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Die Hertha-Fans könnten beim Derby gegen Union den vierten Liga-Sieg in Folge bejubeln © getty

Vor dem Derby zwischen Hertha und Union verteidigt Bürgermeister Wowereit die umstrittene Stundung der Miete im Olympiastadion.

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat die umstrittene Stundung von 2,55 Millionen Euro Stadionmiete für Hertha BSC Berlin verteidigt.

"Der Vorwurf ist fehl am Platz. Hertha ist ja nicht mietfrei im Olympiastadion, sondern hat die Summe nur gestundet bekommen. Das war auch richtig so", sagte Wowereit der "Bild"-Zeitung.

Dirk Zingler, Präsident von Herthas Lokalrivalen Union Berlin, hatte vor dem Zweitliga-Derby am Freitag (17.45 Uhr im LIVE-TICKER) den Beschluss des Berliner Senats heftig kritisiert und eine bewusste Benachteiligung unterstellt (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle).

So agiere die Politik 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch wie ein West-Berliner Senat.

"Das macht mich nur noch ärgerlicher und bestätigt das Misstrauen vieler Bürger aus dem ehemaligen Ostberlin, dass immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird", hatte Zingler erklärt.

Beeck gießt Öl ins Feuer

Unions Teammanager Christian Beeck goss weiteres Öl ins Feuer und verteidigte die öffentliche Attacke Zinglers.

"Wenn man die Plattform besitzt, sollte man das tun. Eine Dame, die im Plattenbau 78 Jahre alt ist, wird die diese Plattform nicht erhalten", sagte Beeck.

Dass der alte Ost-West-Konflikt losgetreten wurde, sei keine Überraschung. "Das ist die Geschichte dieser Stadt, dieses Landes", meinte Beeck.

Streitfall Ramos

Nach Meinung Zinglers hätte der Stadt-Rivale Hertha den Millionenkredit des Senates nie erhalten dürfen und seine Finanzen aus eigener Kraft aufbessern müssen.

So habe es für Angreifer Adrian Ramos ein Angebot über drei Millionen Euro von 1899 Hoffenheim gegeben, das Hertha ausschlug.

Mit Blick auf das Derby sagte Zingler: "Wenn Ramos bei uns Tore macht, weil Hertha ihn nicht verkaufen musste, ist das ein direkter Eingriff in die sportliche Rivalität in Berlin."

Konter von Wowereit

Auch dagegen verteidigte sich Wowereit und verwies auf die Hilfen der Stadt für Union.

"Der Herr Präsident von Union soll sich mal zusammenrechnen, in welcher Höhe der Berliner Senat Union schon unterstützt hat. Da reden wir von Millionen. Im übrigen zahlt auch Union keine Pacht an der Alten Försterei."

Derzeit stottert Hertha die gestundete Summe aus dem Vorjahr ab und muss noch rund eine Million Euro zahlen. Nur durch den Kredit soll der mit rund 35 Millionen Euro verschuldete Ex-Bundesligist die Lizenz für die laufende Saison erhalten haben.

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