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Markus Babbel übernahm die Hertha nach dem Abstieg aus der Bundesliga im Sommer © getty

Der Hertha-Trainer greift durch und setzt seinen größten Star gegen die Fortuna auf die Bank. Die hofft auf die Heimstärke.

Von Nikolai Kube

München - Markus Babbel hat nicht unbedingt den Ruf eines harten Hundes.

Ganz im Gegenteil: In Stuttgart wurde ihm seine zu weiche Linie zum Verhängnis, die Spieler muckten auf.

Daraus scheint Babbel seine Lehren gezogen zu haben. Denn bei der Hertha weht seit seinem Amtsantritt ein neuer Wind.

Und den bekommt Top-Verdiener Raffael vor der schweren Auswärtsaufgabe der Berliner in Düsseldorf (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER und ab 19.45 Uhr im TV auf SPORT1) zu spüren.

Raffael schmort auf der Bank

Stand der Brasilianer beim 3:2-Auftaktsieg gegen Oberhausen aufgrund einer Viruserkrankung nicht im Kader, setzt Babbel seinen größten Star nun auf die Bank - obwohl dieser sich unter der Woche fit gemeldet hatte.

"Ich habe Raffa deutlich gesagt, dass er auch nach hinten arbeiten muss. Das ist eine Frage der Mentalität, die muss er annehmen. Das erwarte ich von ihm", begründet der Coach seine Maßnahme in der "BZ".

Sonderstatus kein Thema mehr

Und die ist für den Offensivspieler, der laut Babbel eine schwache Vorbereitung absolvierte, schwer zu akzeptieren.

Denn seit Raffael 2008 zur Hertha wechselte, war er stets ein Eckpfeifer des Hauptstadtklubs. Auch nach schwachen Leistungen traute sich kein Trainer, ihn aus der ersten Elf zu werfen.

Unter Babbel ist Raffael diesen Sonderstatus nun los.

Friend verdrängt Doppeltorschütze Djuricin

Pluspunkte in Sachen erste Elf hat Youngster Marco Djuricin mit seinem Doppelpack gegen Oberhausen gesammelt. Dennoch wird sich der Stürmer gegen die Fortuna wohl neben Raffael auf der Bank wiederfinden.

Der Grund: Rob Friend hat seine Gehirnerschütterung überwunden und ist als Stoßstürmer gesetzt.

"Wenn Rob richtig fit ist, spielt er. Außerdem gibt es für mich kaum einen Grund, die Aufstellung zu ändern", sagt Babbel.

Preetz kehrt in Geburtsort zurück

Der Coach setzt darauf, dass seine Stars später im Spiel für die entscheidenden Impulse sorgen: "Es ist immer gut, wenn man von der Bank noch nachlegen kann."

Ein besonderer Montagabend wartet derweil auf Hertha-Manager Michael Preetz.

Der Ex-Profi kehrt in seinen Geburtsort zurück. "Solange ich bei der Hertha bin, habe ich noch nie mit der Fortuna die Klingen gekreuzt", sagt Preetz.

Der 43-Jährige erwartet allerdings einen heißen Tanz: "Das wird eine große Herausforderung für uns."

Heimstarke Fortuna

Respekt hat Preetz in erster Linie vor der Heimstärke des letztjährigen Aufsteigers. Als einziges Team im deutschen Profifußball blieb das Team von Norbert Meier vergangene Spielzeit ohne Heimniederlage.

Allerdings ging der Saisonstart ordentlich in die Hose. Erst flog die Fortuna gegen Drittligist Koblenz aus dem DFB-Pokal, dann ging auch das ersten Liga-Spiel mit 0:2 in Cottbus verloren.(DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Meier bleibt aber gelassen: "Wie haben gerade einmal zwei Spiele absolviert. Jetzt konzentrieren wir uns aufs nächste", sagt der Trainer in der "Westdeutschen Zeitung".

Große Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis gegen Berlin macht sich Meier jedoch nicht. "Hertha spielt als Bundesligaabsteiger in einer anderen Liga."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Hertha BSC Berlin: Aerts - Lell, Hubnik, Mijatovic, Kobiashvili - Perdedaj, Niemeyer - Ramos, Domovchiyski, Rukavytsya - Friend

Fortuna Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Lukimya-Mulong, Langeneke, van den Bergh - Costa, Zoundi, Christ, Dum - Torghelle, Jovanovic

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