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Ewald Lienen (r., mit Torwart Eilhoff) begann seine Profi-Laufbahn als Spieler in Bielefeld © imago

Bielefelds Trainer Ewald Lienen spricht im SPORT1-Interview über den Abstiegskampf und das Spiel in Oberhausen

Von Thorsten Mesch

München - Es scheint, als hätte Ewald Lienen das Glück zu Arminia Bielefeld zurückgebracht.

Im ersten Spiel nach der Entlassung Christian Zieges lag der DSC zu Hause gegen Osnabrück zurück, doch durch zwei Eigentore des VfL drehte sich die Partie zugunsten der aufopferungsvoll kämpfenden Arminia.

Lienen sprach nach Abpfiff von "einem hoch emotionalen Spiel" und einem "ersten Schritt" seines neuen Klubs.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Allerdings steckt die Arminia mit sieben Punkten weiter tief im Tabellenkeller.

Am Freitag müssen die Ostwestfalen in Oberhausen (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) weiter punkten, um den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen wieder herzustellen.

Im SPORT1-Interview spricht Lienen über seine Aufgabe bei der Arminia, die Chancen der Bielefelder im Abstiegskampf und mögliche Verstärkungen in der Winterpause.

SPORT1: Herr Lienen, glauben Sie, dass der Sieg gegen Osnabrück neue Kräfte, physisch wie psychisch, freisetzen wird?

Ewald Lienen: Zunächst einmal hat der Sieg allen - den Spielern, dem Trainerteam, den Fans und dem kompletten sonstigen Arminia-Umfeld ? sehr gut getan. Die Spieler haben sich für ihren Einsatz und ihre Leistung belohnt und damit sicherlich eine Menge Selbstvertrauen getankt. Aber es ist auch klar, dass sie nun keinen Millimeter nachgeben dürfen. Sie müssen in den nächsten Spielen mindestens das gleiche wieder abrufen, um weiter erfolgreich zu sein. Der Weg ist das Ziel ? und der Weg zum Erfolg besteht aus einer Menge harter Arbeit, Leidenschaft und Konzentration.

SPORT1: Dennis Eilhoff hat nach dem Spiel gesagt, Sie hätten der Mannschaft "Mut und Siegeswillen eingehaucht". Wie genau haben Sie das gemacht und waren Mut und Willen denn schon völlig verschunden?

Lienen: Ich habe bei meinem Amtsantritt hier in Bielefeld keinesfalls eine mut- oder willenlose Mannschaft vorgefunden. Fakt ist, dass wir vom ersten Tag an sehr viel mit der Mannschaft gearbeitet haben, sowohl auf dem Platz als auch in Einzelgesprächen. Aber sicher werde ich jetzt nicht öffentlich en detail unsere Arbeit und Vorgehensweise beschreiben (lacht).

SPORT1: Sie lassen hart und lange trainieren. Wo liegen die Defizite? Worauf legen Sie momentan den Schwerpunkt in der Arbeit auf dem Platz? Oder ist die "Kopfarbeit" mindestens genauso wichtig?

Lienen: Es geht immer darum, die Spieler einzeln und natürlich auch im Mannschaftsverbund sukzessive zu verbessern. Dabei ist sowohl die tägliche Arbeit auf dem Platz als auch der mentale Aspekt wichtig.

SPORT1: Mit einem Sieg in Oberhausen könnte Bielefeld am Freitag die Abstiegsplätze vorerst verlassen. Was ist bis zur Winterpause möglich?

Lienen: Möglich sind bei noch ausstehenden fünf Spielen 15 Punkte (lacht). Was realistisch ist, muss man sehen. Wenn man sieht, wo wir tabellarisch stehen, dann bedarf es sicher keiner höheren Mathematik. Man erkennt, dass wir bis zum Ende der Hinrunde noch einige Punkte brauchen, um uns eine seriöse Ausgangsbasis für die Rückrunde zu verschaffen.

SPORT1: Sind Verstärkungen geplant oder angesichts der finanziellen Möglichkeiten kaum zu realisieren?

Lienen: Wir haben uns bereits kurzfristig mit Christian Müller verstärkt. Mit dem derzeitigen Kader müssen wir ? wie schon erwähnt - zunächst einmal möglichst viel punkten bis Weihnachten. Wenn das Transferfenster im Winter wieder öffnet, werden wir schauen, ob und auf welchen Positionen wir uns weiter verstärken wollen und was finanziell möglich ist. Zudem werden im Laufe der Rückrunde ja auch noch einige Langzeitverletzte zurückkehren.

SPORT1: Sie haben einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich im Fall des Klassenerhalts verlängert. Wie wichtig wäre es, mit einem langfristigen Engagement die zuletzt vermisste Kontinuität und Stabilität in den Verein zu bringen?

Lienen: Das ist der Wunsch aller Arminen und natürlich auch meiner. Es ist ein äußerst reizvolles und lohnenswertes Ziel und eine Verpflichtung aller Verantwortlichen, die "Marke Arminia" mit allem, was dazu gehört, wieder nach vorne zu bringen. Arminia ist für mich eine Herzensangelegenheit.

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