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Der FCK gewann das Duell der Traditionsvereine gegen den FCN 2:1 © getty

Fast-Absteiger Kaiserslautern führt die Zweite Liga an. Von den eigientlichen Favoriten ist bisher wenig zu sehen. Tops

München - Nach den ersten zehn Spieltagen steht ein Verein auf Platz eins, der sich in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt sicherte: Der 1. FC Kaiserlautern.

Dass die Pfälzer die Tabelle anführen, kommt ebenso überraschend wie die Tatsache, dass der als Top-Favorit auf den sofortigen Wiederaufstieg in die Saison gestartete 1. FC Nürnberg nur Elfter ist.

Keiner der drei Bundesliga-Absteiger steht auf einem Aufstiegsplatz.

Neben Kaiserlautern sorgten auch Greuther Fürth, Aufsteiger Rot Weiss Ahlen und zuletzt die Münchner "Löwen" für Furore. Absteiger Duisburg gehört neben Nürnberg zu den Enttäuschungen.

Sport1.de hat die Tops Flops sowie die Überraschungen zusammengestellt:

Tops:

1. FC Kaiserslautern:

Mit sieben Siegen haben sich die "Roten Teufel" auf Platz eins katapultiert.

Was das Team von Trainer Milan Sasic auszeichnet: Auf Rückschläge (0:5 in Koblenz, 1:2 in Oberhausen) haben die "Roten Teufel" stets die passende Antwort parat. Mit der Fan-Unterstützung ist der Betzenberg bisher wieder eine uneinnehmbare Festung.

FSV Mainz 05:

Der Zweitplatzierte ist auf einem guten Weg, in die Beletage zurückzukehren. Wider Erwarten wurde der Weggang von Ewig-Trainer Jürgen Klopp schnell verdaut.

Ihre Klasse unterstreichen die Schützlinge von Coach Jörn Andersen auch auswärts, wo auch Siege gegen Topteams, wie beim 1:0 in Freiburg, gelingen.

SC Freiburg:

Im Jahr zwei nach Volker Finke peilen die Breisgauer die Rückkehr und die Bundesliga an - und bis jetzt ist die Elf von Robin Dutt auf einem guten Weg.

Zuletzt aber gab es Rückschläge: Von den vergangenen fünf Spielen gingen drei verloren, zuletzt das Spitzenspiel gegen Mainz - ein Trend, der sich nicht verfestigen darf.

1860 München:

Nachdem die "Löwen" zu Saisonbeginn gleich drei Spiele ohne Sieg blieben, stand Marco Kurz knapp vor dem Rauswurf. Umso erstaunlicher ist die aktuelle Serie der Münchner: Vier Siege in Folge, trotz etlicher Hiobsbotschaften.

Göktan wurde wegen seiner Kokain-Affäre gefeuert, Schroth, Schwarz, Bierofka und Lars Bender sind verletzt.

Allerdings füllen Talente wie Timo Gebhart und Sven Bender mühelos die Lücken. Ein weiterer Faktor für den Erfolg: Benny Lauth trifft das Tor wieder.

Überraschungen:

SpVgg Greuther Fürth:

In den letzten Jahren klopfte die Spielvereinigung regelmäßig am Tor zur ersten Liga an, scheiterte aber immer knapp.

Wie nach fast jeder Saison verließen auch in diesem Sommer etliche Leistungsträger den Verein: Martin Lanig zog es beispielsweise nach Stuttgart. Trotzdem hat Coach Benno Möhlmann wieder eine schlagkräftige Truppe geformt und bei seinen Transfers ein glückliches Händchen bewiesen.

Rot Weiss Ahlen:

"Die Bundesliga ist ganz klar unser Ziel", sagte Ahlens junger Trainer Christian Wück vor Saisonbeginn im Interview mit Sport1.de: "Das ist aber nicht kurzfristig möglich. Mein Vertrag läuft noch ein Jahr, dann muss man mal gucken, wie sich die Situation entwickelt."

Bisher hat sich die Situation erstaunlich gut entwickelt: Nach dem 10. Spieltag steht der Aufsteiger, dessen Kader nur punktuell verstärkt wurde, mit 17 Punkten auf Platz fünf ? nur drei Zähler hinter einem Aufstiegsplatz.

Das 2:0 in Aachen war der dritte Sieg auf des Gegners Platz. Mit neun Punkten sind die Westfalen die zweitbeste Auswärtsmannschaft. Nur Mainz hat in der Fremde einen Zähler mehr geholt. Am Sonntag empfängt Ahlen den FSV im Wersestadion.

Flops:

Alemannia Aachen:

Nach dem 0:2 gegen Ahlen ist der Aufstieg zunächst in weite Ferne gerückt und zudem auch die weiße Weste am Tivoli futsch.

Noch früher ging den Aachenern dazu der Sportdirektor verlustig: Jörg Schmadtke warf nach internen Grabenkämpfen die Brocken hin und wurde gefeuert.

1. FC Nürnberg:

Nach dem nicht für möglich gehaltenen Abstieg aus der Bundesliga hinkt der Club im Unterhaus den eigenen Erwartungen deutlich hinterher.

Der Trainerwechsel von Thomas von Heesen zu Michael Oenning brachte spielerisch keine Verbesserung, die Franken agieren ängstlich und ohne Mumm.

Hansa Rostock:

Hansa hat noch Anpassungsprobleme an die Zweite Liga, Konstanz ist noch nicht eingekehrt.

Dem 9:0 gegen Koblenz folgten ein torloses Remis gegen Frankfurt und ein 1:2 gegen Fürth. Sechs Punkte beträgt bereits der Rückstand zu den Aufstiegsplätzen.

MSV Duisburg:

MSV-Coach Rudi Bommer vollzog nach dem Abstieg einen radikalen Schnitt: 16 Spieler mussten den Verein verlassen, 16 neue Akteure integriert werden.

Dieser personelle Umbruch bei den "Zebras" hat Folgen: Dem jungen Team mangelt es noch an der Abstimmung und der nötigen Erfahrung.

Noch ist alles drin: Vier Punkte beträgt der Rückstand auf Platz.

FC Augsburg:

Der Start war mies: Sechs Pleiten in sieben Spielen, Trainer Holger Fach schien bereits seinen Job los.

Dann aber berappelte sich der Fast-Absteiger des Vorjahres, ist nunmehr seit drei Partien unbesiegt (dabei zwei Siege). Durchatmen kann man auf Rang 14 aber dennoch kaum.

SV Wehen Wiesbaden:

Die Flitterwochen sind vorbei in der hessischen Landeshauptstadt: Nach dem respektablen Start in den Profifußball kommt der SV Wehen Wiesbaden in dieser Saison nicht in die Gänge. Nur ein Sieg aus zehn Spielen, magere acht Tore und schon 21 Gegentreffer.

Zudem liegen Fans und Mannschaft im Clinch ? in dieser Verfassung sind die Hessen erster Anwärter auf den Abstieg.

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