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Peter Vollmann spielte bei Rot-Weiß Lüdenscheid in der Zweiten Liga © getty

Mit Manager Beinlich und Neu-Coach Vollmann stehen die Zeichen auf Neuanfang. Der Kader spricht aber noch eine andere Sprache.

Rostock/Berlin - Mit einer Identifikationsfigur als Manager und einem "alten Haudegen" als Trainer startet der in die Drittklassigkeit abgestürzte Klub Hansa Rostock den Neuanfang.

Einen Tag nach der Verpflichtung von Stefan Beinlich als Sportvorstand wurde in Peter Vollmann der neue Coach vorgestellt.

Beide Hoffnungsträger unterschrieben jedoch nur Verträge für ein Jahr, denn die Zukunft des Traditionsklubs steht nach wie vor auf wackligen Beinen.

"Vor uns liegt eine Herkulesaufgabe, die aber auch eine große Chance für einen Neuanfang ist. Wir werden jetzt Tag uns Nacht arbeiten und eine vernünftige Mannschaft zusammenstellen", sagte Vollmann.

Vollmann wollte nicht "nur zu Hause herumsitzen"

Aber der Trainer vermied, vom direkten Wiederaufstieg als Ziel zu sprechen: "Wir wollen einen ehrlichen Fußball mit einer beständigen Qualität spielen. Erst nach dem sechsten Spieltag kann ich sagen, wohin die Reise geht."

Vollmann betreute in seiner Trainerkarriere bereits zehn Klubmannschaften, hauptsächlich in der dritten und vierten Liga. Nach seiner Entlassung beim Regionalligisten Holstein Kiel im Dezember 2008 bildete er in Bagdad irakische Trainer aus.

"Ich hatte keine Lust, nur zu Hause herumzusitzen", sagte Vollmann, der in Rostock den glücklosen Marco Kostmann beerbt.

Beinlich-Verpflichtung als Signal

Auch Beinlich sprüht nur so vor Tatendrang. "Ich habe immer gesagt, dass ich helfen will. Zu diesem Wort stehe ich und kann es nun beweisen", sagte der frühere Bundesligaprofi, der in der Vergangenheit die inzwischen geschasste Hansa-Führung immer wieder kritisiert hatte.

Daher ist die Verpflichtung des bei den Fans beliebten Beinlich ein deutliches Signal für den Neuanfang beim letzten DDR-Meister.

Kader muss aufgestockt werden

Auch der Vorstand mit dem Vorsitzenden Bernd Hofmann an der Spitze wurde komplett ausgetauscht.

Der im Profifußball gut vernetzte Beinlich soll nun seine Kontakte spielen lassen, während Vollmann seine Erfahrungen in den unteren Klassen einbringen muss. Denn zurzeit stehen nur acht Spieler unter Vertrag, alle anderen Kontrakte laufen durch den Abstieg Ende Juni aus.

Zweite Liga noch möglich

Erschwerend kommt hinzu, dass dem Klub angesichts von etwa neun Millionen Euro Verbindlichkeiten bei Transfers die Hände gebunden sind. Für die Lizenz in der Dritten Liga muss der Verein bis Freitag einige Bedingungen erfüllen.

Zeitgleich arbeitet Hansa aber auch an einer möglichen Zweitligalizenz, denn sollte Arminia Bielefeld aus finanziellen Gründen zwangsabsteigen, könnte Rostock den freien Platz einnehmen.

"Man muss abwarten, was da noch passiert. Wir planen momentan hauptsächlich für die Dritte Liga, machen aber auch unsere Hausaufgaben für eine Lizenz in der Zweiten Liga", sagte Hofmann.

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