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Friedhelm Funkel stieg in der letzten Saison mit der Hertha ab © getty

Für Bochums Trainer ist das Spiel in Berlin aus persönlichen Gründen kein einfaches. Babbel nimmt sein Team in die Pflicht.

Von Christian Paschwitz

München - Zu Saisonbeginn wurden beide Teams als heißeste Aufstiegsaspiranten gehandelt:

Am Montag treffen Hertha BSC und der VfL Bochum (ab 19.45 Uhr LIVE im TV und im LIVE-TICKER) nun erstmals direkt aufeinander.

Und für beide Teams ist es ein Schlüsselspiel.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Für die Berliner, weil durch die erste Saison-Pleite (0:1 gegen Paderborn) sowohl die Tabellenspitze als auch der Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren gegangen ist.

Für den Revier-Klub, weil die Aufstiegsränge bereits neun Punkte entfernt liegen.

Dessen Trainer Friedhelm Funkel dürfte der Partie aber auch aus persönlichen Gründen mehr als jeder anderen entgegenblicken.

Frostiges Wiedersehen für Funkel

Schließlich hatte der 56-Jährige bis Mai noch bei der Hertha das Sagen gehabt, ehe sich nach dem Abstieg die Wege trennten.

Was Funkel dabei heute noch anhaftet, ist der zweifelhafte Ruf, dem Absturz der "alten Dame" zu emotionslos und mutlos begegnet zu sein, um ihn ernsthaft zu verhindern.

"Das Grauen kehrt zurück", schrieb der "Berliner Kurier" dieser Tage dazu wenig schmeichelhaft mit Blick auf das Wiedersehen.

"Job beim VfL einer der schwersten"

Auch in Bochum läuft es für Funkel bisher keineswegs rund, es fehlt nach wie vor die Konstanz.

"Der Job beim VfL ist einer der schwersten, die ich je angenommen habe", stöhnte Funkel kürzlich gegenüber der "Bild".

Die aktuelle Spieltags-Aufgabe in Berlin ist ebenso keine einfache.

Babbel fehlt die Gier

Schließlich hat Markus Babbel nach dem Debüt-Ausrutscher in der Liga und dem Pokal-Aus (1:2 in Koblenz) die Zügel angezogen und wird sein Team entsprechend motiviert einstellen.

"Wir müssen gieriger und hartnäckiger werden", motzte der Funkel-Nachfolger im "kicker".

Und weiter: "Wenn wir nachlässiger werden, kriegen wir Probleme."

Hertha bisher sieglos in den Zweitliga-Duellen

Wiedergutmachung soll her.

Dass die Berliner von den insgesamt vier Zweitliga-Duellen mit Bochum bisher kein einziges siegreich gestalteten, ist Babbel ohnehin egal.

Genauso wie die in der Bundeshauptstadt diskutierte System-Frage:

"Es ist denkbar, dass wir jetzt das 4-2-3-1 beibehalten", sagt er, beklagt aber grundsätzlich, dass sich sein Team zuletzt den Schneid abkaufen ließ: "Das ist keine System-Frage."

Wie geht's mit Friend weiter?

Personell könnte die Hertha dagegen sehr wohl Veränderungen vornehmen.

1,8 Millionen-Euro-Zugang Rob Friend ist bereits seit 368 Minuten torlos - und wurde von Babbel in den jüngsten drei Liga-Spielen jeweils vor der 70. Minute ausgewechselt.

Gut möglich insofern, dass der 18-jährige Sturm-Joker Michel Lasogga eine Einsatzchance von Beginn an bekommt.

Chong Teses Ausfall wiegt schwer

Die Bochumer wiederum trifft vor allem der Ausfall von Chong Tese schwer:

Der Nordkoreaner, zuletzt ohnehin nie schmerzfrei und nur unter Medikamenten-Einnahme spielfähig, muss demnächst am Außenmeniskus operiert werden und kann die Hinrunde wahrscheinlich abhaken.

Die Offensiv-Kollegen Mahir Saglik und Zlatko Dedic suchen derweil noch immer ihre Form.

Johansson blüht auf

Fröhlich stimmt Funkel allerdings der wiedererstarkte Mittelfeld-Mann Andreas Johansson, im Sommer eigentlich schon abgeschrieben.

"Er hat sein Chance genutzt", so der Coach. "Gut möglich, dass er auch in Berlin erste Wahl ist."

Dort, wo man Funkel auch jetzt keine zweite Chance mehr geben will - auch nicht auf einen Punkt.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Hertha: Aerts - Lell, Hubnik, Neumann, Kobiashvili - Niemeyer - Rukavytsya, Domovchiyski, Raffael, Ronny - Friend

Bochum: Luthe ? Concha, Maltritz, Mavraj, Kopplin ? Johansson, Dabrowski ? Freier, Federico, Dedic - Saglik

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