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Cottbus' Emil Jula nimmt den Karlsruher Matthias Langkampf Huckepack © getty

Beim 5:5 zwischen Cottbus und Karlsruhe erleben die Fans das torreichste Zweitliga-Spiel seit Jahren. Bei den Trainern herrscht Ärger vor.

Cottbus - Als Energie Cottbus und der Karlsruher SC ihren Torhunger endlich gestillt hatten, fiel Ulrich Lepsch ein Stein vom Herzen.

"Das war vielleicht gut für die Zuschauer, aber schlecht für mein Herz", sagte der Energie-Präsident nach dem denkwürdigen 5:5 (2:2) zum Abschluss des 3. Spieltages.

Lepsch und die fast 10.000 Zuschauer waren im Stadion der Freundschaft durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen.

"Das war das verrückteste Spiel, das ich je gesehen habe", sagte Cottbus' Torjäger Nils Petersen. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Dabei hatte der 21-Jährige einen Platz in der ersten Reihe, als er das torreichste Zweiligaspiel seit fast zehn Jahren schon nach 19 Sekunden mit seinem dritten Saisontreffer eröffnete.

Erst zwei Spiele mit mehr Toren

In der Geschichte der Zweiten Liga hat es erst zwei Spiele mit mehr Toren gegeben.

Am 11. Juni 1997 besiegte der 1. FC Kaiserslautern den SV Meppen 7:6, am 17. Oktober 1993 schickte Fortuna Köln den 1. FC Saarbrücken mit 7:4 nach Hause.

Die Saarländer waren auch am bis Montag letzten Spiel mit zehn Toren beteiligt. Am 26. November 2000 hatten sie beim SSV Reutlingen ein 2:8 kassiert.

Vier KSC-Tore in 14 Minuten

Das muntere Scheibenschießen in Cottbus haben alle im Stadion genossen - die beiden Torhüter und Trainer einmal ausgenommen.

"In der ersten Halbzeit dachte ich, ich bin im falschen Film", sagte FCE-Torwart Thorsten Kirschbaum.

Marc-Andre Kruska hatte Cottbus 2:0 in Führung gebracht, doch dann traf der KSC innerhalb von 14 Minuten viermal und lag zur Halbzeit klar vorn.

Cottbuser Aufholjagd

Kurz nach dem Wechsel fiel sogar das 2:5.

"Mit dem Spiel waren alle Zuschauer zufrieden, bis auf die beiden Trainer", sagte Karlsruhes Coach Markus Schupp.

Grund für Schupps schlechte Laune waren vor allem die drei Cottbuser Tore zwischen der 66. und 73. Minute, die zum Endstand führten.

"Ich muss mich beim Team entschuldigen, mindestens ein Tor geht auf meine Kappe", sagte KSC-Torhüter Kristian Nicht.

"Fan des offensiven Fußballs"

Beide Mannschaften gaben sich mit dem Unentschieden nicht zufrieden und drängten auf den Siegtreffer.

Vier Minuten vor dem Schlusspfiff rettete Kirschbaum gegen Christian Timm den Punkt für die Lausitzer.

"Ich bin ein Fan des offensiven Fußballs. Da gehört es dazu, dass man mal ein Gegentor bekommt", meinte Cottbus' Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Fehlender Respekt auf dem Spielfeld

Während ihn das Ergebnis im ersten Moment nicht zu beeindrucken schien, kochte er aufgrund von zwei Fouls gegen Emil Jula vor Wut.

Erst wurde der Stürmer von hinten umgetreten, dann schlug ihm ein Gegenspieler offenbar mit Absicht auf den bereits lädierten Ellenbogen.

"Diese beiden Situationen gegen Jula zeigen, dass nach wie vor nicht respektvoll miteinander umgegangen wird auf dem Spielfeld", sagte Wollitz: "So an der Mittellinie zu foulen und dann noch einmal auf den Ellenbogen zu schlagen ist für mich die Enttäuschung des Abends."

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