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Christian Ziege (l.) bei seiner Vorstellung mit Bielefelds Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier © getty

Bielefelds neuer Coach Christian Ziege spricht bei SPORT1 über die Probleme und die Ziele der Arminia sowie den Auftakt in Frankfurt.

Von Björn Seitner

München - Er ist zwar ein Anfänger, trotzdem gehört Christian Ziege zu den prominentesten Trainern der Zweiten Liga.

Der Ex-Profi, der als Spieler unter anderem Europameister, WM-Zweiter, Deutscher und italienischer Meister war, heuerte im Sommer etwas überraschend bei Arminia Bielefeld an.

Dort hat der 38-Jährige allerdings viel Arbeit vor sich.

Die Ostwestfalen verhinderten erst in letzter Minute einen Lizenzentzug und sind finanziell weiter so klamm, dass die Mannschaft fürs Erste nicht mit der Bundesliga-Rückkehr planen kann.

Trotzdem blickt Ziege im SPORT1-Interview zuversichtlich in die neue Saison.

SPORT1: Herr Ziege, die Arminia geht mit großen Finanznöten in die neue Saison, der Lizenzentzug wurde gerade noch vermieden. Wussten Sie bei Ihrem Amtsantritt am 1. Juli von der Höhe der Schulden und wie ist die Situation jetzt?

Christian Ziege: Als ich meinen Vertrag bei Arminia unterschrieben habe, stand noch gar nicht fest, ob wir die Lizenz bekommen. Ich habe die Herausforderung gerne angenommen, hier eine neue Mannschaft aufzubauen. Der Lizenzerhalt bedeutet allerdings nicht, dass wir finanziell nun wieder aus dem Vollen schöpfen können. Vielmehr geht es in dieser Saison darum, den Verein sportlich und finanziell zu konsolidieren.

SPORT1: Wie wollen Sie als Trainer den Neuaufbau in Bielefeld angehen, zumal dies Ihre erste richtige Station als Cheftrainer ist?

Ziege: Klar ist, dass wir Spieler benötigen, die eine gewisse Qualität haben und darüber hinaus den unbedingten Willen mitbringen, für Arminia zu spielen, sich hier weiterzuentwickeln und diesen Willen auch über etwaige finanzielle Interessen stellen. Bisher denke ich, dass wir damit auf einem sehr guten Weg sind.

SPORT1: Gegen Drittligist Jahn Regensburg konnten Sie im Elfmeterschießen gerade noch das Aus im DFB-Pokal abwenden. Wie wichtig war das Weiterkommen für den Verein?

Ziege: Sowohl sportlich als auch finanziell ist das Erreichen der zweiten Runde enorm wichtig. Unsere junge Mannschaft hat sich für ihren großen Einsatz und ihre Entschlossenheit belohnt, auch wenn spielerisch sicherlich noch nicht alles gepasst hat.

SPORT1: Was sind die Ziele für die kommende Saison?

Ziege: Der Aufstieg wird in dieser Saison kein Thema für uns, es geht - noch mal - einzig und allein um die sportliche und finanzielle Konsolidierung des Vereins. Unsere Zielsetzung fokussiert sich nicht auf einen Tabellenplatz, sondern darauf, dass wir eine neue Mannschaft aufbauen wollen, die leidenschaftlichen Fußball anbietet, die 90 Minuten alles für einen Sieg geben wird und mit der sich unsere Fans bedingungslos identifizieren können.

SPORT1: Wohin soll es längerfristig mit der Arminia gehen? Wann ist ein Aufstieg in die 1. Bundesliga möglich?

Ziege: Natürlich muss das Ziel für Arminia Bielefeld lauten, irgendwann wieder den Bundesliga-Aufstieg anzugehen. Wann das realistisch sein wird, kann man jetzt noch nicht sagen.

SPORT1: Wer sind Ihre Aufstiegsfavoriten für die Saison 2010/11?

Ziege: Bochum, Hertha, Augsburg und Düsseldorf sehe ich vorne, vielleicht kommt ein Überraschungsteam dazu.

SPORT1: Welche Rolle kommt auf Neuzugang und Routinier Oliver Neuville zu?

Ziege: Olli ist ein erfahrener Stürmer, zu dessen Qualität man nichts weiter erklären muss. Auch wenn er vielleicht nicht 34 Spiele über 90 Minuten absolvieren wird, haben wir ihn nicht nur als Einarbeiter für die jüngeren Stürmer-Kollegen geholt. Olli ist fit, hat immer noch Spaß am Fußball und ich bin mir sicher, dass er für uns wichtige Tore erzielen wird.

SPORT1: Zum Auftakt steht die Partie gegen den Frankfurt an. Was ist drin gegen den FSV? Wie wichtig sind die ersten Partien?

Ziege: Jede Mannschaft wünscht sich einen guten Start. Wir haben das erste Pflichtspiel in Regensburg erfolgreich bestritten und hoffen natürlich auf eine Fortsetzung in Frankfurt. Allerdings haben wir unseren Auftaktgegner mehrfach beobachtet und wissen, dass die Trauben beim FSV für uns hoch hängen.

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