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Von links nach rechts: Michael Wiesinger, Rico Schmitt und Karsten Baumann © getty

Die Trainer der drei Aufsteiger Ingolstadt, Osnabrück und Aue sprechen bei SPORT1 über ihre Erwartungen an die neue Saison.

Von Björn Seitner und Christian Stüwe

München - Der eine hat direkt einen der neuen Ligakonkurrenten rausgeworfen.

Der andere brachte einen Erstliga-Aufsteiger an den Rand des Knockouts. Und auch der dritte hielt ordentlich mit einem Bundesligisten mit.

Der erste Eindruck, den die drei Zweitliga-Aufsteiger bei ihrem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal hinterlassen haben, war nicht der schlechteste.

Und doch zählt er nichts, wenn es am Wochenende richtig losgeht für den FC Ingolstadt, den VfL Osnabrück und Erzgebirge Aue.

Bayerisches Derby

Michael Wiesingers Ingolstädter bekommen es nach ihrem 2:0-Sieg gegen den Karlsruher SC in einem bayerischen Derby mit dem FC Augsburg zu tun (Sa., 12.45 Uhr im LIVE-TICKER).

Osnabrücks Coach Karsten Baumann muss sein Team nach dem dramatischen 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen Kaiserslautern auf den MSV Duisburg einstimmen (So., 13. 15 Uhr im LIVE-TICKER).

Und Aue-Coach Rico Schmitt muss nach dem 1:3 gegen Mönchengladbach nach Paderborn (Sa., 12.45 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1 sprach vor dem Liga-Auftakt mit den drei Coaches über ihre Erwartungen an die Saison.

SPORT1: Herr Wiesinger, Herr Baumann, Herr Schmitt: Welche Rückschlüsse hat Ihnen Ihr Auftritt im Pokal für das anstehende erste Spiel in der Zweiten Liga gegeben?

Michael Wiesinger: Wir haben jetzt sechs Wochen Vorbereitung hinter uns. Danach muss man immer erstmal sehen, wo man steht. Es ist aber natürlich wichtig mit einem Erfolgserlebnis zu starten, gerade gegen einen Mitkonkurrenten der Zweiten Liga. Der Sieg war gut für unser Selbstvertrauen und wir haben gesehen, dass wir zu Hause einen Gegner schlagen können.

Karsten Baumann: Unsere Mannschaft hat sich sehr gut präsentiert und den FCK über weite Teile des Spiels dominiert. Mit dieser Leistung werden wir in der Zweiten Liga bestehen. Wir müssen uns allerdings im Spiel nach vorne und in der Chancenverwertung verbessern.

Rico Schmitt: Wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Wichtig für uns ist, dass wir eine Tendenz erkennen. Im Spiel gegen Mönchengladbach haben wir gesehen, dass wir an einigen Stellen mithalten können, aber auch noch einiges zu tun haben, gerade im Angriffsspiel. Im Großen und Ganzen ist die Tendenz bei uns sehr positiv.

SPORT1: Inwiefern werden Sie das Auftreten Ihrer Mannschaft in der neuen Liga umstellen müssen?

Wiesinger: Wir haben momentan eine sehr lange Verletztenliste. Die Jungs die gegen den KSC auf dem Platz und auch auf der Bank waren, haben einen super Job gemacht. Wenn man 2:0 gewinnt muss man ja etwas richtig gemacht haben. Es gibt nicht viele Gründe etwas in der Aufstellung zu ändern. Ich bin aber dennoch froh über jeden, der vor dem Auftakt einsatzfähig wird, um in der Breite besser aufgestellt zu sein. Aber das Gerüst der Mannschaft habe ich bereits im Kopf.

Baumann: Im Gegensatz zur letzten Saison werden wir in den meisten Spielen der Zweiten Liga nicht Favorit sein. Das bedeutet, wir können - wie gegen den FCK - aus einer verstärkten Abwehr heraus spielen.

Schmitt: Wir müssen mit den gleichen Tugenden zu Werke gehen, die uns auch in der Dritten Liga ausgezeichnet haben. Wohlwissend, dass wir nicht mehr so viele Torchancen bekommen werden, die wir dann eben konsequenter nutzen müssen. Wir müssen aber auch unsere Fehlerquote im Defensivbereich verringern. Die Qualität der Spieler in der Zweiten Liga ist eine andere. Auch das Gladbach-Spiel hat uns gezeigt, dass kleine Fehler eine große Wirkung haben können, nämlich Gegentore. Wir müssen vor allem als Team auftreten und unser ganzes Gerüst noch etwas enger schnüren.

SPORT1: Denken Sie, es wird schwierig, nach der erfolgreichen Drittliga-Saison nun Mannschaft, Fans und Umfeld auf den wahrscheinlich anstehenden Abstiegskampf einzuschwören?

Wiesinger: Die klare Zielformulierung ist natürlich der Klassenerhalt. Damit sind wir gut beraten, denn vor zwei Jahren haben wir eine gute Hinrunde gespielt, sind aber dann aufgrund der Rückrunde noch abgestiegen. Es ist wichtig erst einmal den ersten Schritt zu machen. Wir wissen, dass wir in jedem Spiel ans Limit gehen müssen, denn es ist eine sehr ausgeglichene Liga. Das Umfeld des Vereins, die Sponsorenseite kann natürlich dennoch Visionen haben, das ist ganz normal. Gerade wenn man so ein Stadion bauen lässt, ist es logisch, dass man sich über die nächsten Jahre Gedanken macht. Die Mannschaft muss aber wissen, dass es in diesem Jahr um den Klassenerhalt geht.

Baumann: Für unsere Mannschaft ist die Zweite Liga sicherlich eine neue Situation. Sie muss lernen, mit weniger Erfolgserlebnissen klar zu kommen. Die Fans und der Verein aber kennen die Zweite Liga aus den vergangenen Jahren und werden der Mannschaft helfen, in der Liga zu bestehen. Deshalb werden wir uns schnell auf die neue Situation einstellen.

Schmitt: Wir als Trainerteam und unser Vorstand wissen, um was es in der neuen Saison geht. Für viele Spieler ist es natürlich auch eine neue Herausforderung. Wir haben dennoch genug Erfahrung und Potential in der Mannschaft. Dies muss aber erst mit den jungen Spielern verknüpft werden, für die die Zweite Liga noch ein Abenteuer ist. Ich erwarte von unseren Fans und vom Umfeld, dass der Mannschaft Vertrauen geschenkt wird.

SPORT1: Denken Sie, es ist mehr drin als der bloße Abstiegskampf?

Wiesinger: Es geht um den Klassenerhalt, aber auch um mehr: Wir kämpfen in Ingolstadt schon um jeden Zuschauer. 6600 Fans beim ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal ? da haben wir schon gedacht, dass es ein paar mehr werden. Das zeigt, dass wir einfach nicht die Tradition wie die großen Vereine haben, aber wir stehen in dieser Entwicklung eben noch am Anfang. Wir können diese Situation nur mit guten Leistungen verbessern. Wir haben eine junge Truppe und mir ist wichtig, dass jedes Spiel mit großer Leidenschaft angegangen wird. Der Sieg gegen den KSC war ein guter Anfang.

Baumann: Unser Ziel ist der Klassenerhalt, den wir so schnell wie möglich realisieren wollen.

Schmitt: Etwas anderes als der Klassenerhalt steht für uns nicht zur Disposition. Es steht an vorderster Stelle, die magische Grenze von 40 Punkten zu erreichen. Die ersten zehn Punkte sind bekanntlich die schwersten, deshalb müssen wir versuchen einen guten Auftakt zu absolvieren.

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