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Unter Druck: Frank Pagelsdorf (l.), Michael Oenning (M.) und Rudi Bommer © getty

Der Wiederaufstieg war das Ziel der Bundesliga-Absteiger Rostock, Nürnberg und Duisburg. Doch die Realität ist graues Mittelmaß.

Von Tobias Schröter

München - Alle drei hatten sie hohe Ansprüche. Ganz oben wollten sie stehen, direkt nach dem Abstieg den Wiederaufstieg schaffen.

Doch nach einem Drittel der Zweitliga-Saison sieht die Wirklichkeit für Hansa Rostock, den 1. FC Nürnberg und den MSV Duisburg ganz anders aus:

Die Bundesliga-Absteiger belegen die Plätze elf, zwölf und neun.

Dieser krasse Gegensatz zieht die Stimmung bei den Traditionsklubs nach unten, wirft unangenehme Fragen auf und bringt die Trainer langsam aber sicher in Bedrängnis.

Pagelsdorf vor dem Aus?

Allen voran Frank Pagelsdorf ist schwer unter Druck geraten.

Dabei schien bei der Hansa vor zwei Wochen noch alles in Ordnung: Mit 9:0 fertigten die Rostocker den TuS Koblenz hab, das durchwachsene Auslaufen der Hansa-Kogge in dieser Saison schien vergessen.

Danach ging es jedoch wieder abwärts: Aus den letzten drei Spielen gegen Fürth (1:2), in Frankfurt (0:0) und Oberhausen (0:1) holte das Team nur einen Punkt.

Sondersitzung ohne den Trainer

Entsprechend kamen Vorstand und Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen. Ohne den Trainer! Ein Ultimatum oder gar der Rauswurf von Pagelsdorf wurden dabei zwar nicht besprochen, echte Rückendeckung sieht jedoch anders aus.

"Es ist ein wegweisendes Spiel. Niemand ist unantastbar, auch der Trainer muss sich Kritik anhören. Wenn der sportliche Erfolg nicht da ist, wird alles hinterfragt", sagte Hansa-Vorstandschef Dirk Grabow.

Pagelsdorf gab sich dagegen gelassen: "Ich habe mir noch nie Sorgen um meinen Job gemacht. Ich erwarte aber, dass es von der Mannschaft eine Reaktion geben wird."

Auch Club kommt nicht vorwärts

Fester im Sattel sitzt derzeit noch Michael Oenning in Nürnberg, hat er doch erst vor wenigen Wochen den entlassenen Thomas von Heesen beerbt.

Aber auch unter dem neuen Mann sind die Ergebnisse unbefriedigend: Ehemalige Leistungsträger spielen schwach, mit nur 13 Toren hat der Club zudem die viertschlechteste Offensive der Liga ? seit Wochen kommt das Team nicht vom Fleck.

Vor dem Freitags-Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (ab 17.45 Uhr LIVE) werden die Forderungen von Oenning daher deutlicher:

"Wir müssen endlich eine Serie starten. Sonst müssen wir uns in der Winterpause nach Verstärkungen für alle Mannschaftsteile umschauen", sagte der Coach dem "kicker", setzte den Kader somit unter Leistungsdruck.

"Punkteausbeute zum Totlachen"

Deutlich sind auch die Aussagen in Duisburg, wo trotz eines zumindest einstelligen Tabellenplatzes und "nur" drei Zählern Rückstand auf Rang drei keinesfalls eitel Sonnenschein herrscht.

Ähnlich wie Hansa hatte der MSV mit Coach Rudi Bommer zuletzt vor zwei Wochen einen starken Auftritt, als Ingolstadt mit 6:1 geschlagen wurde. Seitdem lösen drei Spiele ohne Sieg (zwei Unentschieden, eine Niederlage) - allen voran die gruselige Vorstellung beim Glücks-1:1 in Koblenz - regelmäßig "Bommer raus"-Rufe aus.

Auch die Unruhe um Torwart Tom Starke, der öffentlich seine Nichtberücksichtigung beklagte, förderte nicht gerade das Betriebsklima. MSV-Boss Walter Hellmich reagiert mittlerweile ungeduldig: "Unsere Punktausbeute bisher ist zum Totlachen", poltert er in der "Bild".

Hellmich fordert zwölf Punkte

Bommer hat trotz der Anfeindungen von Seiten der Fans weiter seine Rückendeckung, trotzdem will Hellmich schnell Besserung sehen

"Wir müssen aggressiver werden und besser Fußball spielen", verlangt er und fordert aus den verbleibenden sechs Spielen - angefangen am Sonntag gegen Ahlen - mindestens zwölf Punkte.

Sechs Gelegenheiten haben auch die anderen Mit-Absteiger noch, um die große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bis zur Winterpause zumindest etwas zu schließen.

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