 10,2 Millionen Euro hat die Arminia durch Etatkürzungen, Stundungen der Tilgungsraten für den Stadionbau und Sponsorengelder aufgebracht. 250.000 Euro stammen zudem aus einem alten städtischen Kredit.

Der neue Trainer und Sportdirektor Christian Ziege treibt unterdessen unbeirrt die Planungen für die kommende Zweitliga-Saison voran.

"Ich habe ein positives Gefühl, dass es mit Zweitliga-Fußball in Bielefeld klappt", sagte der Europameister von 1996: "Der Verein darf die Hoffnung nicht aufgeben. Ich führe Gespräche mit potenziellen Neuzugängen."

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