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Markus Babbel übernahm Bundesliga-Absteiger Hertha BSC vor der Saison © getty

Das Stadtduell zwischen Hertha und Union endet ohne Sieger. Babbels Team legt früh die Führung vor, investiert danach aber zu wenig.

Berlin - Hertha BSC Berlin hat den Sieg im ersten Stadtderby gegen Union seit mehr als 60 Jahren und damit den Sprung an die Tabellenspitze der Zweiten Liga verpasst.

Der Erstliga-Absteiger kam beim Lokalrivalen nur zu einem 1:1 (1:0) und gab damit am 4. Spieltag die ersten Punkte ab. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Nach der frühen Führung von Peter Niemeyer (2.) sicherte Santi Kolk (82.) den noch sieglosen Unionern einen verdienten Achtungserfolg.

"Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, deshalb bin ich sehr zufrieden mit diesem einen Punkt", sagte Hertha-Trainer Markus Babbel nach dem Spiel:

"Obwohl wir früh geführt haben, haben wir uns schwer getan, das hat sich bis zum Schluss durchgezogen."

Auch Hertha-Verteidiger Christian Lell war alles andere als zufrieden: "Wenn man das Spiel ansieht, haben wir einen Punkt gewonnen. Wir haben zuwenig Fußball gespielt. Wir haben lange das 1:0 gehalten, aber ewig geht das nicht."

Nachdem beide Fanlager ihre Teams mit stimmungsvollen Choreographien gefeiert hatten, war das Abtasten bereits nach rund 90 Sekunden beendet.

Niemeyer trifft per Kopf

Nach einem Freistoß köpfte der frühere Bremer Niemeyer völlig unbedrängt aus kurzer Distanz zur Führung für die Gäste ein.

Union bemühte sich danach, doch fehlten den Gastgebern zu Beginn die Mittel, um den Lokalrivalen aus dem Spiel heraus in Verlegenheit zu bringen.

Eine Chance von John Jairo Mosquera, dessen Schuss Lewan Kobiaschwili von der Linie schlug (12.), läutete dann eine Drangperiode Unions ein.

Passive Hertha

Gegen überwiegend passive Herthaner erspielten sie sich ein teilweise drückendes Übergewicht, die Latte verhinderte bei einem Schuss von Karim Benyamina jedoch den Ausgleich (20.).

Auch danach spielten nur die Gastgeber: Mosquera (24.), Dominik Peitz (41.) und erneut Benyamina (45.+1) hatten weitere gute Möglichkeiten zum Ausgleich. Nach dem Wechsel drückte Union weiter, kam aber lange nicht zu Chancen.

"Uns fehlte einfach das Glück"

Kurz vor Ende fasste sich Kolk aus 20 Metern ein Herz und verwandelte mit seinem Ausgleich die Alte Försterei in ein Tollhaus.

"Wir haben gut gespielt, wir haben die Hertha an die Wand gespielt", freute sich Unions Michael Parensen: "Uns fehlte einfach das Glück. Aber die stimmung war überragend, vielleicht haben wir den einen oder anderen Fan dazu gewonnen."

Herthas Torschütze Niemeyer gab sich selbstkritisch: "Wir haben die Qualität, aber nur mit Hacke und Spitze geht es nicht. Union hat uns gezeigt, wie man kämpft."

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