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Nordkoreanischer WN-Fahrer im Bochumer Dress: Chong Tese © imago

Bochums Chong Tese spricht bei SPORT1 über den Unterschied zwischen Asien und Deutschland, seine Ziele mit dem VfL und seinen Spitznamen.

Von Olaf Mehlhose

Bochum - Er kam, traf und siegte:

Mit zwei Toren und einer Vorlage beim 3:2 gegen 1860 München am Montag legte Bochums neuer Stürmer Chong Tese einen Traumstart in der Zweiten Liga hin.

Anschließend überraschte der erste Nordkoreaner im deutschen Profi-Fußball die Fragesteller in den Interviews mit seinen Antworten in passablem Deutsch.

Vor dem Spiel bei Erzgebirge Aue (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Chong These bei SPORT1 über seine Tore, den Unterschied zwischen Asien und Deutschland, seine Ziele mit dem VfL und seinen Spitznamen.

SPORT1: Gegen 1860 München haben Sie ein Tor vorbereitet und zwei selbst erzielt. Besser hätte Ihr Liga-Debüt eigentlich nicht ausfallen können, oder?

Chong Tese: Natürlich freue ich mich über meine beiden Tore, das erste hingegen hat Faton Toski vorbereitet. Insgesamt war es mir aber wichtiger, dass wir unser erstes Meisterschaftsspiel gewonnen haben.

SPORT1: Wie wichtig war der Sieg gegen die "Löwen" nach der Pokal-Pleite in Offenbach?

Chong Tese: Uns war klar, dass wir im Heimspiel und vor den eigenen Fans anders auftreten müssen als zuletzt gegen Offenbach. Das ist uns gelungen. Die Fans waren zufrieden. So kann es weitergehen.

SPORT1: Bochum hat in den vergangenen Jahren nach einem Abstieg immer den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga geschafft. Wie stehen die Chancen, dass Sie das auch in dieser Saison erreichen?

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Chong Tese: Wir werden das schaffen. Wir haben eine gute Mannschaft, einen guten Trainer. Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, werden wir am Ende aufsteigen. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

SPORT1: Bevor sie in Bochum anheuerten, spielten Sie vier Jahre in der J-League. Wie groß ist der Unterschied zwischen den Ligen?

Chong Tese: Noch habe ich natürlich wenige Vergleichsmomente. Ich habe aber den Eindruck, dass in Japan die Taktik eine größere Rolle gespielt hat. In Deutschland hingegen ist das Spiel physischer.

SPORT1: Sie haben Ihre Profi-Karriere erst mit 22 Jahren begonnen. Wie kam es zu der späten Entscheidung?

Chong Tese: Ich habe erst die Universität beendet und bin dann Profi geworden. Das ist in Japan nicht ungewöhnlich.

SPORT1: Von der Presse werden Sie wegen ihrer Spielweise als der "Wayne Rooney von Asien" bezeichnet. Inwieweit finden Sie den Spitznamen zutreffend?

Chong Tese: Es ist eine Ehre, mit einem solchen Spieler verglichen zu werden. Aber ich bin Chong Tese. Und als solcher will ich auch wahrgenommen werden.

SPORT1: Ihre Deutschkenntnisse haben Sie nach dem Spiel gegen München bereits unter Beweis gestellt. Wie klappt die Verständigung mit den Mitspielern?

Chong Tese: Ich verstehe schon sehr viel und mit dem Sprechen klappt es auch immer besser. Das Vokabular im Fußball ist ja schon überschaubar. Taktische Anweisungen und andere Ansprachen des Trainers lasse ich mir natürlich übersetzen. Da kommt es auf Feinheiten an.

SPORT1: Sie sind der erste Nordkoreaner im deutschen Profi-Fußball. Wie wollen Sie den Fans hierzulande in Erinnerung bleiben?

Chong Tese: Als Spieler, der für seinen Verein immer alles gegeben hat. Wenn mir das gelingt, dann bin ich glücklich.

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