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Hans-Günther Bruns (M.) führte den RWO von der Oberliga bis in die 2. Bundesliga © getty

Sportdirektor Hans-Günter Bruns spricht bei Sport1.de über den sensationellen Wiederaufstieg und die neue Mentalität in Oberhausen.

Von Christian Gies

München - Eine Zeitreise in die Vergangenheit: Große, stämmige Männer befinden einige hundert Meter unter der Erde in der "Zeche" Oberhausen.

Wo früher viel Schweiß geflossen ist, wird auch nach über 40 Jahren nur wenige Meter Luftlinie vom ehemaligen Untertagebau fleißig weiter geschwitzt.

Im Stadion Niederrhein hat der Verein Rot-Weiß Oberhausen seine Heimat gefunden.

Hier wird Fußball gelebt und gearbeitet, hart gearbeitet. Echte Malocher-Arbeit eben.

Fußball-Boom in Oberhausen

Die Anstrengungen haben sich vollends gelohnt: RWO ist nach dem Abstieg 2005 wieder in der 2. Bundesliga gelandet.

Erst am letzten Spieltag mit dem 3:0 bei Union Berlin erlebte ganz Oberhausen den totalen Boom an der Landwehr. "Und das merkt man auch: die Stimmung im Verein und in der Stadt ist sehr positiv", sagt der ehemalige sportliche Leiter von RWO, Jürgen Luginger, zu Sport1.de.

Zwei Aufstiege in Folge

Verantwortlich für den Erfolg ist der frühere deutsche Nationalspieler Hans-Günter Bruns, der die Mannschaft 2006 in der Oberliga übernommen und gleich in die Regionalliga geführt hatte

Nach zwei Abstiegen in Serie folgte im Eiltempo der umgekehrte Weg zurück in den Profibereich. Das Kunststück gelang bisher nur Fortuna Düsseldorf.

"Mit dem geringsten Etat sind wir vor der letztjährigen Regionalliga-Saison als erster Absteiger gehandelt worden. Mit dem, was wir erreicht haben, hat überhaupt keiner gerechnet. Bei der Konkurrenz schon unter die ersten zehn zu kommen und sich damit für die 3. Liga zu qualifizieren, wäre schon sensationell gewesen. Die 2. Liga ist für uns ein kleines Wunder", freut sich Luginger, der neue Trainer.

Er war schon von 1998 bis 2005 Spieler bei den "Kleeblättern", kennt den Klub also bestens.

Wechsel in die Führungsetage

Nach einem Jahr als sportlicher Leiter tauscht der frühere Bundesliga-Spieler in Diensten von Schalke 04 und Bayer Leverkusen mit Bruns die Fußballschuhe gegen den Schreibtisch ein.

Ob es den 40-jährigen Niederbayer, der schon einmal - allerdings nur für eine Woche - Cheftrainer bei RWO war, schon seit längerer Zeit in den Fingern gejuckt hat?

"Sportlicher Leiter zu sein, hat auch Spaß gemacht, das war für mich ja Neuland", so Luginger.

Fußball-Trainer-Lehre mit "Icke"

Nachdem er 2005 die Fußball-Lehrer-Lizenz unter anderem zusammen mit "Icke" Häßler und Thorsten Fink absolviert hat, war Luginger nun aber fast schon an einem Scheidepunkt angelangt.

"Spätestens mit dem Ende meines Vertrags als sportlicher Leiter im nächsten Jahr hätte ich mich dann entscheiden müssen: Will ich Trainer sein oder nicht? Sonst ist man zu lange aus dem Geschäft, dann gibt es irgendwann keine Möglichkeit mehr, einzusteigen", sagt Luginger.

Die Chance hat er nun genutzt.

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