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In Bitburg arbeitete das RWO-Team an der Form für die neue Saison © getty

Bei Sport1.de spricht Hans-Günter Bruns über die Ziele von Aufsteiger Rot-Weiß Oberhausen und den Imagewandel des Klubs.

Von Christian Gies

Freiwillig räumte Bruns das Feld räumte. Seine Entscheidung gab er zur Unzeit bekannt, nämlich mitten im Aufstiegsrennen im April.

"Ein Schock war das nicht für die Mannschaft, sonst hätte sie ja den Aufstieg nicht geschafft", sagte Bruns bei Sport1.de: "Ich kenne sie schon einige Jahre und wusste, dass man ihr das mitteilen kann."

Seine Beweggründe für den Rollentausch: "Ich hatte einfach mal das Bedürfnis, etwas anderes zu machen. Mich stören so viele Dinge im heutigen Fußball: Dieser ganze Rummel und Trubel, es geht ausschließlich um Kommerz, nicht mehr um den Sport."

Image der grauen Maus

Die Malocher von RW Oberhausen - mit diesem Verein verbindet man auch so ein bisschen das Image der grauen Maus.

Irgendwo im Nirgendwo hangelte sich die erste Mannschaft im vergangenen Jahrzehnt durch die zweite Liga. Verwicklung in den Bundesliga-Skandal 1970 und finanzielle Probleme machten dem Klub zusätzlich zu schaffen.

Nun der sportliche Aufschwung, der mit absoluten Nobodys bewerkstelligt wurde - fast alles Kicker aus der Region. Diese sind aber ganz groß herausgekommen: Nicht nur auf dem Fußballplatz. Auf riesigen XXL-Plakaten sind sie neuerdings in der ganzen Stadt zu sehen.

Fußball-Fieber in der Malocher-Stadt

Die Identifikation mit dem Verein geht so langsam auch auf die Einwohner der Stadt über. Das belegen auch die Zuschauerzahlen im Herzschlagfinale der abgelaufenen Spielzeit.

"Wir haben uns in den letzten zweieinhalb Jahren ein sehr gutes Image aufgebaut. Zu meiner Spielerzeit hier hat unser Spiel nicht so viele Leute in der Stadt interessiert. Allein beim vorletzten Heimspiel hatten wir 15.000 Zuschauer, davon 14.000 aus Oberhausen. Das gab es vorher noch nie", freut sich Luginger.

Das hart erarbeitete Vertrauen möchten der Coach und seine Mannschaft dann auch gleich zurückzahlen. Er verspricht: "Das Malocher-Image der Stadt passt sehr gut zu uns, denn ohne harte Arbeit werden wir dieses Jahr nicht viel erreichen."

Klassenerhalt als Ziel

Auch ohne harte Arbeit an den finanziellen Strukturen stünde der Verein jetzt nicht wieder in der Zweiten Liga.

So werden keine finanzielle Risiken mehr eingegangen: "Wir wollen junge Spieler aus der Region holen. Es wird hier keine Brasilianer geben, im Normalfall auch keine Ex-Ostblockspieler. So ist ganz klar: Es geht nur gegen Abstieg. Wir wollen uns aber Stück für Stück verbessern", erzählt Bruns.

"Diesen Weg wollen wir weiterhin konsequent verfolgen, egal wohin es geht. Wir würden einen Abstieg eher in Kauf nehmen als diesen Weg zu verlassen."

Es klingt schon fast als Androhung, was Bruns gegenüber Sport1.de zum Schluss noch los werden will: "Der eine oder andere wird sich noch umgucken, was wir mit unserem Mini-Etat leisten können."

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