vergrößernverkleinern
Lukas Sinkiewicz spielte vor seinem Wechsel zu Augsburg drei Jahre für Leverkusen © imago

Bei Augsburg will der Ex-Leverkusener wichtiger Baustein für den großen Traum sein. Mit dem Aufstieg kennt sich Sinkiewicz aus.

Von Hardy Heuer und Mathias Frohnapfel

Augsburg - Die Leidenszeit hat endlich ein Ende.

Für Lukas Sinkiewicz beginnt mit dem Wechsel von Bayer Leverkusen zu Zweitligist FC Augsburg ein neuer Abschnitt in seiner Karriere.

In Augsburg soll der namhafte Neuzugang zum Führungsspieler werden.

"Ich will Verantwortung übernehmen, was ich in den Vorbereitungsspielen - glaube ich - auch gemacht habe", erklärte Sinkiewicz nach dem torlosen Testspiel gegen den VfB Stuttgart im Gespräch mit SPORT1.

Und auch beim spektakulären Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den SV Sandhausen (3:1 nach Elfmeterschießen, 4:4 nach der Verlängerung) ließ er seinen Worten Taten folgen. Im Elfmeterschießen traf Sinkiewicz zum 2:1 für den FCA.

"So erfolgreich wie möglich"

"Ich will der Mannschaft weiterhelfen, damit wir so erfolgreich wie möglich spielen", gibt er als persönliches Ziel für die Saison aus.

In Leverkusen kam er in den letzten drei Spielzeiten kaum zum Zuge, gerade mal 39 Bundesligaspiele stehen zu Buche. Ein Kreuzbandriss hat ihn außerdem im Mai 2008 weit zurückgeworfen.

Durch die Verpflichtung von Michael Ballack sind die Chancen auf Einsatzzeiten bei der Werkself sogar um ein Vielfaches gesunken.

Schwere Situation in Leverkusen

Ballack und Kapitän Simon Rolfes gelten bei Bayer-Trainer Jupp Heynckes als gesetzt. Der Schritt, etwas Neues auszuprobieren, ist also nachvollziehbar.

"Es war für mich eine sehr schöne Zeit in Leverkusen, aber mit meiner Situation konnte ich natürlich nicht zufrieden sein", begründete Sinkiewicz seine Entscheidung.

In Augsburg fühlt er sich bereits "sehr wohl. Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen. Ich habe jetzt auch meine eigene Wohnung hier."

Luhukay mit Transfer zufrieden

Beim FCA soll Sinkiewicz wieder zu alter Stärke finden und das Team führen.

"Wir freuen uns, dass Lukas sich für uns entschieden hat. Er ist im Defensivbereich auf mehreren Positionen einsetzbar. Lukas wird uns mit seiner individuellen Qualität nochmals ein Stück weiter nach vorne bringen", sagte Trainer Jos Luhukay über den Neuzugang.

Seinen Coach kennt Sinkiewicz bereits aus gemeinsamer Kölner Zeiten.

Gutes Verhältnis zum Trainer

Dort agierte Luhukay als Co-Trainer von Huub Stevens und stieg 2005 mit den Rheinländern in die Bundesliga auf.

Im selben Jahr feierte Sinkiewicz gar sein Debüt in der Nationalelf und galt mit 19 Jahren als eines der vielversprechendsten Talente hierzulande. Mittlerweile gehört er trotz seiner 24 Jahre bereits zu den alten Hasen.

Und FCA-Manager Andreas Rettig ist begeistert, dass bei Sinkiewicz Wechsels "sportliche Gründe den Ausschlag gegeben haben und nicht finanzielle".

Sinkiewicz glaubt an die Chance

Die Perspektive mit dem ehrgeizigen Zweitligisten motivierte Sinkiewicz: "Die Mannschaft hat in der letzten Saison erfolgreich gespielt. Das wurde deutschlandweit aufgenommen."

Der Defensivspezialist verweist auf Augsburgs Erfolgsserie, die im DFB-Pokal erst im Halbfinale endete. Und in der Relegation gegen Nürnberg fehlte ebenfalls nicht viel, um den großen Traum vom Aufstieg wahr werden zu lassen.

Trotz der Ansicht, dass "Bochum und Hertha Aufstiegsfavorit sind", glaubt Sinkiewicz, "dass wir eine Chance haben aufzusteigen".

Rezept für den Aufstieg

Das Rezept dafür meint der dreifache Nationalspieler zu kennen: "In der Zweiten Liga ist es sehr wichtig, die vermeintlich leichten Gegner zu schlagen. Ich war beim Aufstieg von Köln dabei und weiß daher, wie wichtig das ist."

Zudem müsse man in den Auswärtsspielen auch "mal einen 1:0-Sieg einfahren, damit man als Mannschaft mit einem positiven Gefühl nach Hause fährt".

6000 Dauerkarten verkauft

Die Aufbruchstimmung gefällt Sinkiewicz bereits. "Wir haben mit über 6000 Dauerkarten einen Rekord aufgestellt. Das stimmt uns positiv. Für uns ist es wichtig, in einem vollen Stadion zu spielen. Dann macht es auch mehr Spaß", sagte er.

Für die kommende Saison sieht er die Mannschaft nach einer "ordentlichen Vorbereitung" gerüstet. Mit ihm selbst endlich wieder als Führungsspieler - und nicht mehr außen vor.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel