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Adrian Ramos (l.) erzielte in bislang 35 Spielen für Hertha zwölf Tore © getty

Berlin gilt als "FC Bayern der Zweiten Liga". Diesem Ruf wird die Hertha bislang gerecht. Auch Cottbus ist ohne Chance.

Berlin - In der Bundesliga schwächelt der Rekordmeister, eine Etage tiefer lehrt der "FC Bayern der 2. Liga" die Konkurrenz dagegen weiterhin das Fürchten.

Spätestens mit dem 1:0 (0:0) im Duell bei Verfolger Energie Cottbus hat sich Hertha BSC Berlin in die Rolle des Aufstiegsfavoriten gespielt (DATENCENTER Zweite Liga: Ergebnisse und Tabelle).

Berlin dominiert das Unterhaus mit einer Selbstverständlichkeit, dass es so wirkt, als habe Trainer Markus Babbel das Siegergen aus seiner Münchner Zeit auch auf die Hertha übertragen.

"Ich hoffe, dass der Sieg bei der Konkurrenz Eindruck hinterlässt. Wir stehen da, wo wir auch am Ende der Saison stehen wollen", sagte Babbel.

"Schön, der FC Bayern zu sein"

Die Hertha ist Tabellenführer und hat 16 von 18 möglichen Punkten auf dem Konto.

Der Vorsprung auf die Cottbuser, die SpVgg Greuther Fürth (1:0 gegen den FC Ingolstadt) und Aufsteiger Erzgebirge Aue (1:0 bei Arminia Bielefeld) beträgt bereits drei Zähler.

Mit Konsequenz und Akribie formte Babbel aus dem verunsicherten Absteiger der Vorsaison einen selbstbewussten Spitzenreiter.

Längst haben auch die Spieler den ausgeprägten Siegeswillen ihres Trainers übernommen.

"Viele sagen, dass wir der FC Bayern der 2. Liga sind. Ist doch schön, der FC Bayern zu sein", sagte der Brasilianer Raffael.

Und Mittelfeld-Abräumer Peter Niemeyer ergänzte: "Wenn alle weiterhin verinnerlichen, dass zur 2. Liga auch Kampf und Grätschen gehören, dann sind wir das Maß aller Dinge."

Friend krönt starke Leistung

Den großen Sprüchen folgen bislang große Taten. Bis auf das 1:1 im Stadtderby bei Union hat die "alte Dame" Hertha alle Spiele gewonnen - meist souverän.

Auch beim Prestige-Erfolg in Cottbus machte der Absteiger deutlich, dass er sich auf dem Weg zurück ins Oberhaus wohl nur selbst ein Bein stellen kann.

Das Siegtor von Rob Friend (60.) war die Konsequenz einer kämpferisch wie spielerisch überzeugenden Leistung.

"Tragödie" um Shao

Die zuvor punktgleichen Cottbuser wussten die erste Saisonniederlage richtig einzuorden.

"Es ist keine Schande, gegen Hertha zu verlieren", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz.

Allerdings waren die meisten der 21.350 Zuschauer im Stadion der Freundschaft enttäuscht, dass Energie offensiv nicht an die zuletzt herausragende Form anknüpfte.

"Wir hatten keinen Spielfluss", sagte Wollitz.

Energie-Spielmacher Jiayi Shao hat sich anscheinend schwer verletzt.

Der Chinese, der nach diversen Verletzungen erstmals in dieser Saison in der Startelf gestanden hatte, musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausgewechselt werden.

"Eine Tragödie", meinte Wollitz.

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