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Erik Jendrisek (r.) ist fünf mit Treffern bester Lauterer Schütze © getty

Zum Auftakt des 12. Spieltags sind die drei Letzten der Zweiten Liga gegen Traditionsklubs gefordert, die in Richtung Aufstieg schielen.

Von Michael Schulz

München - Alles andere als leichte Aufgaben haben die drei abstiegsgefährdeten Zweitligisten FSV Frankfurt, SV Wehen Wiesbaden und TuS Koblenz.

Besonders hart trifft es den Vorletzten aus Wehen.

Die Hessen empfangen am Freitag (ab 17.45 Uhr LIVE) den Zweiten 1. FC Kaiserslautern.

Mit einem Sieg können die "Roten Teufel" bis Sonntag wieder die Tabellenspitze übernehmen.

Im Vorfeld sorgen allerdings Gedanken über eine Umbenennung des Fritz-Walters-Stadions für Unruhe in der Pfalz.

"Aus wirtschaftlichen Gründen"

"Es könnte sein, dass wir das aus wirtschaftlichen Gründen machen müssen", sagte Vorstandschef Stefan Kuntz dem "Mannheimer Morgen".

Möglicherweise werde daher ein Namenssponsor für die nach dem FCK-Idol benannte Arena für die nächste Saison gesucht.

"Wir werden dem Andenken von Fritz Walter aber auf jeden Fall Rechnung tragen", so Kuntz weiter.

Das Stadion auf dem Betzenberg war 1985 anlässlich des 65. Geburtstages des ehemaligen Lauterer Kapitäns und DFB-Ehrenspielführers Fritz Walter umbenannt worden.

Sasic verspricht Angriffsfußball

Allerdings hat das Team von Trainer Milan Sasic die letzten zwei Auswärtsspiele in Oberhausen (1:2) und Koblenz (0:5) verloren. "In Oberhausen haben wir uns einschläfern lassen. Das wird sich nicht wiederholen", sagt Sasic.

Optimistisch stimmen den Lauterer Coach die gute Offensivleistung seiner Mannschaft. Mit 22 Toren haben die Pfälzer den drittbesten Sturm der Liga hinter Greuther Fürth (25) und Tabellenführer FSV Mainz (23).

"Wir brauchen die Power", erklärt Sasic und verspricht auch in der Brita-Arena Angriffsfußball.

Gesunde Härte und Frische

Zuletzt blieb Kaiserslautern zwar zum zweiten Mal daheim in Folge ohne Gegentor, doch dass 0:0 gegen 1860 München war die erste Dämpfer nach neun Heimsiegen in Serie.

"Wir müssen versuchen, die Unzufriedenheit darüber zu verdrängen", sagte der 50-Jährige: "Es geht darum, mit gesunder Härte in Ballbesitz zu kommen und schnell zu spielen."

Allerdings warnt Sasic: "Unser Gegner ist im Aufwind und hatte drei Tage länger Pause. Die Frage wird sein: Wie frisch werden wir sein?"

Wehen setzt auf Leidenschaft und Kampfgeist

Wehen Wiesbaden holte aus den vergangenen vier Spielen fünf Punkte. zuletzt ein 0:0 in Fürth.

"Das Unentschieden hat uns gut getan, aber wir müssen weiter punkten", fordert Trainer Christian Hock.

Anders als der Gegner stellt der Vorletzte mit neun Toren den schwächsten Angriff und mit 22 Gegentreffern die löchrigste Abwehr.

Werte, die Hock gegen Kaiserslautern nicht interessieren. "Wenn wir mit der gleichen Leidenschaft und Kampfgeist wie im letzten Spiel auftreten, werden wir etwas holen", erklärt der 38-Jährige.

Im letzten Jahr trafen beide Teams erstmals aufeinander, jeweils mit 2:0 gewann das Gästeteam.

Sport1.de fasst die Fakten der weiteren Freitagsspiele zusammen.

Aachen - Koblenz

Die Alemannia kann mit einem Sieg gegen den Drittletzten auf den dritten Platz klettern. "Das ist ganz klar unser Ziel: Wir wollen die drei Punkte hierbehalten", fordert Aachens Coach Jürgen Seeberger.

Der 43-Jährige hat aber ein Problem: In dieser Saison feierte er mit den Aachener noch keine zwei Siege hintereinander.

Dies wäre aber nach dem 3:0 bei Aufsteiger Frankfurt aber dringend nötig. Dass es seiner Mannschaft an Beständigkeit fehlt, beantwortet Seeberger mit einem Wortspiel: "Kann nicht sein, ich komme doch aus Konstanz."

Wiedergutmachung für Heimpleite

Zudem ist Aachen auf Wiedergutmachung für die Fans aus, denn beim 0:2 gegen Rot Weiss Ahlen kassierte die Alemannia die erste Heimniederlage dieser Saison.

"Wir müssen schauen, dass wir Punkte reinbringen", mahnte Torjäger Benjamin Auer (7 Treffer): "Sonst stecken wir irgendwann fest im Mittelfeld."

TuS ist noch ohne Auswärtssieg

Zähler in der Fremde sind für die Koblenzer in dieser Spielzeit dünn gesät: Erst ein 0:0 in Frankfurt steht auf der Habenseite. Ein Auswärtssieg fehlt, aber dieses Problem haben acht weitere Konkurrenten auch.

Ein schwacher Trost für Uwe Rapolder. "Es geht nicht, dass wir zu Hause dominant auftreten, um dann auswärts ängstlich zu sein", ärgert sich der TuS-Coach angesichts von 18 Heimspielen ohne Niederlage.

Den letzten Dreier feierte Koblenz im Saisonfinale der vergangenen Saison: ein 3:1 in Aachen.

Nürnberg - FSV Frankfurt

Im letzten Jahr spielte der Club noch in der Bundesliga, nun müssen die Franken aufpassen, nicht in die Dritte Liga durchgereicht zu werden. Nach vier Spielen ohne Niederlage (acht Punkte) unterlag der aktuelle Zwölfte zuletzt 0:1 beim Vierten FC St. Pauli.

"Wir haben ein Problem mit der Chancenverwertung und im offensiven Mittelfeld", sagt Trainer Michael Oenning, dem gegen die Hessen ausgerechnet Marek Mintal (Rotsperre) fehlt.

Dennoch wird der 43-Jährige seine Mannschaft "sehr, sehr offensiv" ausrichten, denn "wir sind in der Bringschuld und brauchen Ergebnisse".

Oral optimistisch

Mit einem Lauf der Nürnberger rechnet auch Bernd Reisig, aber "hoffentlich nicht ab Freitag". Für den FSV-Manager hat der Club den "stärksten Kader der Liga".

Die Historie bemühen derzeit die Hessen, denn sie wollen Wiedergutmachung für das verlorene Endspiel 1925 (!) um die Deutsche Meisterschaft (0:1) und auch für die schwarze Serie an der Noris. Dort haben die Hessen noch nie gewonnen, unterlagen beim letzten Aufeinandertreffen im November 1994 mit 1:3.

Auswärts holte der Aufsteiger erst einen Punkt (2:2 in Augsburg).

"Die Lage ist sehr ernst", erklärt Trainer Tomas Oral: "Doch wir haben genug Potenzial und können mit einem Lauf, vier bis fünf Mannschaften hinter uns lassen."

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