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Rot-Weiß Oberhausen belegt derzeit mit 13 Punkten den dritten Tabellenplatz © getty

Oberhausen stimmt sich mit einer besonderen Rezeptidee auf das brisante Duell in Duisburg ein. In Ostwestfalen steigt ein Krisen-Derby.

Von Christian Stüwe

München - Rot-Weiß Oberhausen war bislang eher eine graue Maus, die ihr Dasein im Schatten der mächtigen und schillernden Revierklubs aus der Nachbarschaft fristete.

Doch in den letzten Wochen sorgt RWO für Aufsehen, auf und abseits des Platzes.(DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Mit feiner Ironie machen die "Kleeblätter" auf sich aufmerksam.

Zunächst ließ Präsident Hajo Sommers bei Heimspielen im Gästeblock Becher mit der Aufschrift "Scheiß RWO" ausgeben und polarisierte damit nicht nur bei der eigenen Anhängerschaft.

Nun steht das mit Spannung erwartete Revierderby beim MSV Duisburg (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) an, und wieder haben sich die Verantwortlichen etwas Besonderes ausgedacht.

"Zebrakuchen" zum Selberbacken

Auf der Homepage findet der Fan ein Rezept für "Zebrakuchen", ein Gebäck, das ähnlich gemustert ist wie das Wappentier des MSV.

"Für Fußball-Feinschmecker steht der nächste Gang schon parat", bemerkt der Autor dazu mit einem Augenzwinkern.

Keine Frage, bei den selbsternannten "Malochern" ist durch den sportlichen Aufschwung ein neues Selbstbewusstsein eingekehrt.

Bruns: "Eine gewisse Euphorie ist gut"

RWO steht derzeit auf dem dritten Tabellenplatz und ist seit fünf Spielen unbesiegt.

Der VfL Bochum wurde bereits geschlagen, mit einem Sieg gegen MSV aus Duisburg würde sich RWO erstmal als Revierklub Nummer eins in der Zweiten Liga etablieren.

[kaltura id="0_mthwy2xj" class="full_size" title="Derby Zeit MSV vs RWO"]

Trainer Hans-Günther Bruns ist bemüht, die neuentstandene Aufregung in die richtigen Kanäle zu leiten.

"Wir lassen uns davon sowieso nicht verrückt machen", erklärte der Trainer: "Und eine gewisse Euphorie bei den Spielern und im Umfeld ist gut, so lange wir sie im richtigen Maße mitnehmen. Wir dürfen nur nicht über das Ziel hinausschießen."

Lamidi fehlt wohl

Der Trainer, der gegen Duisburg wohl auf Moses Lamidi (Muskelfaserriss) verzichten muss, möchte trotz des starken Saisonstarts nicht weiter nach oben schauen.

"Darüber kann ich nur lachen", sagt Bruns: "Denn wir wollen mit kleinen Schritten vorwärts kommen und dabei sind wir auf einem guten Weg. Alles andere ist Spinnerei, denn wir zählen nicht plötzlich zu den Aufstiegsfavoriten."

"Zebras" in Lauerstellung

Gerne aufsteigen möchte der MSV Duisburg. Die "Zebras" sind ebenfalls gut gestartet und liegen mit zwölf Punkten nur einen Zähler hinter RWO auf Rang sechs.

Natürlich möchte Trainer Milan Sasic mit einem Sieg an dem Tabellennachbarn vorbeiziehen.

Sasic hat allerdings großen Respekt vor dem Gegner: "Das wird ein echter Fight."

Über die Zweikämpfe sollen die "Kleeblätter" geknackt werden. Fußball mache immer Spaß, erklärte der Duisburger Trainer, "aber bei einem Derby noch viel mehr."

Bielefeld und Paderborn müssen punkten

Ein Derby steigt zeitgleich auch in Paderborn an, wo Arminia Bielefeld zu Gast ist.

Die beiden ostwestfälischen Teams stehen im Tabellenkeller, Arminia-Trainer Christian Ziege will dem Derby-Faktor im SPORT1-Interview deshalb keine zu große Bedeutung beimessen.

"Es ist ein Derby und damit für die Fans und das Umfeld natürlich sehr wichtig", sagt Ziege:

"Es mag sich jetzt zwar wie eine Phrase anhört, aber auch in Paderborn gibt es nur drei Punkte. Die täten natürlich sowohl unserem Konto in der Tabelle als auch unserem Selbstbewusstsein sehr gut."

SPORT1 hat die Fakten zum 7. Spieltag der Zweiten Liga.

SC Paderborn - Arminia Bielefeld:

Paderborn, das aus den vergangenen drei Spielen nur einen Zähler holte, blieb in zwei seiner bislang drei Saison-Heimpartien ohne Treffer.

Bielefeld hat alle drei Auswärtsspiele verloren, erzielte dabei aber jeweils ein Tor. (In der Vorsaison: 0:2 und 0:3)

MSV Duisburg - Rot-Weiß Oberhausen:

Duisburg, das zwei seiner vergangenen drei Spiele verloren hat, hat in dieser Saison zu Hause noch eine weiße Weste (drei Siege).

Die seit fünf Spielen ungeschlagenen Oberhausener haben von insgesamt 18 Pflichtspielen in Duisburg nur zwei gewonnen, zuletzt am 5. Mai 2002 (4:1 in der Zweiten Liga). (2:2 und 0:1)

FC Ingolstadt - Karlsruher SC (alle Freitag, 18 Uhr):

Ingolstadt hat fünf seiner sechs Saisonspiele verloren (ein Sieg), davon zwei zu Null. Das bislang einzige Pflichtspiel gegen Karlsruhe in der ersten Runde des DFB-Pokals gewann der FCI im August 2:0.

Der KSC hat in drei Auswärtsspielen insgesamt nur einen Punkt geholt. Mit 13 Gegentreffern stellen die Karlsruher die schwächste Auswärtsabwehr der Liga.

VfL Bochum - SpVgg Greuther Fürth:

Bochum hat die letzten beiden Spiele gewonnen. Beim 1:0 in Düsseldorf blieb der VfL zum ersten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.

Fürth hat von seinen vergangenen sieben Auswärtsspielen (inklusive DFB-Pokal) nur eines verloren (zuletzt 0:2 in Cottbus). Die SpVgg hat in der Zweiten Liga noch nie in Bochum verloren (ein Sieg, zwei Unentschieden).

VfL Osnabrück - Fortuna Düsseldorf (beide Samstag, 13 Uhr):

Der VfL Osnabrück, der beim 0:1 in Oberhausen erstmals in dieser Saison ohne Treffer geblieben ist, hat seine letzten beiden Heimspiele gewonnen.

Düsseldorf hat alle sieben Saisonspiele (inklusive der DFB-Pokal-Pleite beim Drittligisten Koblenz) verloren.

In diesen sieben Spielen hat die Fortuna ganze zwei Tore zustandegebracht: Ein Eigentor von 1860 München und einen 35-Meter-Sonntagsschuss von Wellington.

1860 München - Union Berlin:

1860 München ist seit drei Spielen ungeschlagen. Im heimischen Stadion sind die Münchner bereits seit fünf Spielen unbesiegt.

Die letzte Heim-Niederlage kassierten die Löwen am 4. April beim 1:2 gegen Energie Cottbus. Union hat beim jüngsten 2:0 gegen Duisburg seinen ersten Saisonsieg gefeiert und blieb erstmals in dieser Spielzeit ohne Gegentreffer. (2:0 und 1:1)

FSV Frankfurt - Energie Cottbus:

Nach zuvor zwei Niederlagen kehrte Frankfurt zuletzt mit einem 2:0 in Karlsruhe in die Erfolgsspur zurück. In seinen vergangenen fünf Zweitliga-Heimspielen blieb der FSV nur einmal ohne Gegentor.

Nach neun Pflichtspielen ohne Niederlage (inklusive DFB-Pokal) mussten sich die Cottbuser zuletzt Hertha BSC mit 0:1 geschlagen geben und blieben erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg. (0:0 und 0:3)

Erzgebirge Aue - FC Augsburg (alle Sonntag, 13.30 Uhr):

Die seit drei Spielen unbesiegten Gastgeber blieben in sechs Saisonspielen fünfmal ohne Gegentor.

Mit insgesamt drei Gegentreffern stellt Aue, das seine ersten beiden Heimspiele jeweils 1:0 gewonnen hat, die beste Abwehr der Liga.

Augsburg, das zuletzt zwei Begegnungen in Folge verlor, hat von bislang vier Duellen mit Aue nur eines gewonnen.

Hertha BSC Berlin - Alemannia Aachen (Montag, 20.15 Uhr):

Die in dieser Saison noch ungeschlagenen Herthaner haben ihre ersten drei Heimspiele gewonnen. Die Berliner haben von ihren sieben Zweitliga-Heimspielen gegen Aachen nur eines verloren (zwei Siege, vier Unentschieden).

Aachen hat seine letzten beiden Spiele gewonnen. Beim jüngsten 2:0 gegen Paderborn blieben die Aachener erstmals in dieser Spielzeit ohne Gegentor.

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