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Christian Ziege war als Spieler unter anderem für Bayern und Mönchengladbach aktiv © getty

Arminia-Coach Christian Ziege spricht im SPORT1-Interview über den Fehlstart und die schwierige Situation vor dem Derby.

Von Andreas Kloo

München/Bielefeld - Christian Ziege ist bekannt dafür, ein Mann mit Ambitionen zu sein.

Als er am 1. Juli den Job des Cheftrainers bei Arminia Bielefeld übernahm, spekulierte er wahrscheinlich darauf, die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen.

Doch nun sieht sich der 38-Jährige mit eine Aufgabe konfrontiert, bei der er seine Tauglichkeit als Coach nachdrücklich unter Beweis stellen kann:

Fünf Niederlagen in sechs Spielen, Platz 17 in der Tabelle und die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ehemalige Vorstandsmitglieder. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Rückendeckung vom Präsidenten

Doch der 72-fache Nationalspieler lässt sich auch durch den misslungenen Start nicht entmutigen und erhält Rückendeckung.

"Ich bin von Christian Zieges Arbeit überzeugt", sagt Präsident Wolfgang Brinkmann vor dem Ostwestfalen-Derby beim SC Paderborn (Freitag, ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER)

"Es gibt überhaupt keinen Hinweis, dass es für ihn dort um mehr als drei Punkte geht."

Im Interview mit Sport1 beurteilt Ziege die Situation der Arminia illusionslos und blickt auf den Abstiegsgipfel beim Nachbarn voraus.

SPORT1: Erst ein Sieg nach sechs Spielen: Hätten Sie sich die Aufgabe in Bielefeld bei Ihrem Dienstantritt so schwer vorgestellt?

Christian Ziege: Ich habe meinen Vertrag in Bielefeld schon bei vollem Bewusstsein unterschrieben. Mir war klar, dass es eine sehr schwere, aber auch äußerst interessante Aufgabe wird. Natürlich sind wir alle in Bielefeld nicht zufrieden mit der bisherigen Punkteausbeute. Aber nach dem zwangsläufigen Umbruch im Sommer und dem Aufbau einer neuen, jungen Mannschaft war klar, dass wir etwas Geduld benötigen.

SPORT1: Geht es in diesem Jahr nur um den Klassenerhalt?

Ziege: Absolut. Es geht in dieser Saison um die sportliche und finanzielle Konsolidierung von Arminia. Zudem müssen wir es schaffen, unseren Fans wieder ehrlichen, leidenschaftlichen Fußball anzubieten.

SPORT1: War der personelle Aderlass doch zu groß?

Ziege: Ich habe keine Lust, jetzt nach einem Alibi für den Saisonstart zu suchen. Noch mal: Ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe und wie schwer es hier wird. Aber ich bin mir sicher, dass wir die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen werden.

SPORT1: Belasten die Meldungen um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft die Mannschaft zu sehr?

Ziege: Nein. Die Mannschaft sowie alle aktuell handelnden Vereinsmitarbeiter- und Vertreter sind in keinster Weise von den Ermittlungen betroffen.

SPORT1: Nun steht das Derby gegen Paderborn an. Wie wichtig ist das Spiel für Sie?

Ziege: Es ist ein Derby und damit für die Fans und das Umfeld natürlich sehr wichtig. Es mag sich jetzt zwar wie eine Phrase anhört, aber auch in Paderborn gibt es nur drei Punkte. Die täten natürlich sowohl unserem Konto in der Tabelle als auch unserem Selbstbewusstsein sehr gut.

SPORT1: Was erwarten Sie für einen Gegner? Bislang zeigte sich Paderborn durchweg als defensive Mannschaft.

Ziege: Einige Spiele sind aus Paderborner Sicht in dieser Saison sehr unglücklich gelaufen, sie hätten genauso gut schon einige Punkte mehr holen können. Man muss auch sehen, was sie im letzten Jahr geleistet haben als sie Fünfter wurden. Deshalb fahren wir mit Respekt nach Paderborn, aber nicht mit Angst.

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