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Trainer Markus Kauczinski übernimmt wie bereits 2009 erneut den KSC als Interimscoach © getty

Karlsruhes Interimscoach Markus Kauczinski spricht bei SPORT1 über die Abstiegsgefahr und die Partie gegen den VfL Osnabrück.

Von Hardy Heuer

München - Markus Kauczinski ist immer da, wenn es beim Karlsruher SC brennt.

Bereits im August 2009 übernahm der 40-Jährige als Interimscoach für zwei Spiele die Badener.

Seinerzeit beerbte er Edmund Becker, jetzt folgt der Trainer der zweiten Mannschaft des KSC seinem damaligen Nachfolger Markus Schupp, der vor einer Woche gefeuert wurde.

Wie lange Kauczinski diesmal den Job ausüben darf, werden die Erfolge und die Mitgliederversammlung am 17. November zeigen. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Einen ersten Schritt aus dem Keller will der Ex-Bundesligist im Kellerduell beim VfL Osnabrück machen (ab 19.45 Uhr LIVE im TV und ab 20 Uhr im ).

Bei SPORT1 spricht Kauczinski über die Gründe für die Talfahrt und die Aussichten im Abstiegskampf.

SPORT1: Herr Kauczinski, Sie springen nach August 2009 erneut als Interimstrainer beim KSC ein. Was waren Ihre ersten Amtshandlungen?

Markus Kauczinski: Wir haben uns ein Konzept zurechtgelegt und entsprechend trainiert. Wir haben sowohl im Abwehrverhalten als auch in der Offensive Verbesserungsmöglichkeiten, diese Punkte sind wir direkt angegangen und haben keine Zeit verloren. Natürlich ist die Mannschaft etwas verunsichert, deshalb haben wir darüber gesprochen, wie wir in Zukunft auftreten wollen. Diese Schritte waren durchweg sehr positiv.

SPORT1: Ist die Aufgabe dieses Mal komplexer als bei Ihrem ersten "Einspringen" beim KSC vor einem Jahr?

Kauczinski: Es ist natürlich jedes Mal anders, aber schwieriger ist es nicht. Allem zugrunde steht immer eine Analyse, die ermittelt, wo die Mannschaft steht. Die Dinge liegen jetzt ein wenig anders als vor etwa einem Jahr, aber die Herangehensweise hat sich nicht geändert.

SPORT1: Mit 26 Gegentreffern hat der KSC derzeit die schlechteste Defensive der Zweiten Liga. Wie bekommt das Team dort wieder Stabilität?

Kauczinski: Wir trainieren unser Stellungsspiel, taktisches Verhalten und versuchen so, Kleinigkeiten zu verändern. Man kann Stellungsfehler herausradieren und das mannschaftliche Verhalten ändern. Diese Kleinigkeiten ergeben ein großes Bild und daran arbeiten wir täglich.

SPORT1: Wird es personelle Veränderungen in der Abwehr geben?

Kauczinski: Das Personal bleibt unverändert. Ich halte nichts davon, jemanden auf einer Position spielen zu lassen, die er eigentlich nicht kann. Bisher hat noch keiner riesige Bäume ausgerissen, meine Entscheidung wird sich aus den Trainingseindrücken ergeben.

SPORT1: Junge Spieler wie Matthias Zimmermann oder Lukas Rupp müssen in die Bresche springen. Sie kennen diese Akteure sehr gut. Werden noch weitere Talente nachrücken?

Kauczinski: Das Alter spielt keine Rolle. Für mich zählt nur, ob die Leistung momentan reicht. Wir haben aktuell junge Spieler, die nicht so voll da sind, wie ich mir das vorstelle, und die werden dann auch nicht spielen. Es hat nichts mit 'Jugend forscht' zu tun, sondern mit 'Leistung gesucht'. Ich habe einen bunten Strauß an Möglichkeiten von jungen und alten Spielern. Es geht knallhart nach Leistung.

SPORT1: Welche erfahrenen Spieler zeigen momentan nicht die Leistung, die Sie erwarten?

Kauczinski: Da gibt es einige. Es ist nicht nur ein mannschaftliches Problem, sondern teilweise auch ein individuelles Problem. Man muss keine Namen nennen, weil die Mannschaft insgesamt noch nicht überzeugt hat.

SPORT1: Steckt der KSC nach zehn Spieltagen und dem 16. Tabellenplatz bereits offiziell im Abstiegskampf?

Kauczinski: Es ist bereits ein Drittel der Saison vergangen, daher ist es jedenfalls eine Tendenz. Uns jetzt etwas vorzumachen, wäre reine Träumerei und eine Augenwischerei. Man muss sich den Dingen stellen und die letzten Spiele haben gezeigt, dass man von nichts anderem reden muss als vom Klassenerhalt.

SPORT1: Was erwarten Sie von der Partie gegen Osnabrück, das zwei Punkte vor dem KSC steht?

Kauczinski: Es wird ein enges und hartes Spiel. Osnabrück ist zuhause lauf- und kampfstark und spielt taktisch sehr kompakt. Wir werden mit den gleichen Mitteln dagegenhalten, aber wir werden uns steigern müssen und anders dort auftreten, um etwas zu holen. Wir müssen an das glauben, was wir können und die Ergebnisse des Trainings auf dem Platz umsetzen.

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