vergrößernverkleinern
Adrian Ramos wechselte 2009 nach Berlin und erzielte bisher in 40 Partien 14 Ligatore © getty

Hertha will wie angekündigt die Sperre ihres Stürmers nicht akzeptieren. Der Kolumbianer ist jedoch nicht die einzige Baustelle.

Von Jakob Gajdzik

München - Das Nachbeben ist noch zu spüren. Das 0:1 in Paderborn hat bei der Hertha tiefe Spuren hinterlassen. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Nicht nur, dass die Berliner zum ersten Mal in dieser Saison den Rasen ohne Punkte verlassen hatten.

Besonders der Platzverweis gegen Adrian Ramos vor dem Paderborner Elfmeter zum Endstand war - und ist - der große Aufreger in der Hauptstadt.

Der Kolumbianer erwischte Paderborns Sven Gonther im Luftduell und sah von Schiedsrichter Christian Leicher die höchst umstrittene Rote Karte.

Selbst das "Opfer" sprach hinterher von einer zu harten Entscheidung.

Schiedsrichter erregt die Berliner Gemüter

Spieler wie Verantwortliche der Berliner waren stinksauer.

"Ein dubioser Pfiff. Der Mann ist ganz stark daran beteiligt, dass wir verloren haben. Er hat 90 Minuten seine Linie durchgezogen. Immer gegen uns", schimpfte Trainer Markus Babbel.

Für Aufregung sorgt zudem eine Aussage von Berlins Mittelfeldspieler Fanol Perdedaj, der laut "BZ" nach dem Elfmeterpfiff Leicher fragte: "Was pfeifst du für einen Mist?".

Dieser soll geantwortet haben: "Ich mach's wieder gut."

Die Hertha fühlt sich also in doppelter Weise verschaukelt.

Preetz akzeptiert DFB-Urteil nicht

Der DFB sperrte Ramos am Dienstag für ein Spiel, das Minimum für eine Rote Karte.

Manager Hertha-Manager Michael Preetz will das Urteil wie zuvor schon angekündigt jedoch nicht akzeptieren und legte postwendend Einspruch ein.

"Adrian Ramos hat definitiv nichts getan, was eine Rote Karte in irgendeiner Form gerechtfertigt hätte", erklärte Preetz.

Neben dem Spielbericht von Schiedsrichter Leicher und den Aussagen Perdedajs wird sich der DFB nun also auch mit dem Berliner Einspruch befassen müssen.

Der Trend zeigt nach unten

Die Aufregung um den Schiedsrichter kann jedoch nicht verschleiern, dass die Berliner auch bereits vor der unglücklichen Entscheidung in Rückstand hätten geraten können.

Nach einem bärenstarken Start in die Saison zeigt die Kurve der Hauptstädter nach dem Pokal-Aus beim Drittligisten TuS Koblenz und der ersten Liga-Pleite leicht nach unten.

Zwar gewannen die Berliner zwischen den beiden Partien gegen den FC Ingolstadt (3:1), benötigten beim Sieg gegen das Kellerkind jedoch auch eine gewisse Anlaufzeit und konnten sich zudem auf die individuelle Klasse eines Raffael oder Ramos verlassen.

Torblockade bei Rob Friend

Ein weiteres Problem: Mit Rob Friend leidet der eigentliche Berliner Torjäger unter Ladehemmung.

Der letzte Treffer gelang dem Kanadier am 6. Spieltag beim 1:0-Sieg gegen Energie Cottbus.

Der 29-Jährige hat noch immer nicht so Recht seine Rolle als alleinige Sturmspitze angenommen.

Aufschluss ob der momentanen Form des Tabellenführers wird die Partie am Montag gegen Mit-Absteiger VfL Bochum geben.

Bis dahin wird auch feststehen, ob die Berliner dabei wieder auf Ramos zurückgreifen können.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel