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Rob Friend (l.) kam von Borussia Mönchengladbach zur Hertha © getty

Beim Bundesliga-Absteiger herrscht trotz optimaler Punktausbeute keine volle Zufriedenheit. Düsseldorf hadert mit der Effektivität.

Düsseldorf - Gegen Mitternacht gönnten sich die Hertha-Profis im noblen Hotel in Düsseldorf ein verdientes Feierabend-Bierchen.

Wenige Stunden vor dem Rückflug in die Hauptstadt war die Laune bei den Berlinern aber trotz des 2:1 (2:0)-Erfolges zum Abschluss des zweiten Spieltages in der bei Fortuna Düsseldorf eher gedämpft.

"Die Punkteausbeute aus den ersten beiden Saisonspielen ist optimal, aber spielerisch müssen wir uns noch erheblich steigern", sagte der in Düsseldorf geborene Hertha-Manager Michael Preetz, der bei der Fortuna einst seine Profi-Karriere begann.

"Nicht immer gewinnt die bessere Mannschaft"

Auch der neue Berliner Coach Markus Babbel war trotz des zweiten Saisonsieges mit dem Auftritt seiner Elf vor 30.629 Zuschauern nicht zufrieden.

"Wir haben einfach schlecht Fußball gespielt - von der ersten bis zur 90. Minute", sagte der Europameister von 1996, der dann aber doch noch lächeln konnte:

"Das ist das Schöne am Fußball: Nicht immer gewinnt die bessere Mannschaft. Es war ein kleiner Schritt zurück in die Bundesliga."

Aufstiegs-Countdown läuft

Nach dem 3:2 zum Saisonauftakt gegen Rot-Weiß Oberhausen und dem ersten Auswärts-Dreier verläuft aber zumindest der Aufstiegs-Countdown beim Bundesliga-Absteiger nach Plan.

Bereits vor dem zweiten Punktspiel hatte die Hertha einen solchen Countdown auf ihre Internetseite gestellt, der am letzten Spieltag die Nullposition erreicht.

"Wir haben alle immer gesagt, dass wir nur ein Ziel haben: an diesem Tag erstklassig zu sein", erklärte Herthas Manager Michael Preetz diese zusätzliche Motivation.

Aerts und Niemeyer zufrieden

Dass der Wiederaufstieg aber kein Selbstläufer wird, wissen auch die Profis. "Wir haben nicht schön gespielt, aber das war heute auch nicht wichtig. Hauptsache wir haben die drei Punkte geholt. Mir ist es lieber, so ein Spiel zu gewinnen als schön zu spielen und zu verlieren", sagte der neue Torhüter Maikel Aerts im Gespräch mit SPORT1.

Der überragende Peter Niemeyer fügte an:

"Der Sieg heute war sehr, sehr wichtig. Man hat auch wieder gesehen, dass es kaum einen Unterschied zur Bundesliga gibt. Jetzt haben wir erst einmal eine kleine Pause und danach wollen wir gegen Arminia Bielefeld nachlegen."

Doppelschlag in der Fortuna-Drangphase

Dass die Berliner ohne Punktverlust in die Länderspielpause gehen, hatten sie Neuzugang Rob Friend (25.) und Valeri Domovchiyski (30.) zu verdanken, die mit einem Doppelschlag die Sturm- und Drangphase der Gastgeber beendet hatten.

Düsseldorf verkürzte in der 81. Minute nur noch durch den Brasilianer Wellington und verlor zudem Thomas Bröker in der Nachspielzeit mit einer Gelb-Roten Karte wegen unsportlichen Verhaltens.

Düsseldorfer Heimserie beendet

Während bei den Hauptstädtern immerhin das Punktekonto stimmt, herrschte bei der Fortuna nach der dritten Pflichtspielpleite in Folge Katzenjammer.

"Hertha war uns nur bei der Effektivität voraus. Daran konnte man die Spitzenmannschaft erkennen. Nach dem 0:2 haben wir etwas Zeit gebraucht, um uns zu sortieren", kommentierte Fortuna-Coach Norber Meier die erste Heimniederlage seiner Mannschaft seit 497 Tagen oder 16 Monaten.

Am 19. April 2009, damals noch in Liga drei, hatte ebenfalls eine Mannschaft aus der Hauptstadt als letzte alle Punkte aus Düsseldorf entführt - der 1. FC Union aus dem Berliner Stadtteil Köpenick.

Langeneke bleibt bis 2012

Am Dienstag suchten die Düsseldorfer nach dem ernüchternden Saisonstart bis zum Transferschluss noch verzweifelt nach einem neuen Sechser.

Vor dem Anpfiff hatten Vorstandschef Peter Frymuth und Manager Wolf Werner noch einmal Möglichkeiten ausgelotet. "Der Etat ist ausgeschöpft. Vielleicht findet sich aber noch ein privater Finanzier, der uns hilft", sagte Werner.

Derweil vermeldete die Fortuna am Dienstag anderweitig Vollzug und verlängerte den Vertrag mit Abwehrchef Jens Langeneke vorzeitig bis 2012.

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