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Christian Ziege übernahm am 1. Juli das Traineramt in Bielefeld © getty

Das West-Derby gegen Duisburg ist für die Arminia schon nach einer Viertelstunde gelaufen. Der Schlusslicht-Coach steht vorm Aus.

Bielefeld - Der MSV Duisburg hat Arminia Bielefeld noch tiefer in die Krise gestürzt und die Weiterbeschäftigungschancen für dessen Trainer Christian Ziege massiv verschlechtert.

Die "Zebras" gewannen auf der Alm mit 3:1 (3:0) und verbesserten sich auf den dritten Tabellenplatz.

Die Arminia dagegen, die jetzt bereits seit vier Spieltagen ohne Punktgewinn ist und nach acht Spieltagen erst einen Saisonsieg landen konnte, bleibt Schlusslicht. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Das Spiel war in rekordverdächtiger Zeit praktisch gelaufen, denn die Gäste führten schon nach 15 Minuten mit 3:0.

Eine Viertelstunde reicht quasi

Sefa Yilmaz in der 5. Minute, Srdjan Baljak (9.) und Bruno Soares (15.) stellten die Weichen schnell auf Sieg.

Arne Feicks Anschlusstreffer zum 1:3 (51.) konnte die Bielefelder Niederlage vor 10.260 Zuschauern auch nicht mehr abwenden.

Für die Arminia ist es der schlechteste Saisonstart seit 1987. Damals stiegen die Ostwestfalen aus der Zweiten Liga ab.

"Kann mich nicht auch noch selbst aufstellen"

Damit rückt das Aus für Trainer-Novize Christian Ziege immer näher, der nach der Partie bei SPORT1 restlos bedient war: "Ich komme mir vor wie in dem Film 'Und täglich grüßt das Murmeltier'. Die Mannschaft arbeitet gut, dann kommt sie hier ins Stadion, und nach 15 Minuten ist alles für die Katz."

Die Kritik an der Mannschaft fiel entsprechend harsch aus:

"Wenn die Spieler nicht kapieren, dass sie das auf dem Platz umsetzen müssen, tut es mir leid. Ich kann mich nicht auch noch selbst aufstellen. Wir machen Anfängerfehler."

Ziege: "Luft wird für mich immer dünner"

Einen Lösungsansatz blieb Ziege schuldig: "Es ist sehr enttäuschend. Ich dachte, schlechter wie gegen Paderborn geht es nicht. Aber wir haben es geschafft, noch einen draufzusetzen."

Dass sein Posten nach der abermaligen Pleite heftig wackelt, ließ Ziege ebenso unkommentiert: "Ich denke, man muss kein Prophet sein. Wir haben sieben unserer acht Spiele verloren, dementsprechend wird nun diskutiert."

Er traue sich allerdings "noch immer zu, eine Mannschaft hinzubekommen. Nur muss es das Team umsetzen. Wenn sie es nicht umsetzen, wird die Luft für mich natürlich immer dünner."

Schatzmeister Mamerow tritt zurück

Torhüter Dennis Eilhoff ergänzte: "Wir haben uns vorgenommen, Druck zu machen, doch der Schuss ist nach hinten losgegangen. Die ersten 15 Minuten sind nicht zu entschuldigen."

Ein schlechte Nachricht hatte es für die Bielefelder schon vor dem Spiel gegeben: Schatzmeister Andreas Mamerow gab seinen Rücktritt bekannt.

Aus zeitlichen Gründen und wegen der Erkrankung seines Geschäftspartners sei es ihm nicht mehr möglich, das Amt auszuführen. Mamerow war seit April 2005 Mitglied im Arminia-Präsidium, seit Juni 2009 Schatzmeister und seit Juli 2010 Aufsichtsratsmitglied.

Grlic freut sich

Großer Jubel herrschte dagegen bei den Gästen:

"Wir wollten drei Punkte holen, sonst wäre der Abstand nach oben wieder groß geworden", sagte Duisburgs Ivica Grlic nach der Partie bei SPORT1. "Wir wussten das Bielefeld Alles-oder-Nichts spielen wird."

Die Duisburger hatten in Baljak und Soares ihre stärksten Kräfte. Bei Bielefeld bot nur Feick eine ansprechende Leistung.

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