vergrößernverkleinern
Robert Schäfer ist der siebte Geschäftsführer der "Löwen" in den vergangenen sechs Jahren © imago

Drohende Insolvenz und sportliche Stagnation. Der neue "Löwen"-Geschäftsfüher Robert Schäfer soll den Klub endlich sanieren.

München - Nach turbulenten Wochen mit drohender Insolvenz, Punktabzug und einem Geschäftsführerwechsel glaubt Zweitligist 1860 München an seine Rettung.

"Es gibt einen Sanierungsplan - und wenn der Plan funktioniert, dann gibt es keine Insolvenz", sagt der neue Geschäftsführer Robert Schäfer.

Der Mann, der die Löwen wieder auf Kurs bringen soll, behauptet, man sei in den vergangenen Tagen schon "ein ganzes Stück weitergekommen".

Der Jurist aus Braunschweig ist seit vergangener Woche im Amt, als Nachfolger von Robert Niemann, der nach nur 106 Tagen hingeworfen hatte.

"Vor ihm liegt eine Höllenarbeit", sagte Vizepräsident Franz Maget bei Schäfers Vorstellung.

Schäfer sieht "viel Potenzial"

Seitdem hat der 34-Jährige bei Sponsoren und Bankpartnern vorgesprochen, sich Münchner Unternehmen vorgestellt, Gespräche mit der Belegschaft auf der Geschäftsstelle und der Mannschaft geführt.

Schäfer kennt den TSV 1860 und seine Probleme, er arbeitete bereits fünf Jahre lang für den Vermarkter IMG bei den Löwen.

"Wir haben sehr viel Potenzial. Man kann viele Kleinigkeiten relativ schnell anders machen", sagt Schäfer.

Samstag Delegiertenversammlung

Vor der Delegiertenversammlung am Samstag, bei der das Präsidium im Amt bestätigt werden muss, spricht sich Schäfer für den amtierenden Präsidenten aus:

"Mit Rainer Beeck sind Ruhe und Professionalität in die Gremien eingekehrt, wie wir es vorher nicht hatten. Bei uns gibt es keinen Präsidentschaftswahlkampf."

Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, Vizepräsident und Schatzmeister Dieter Schneider stehe als Beecks Nachfolger bereit. Der 63-Jährige stritt dies aber ab.

Transfererlöse und Zuschauereinnahmen überlebenswichtig

Dennoch gilt Schneider als neuer starker Mann im Verein, weil er die Löwen Ende Oktober mit privatem Geld und Verhandlungsgeschick vor der Insolvenz bewahrt hatte.

Um eine Zahlungsunfähigkeit auch in Zukunft abwenden zu können, sind die Löwen auf Transfererlöse und Zuschauereinnahmen angewiesen.

"Die Reduzierung des Kaders ist ein Baustein in unserem Sanierungskonzept. Wir müssen im Winter Transfergeld generieren - und zwar ohne Substanzverlust", sagt Sportdirektor Miroslav Stevic.

Lauth und Bierofka stellen Verbleib in Aussicht

Trainer Reiner Maurer bestätigte im "kicker", dass Spieler wie Benny Lauth und Daniel Bierofka bereit wären, "mit finanziellen Zugeständnissen hierzubleiben".

Wenige Tage nach Dienstantritt präsentierte Robert Schäfer bereits die erste Neuerung:

Ein Mail-Postfach für unzufriedene Fans, die Wünsche und Kritik an den neuen Geschäftsführer des TSV 1860 senden wollen.

Allein in den ersten zehn Stunden nach der Freischaltung des Postfachs kamen 280 Mails. "Wir werden alles abarbeiten. Es waren einige gute Ideen dabei", berichtet Schäfer.

Zehn Spiele ungeschlagen

Obwohl 1860 in der Zweiten Liga seit zehn Spielen ungeschlagen ist, belegt die Mannschaft nur Platz acht.

Trotzdem kamen zum letzen Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (3:3) nur 17.100 Zuschauer - das ist Saison-Minusrekord.

"Wir arbeiten massiv daran, dass wieder mehr Zuschauer ins Stadion kommen", sagt Schneider.

Zukunft liegt in der Allianz-Arena

Schäfer betont, dass er die Zukunft der Löwen in der Allianz Arena sieht:

"Ich kann verstehen, wenn die Fans emotional sagen, sie wollen ins Grünwalder Stadion. Aber ich muss das mit der Realität abgleichen. Die Arena ist der Ort für 1860, wo wir gesunden müssen."

Positive Nachrichten gibt es von einem, der gar nicht mehr bei den "Löwen" unter Vertrag steht.

Ex-Mittelfeldspieler Savio Nsereko, der wegen familiärer Schwierigkeiten eineinhalb Monate verschwunden und aufgrund dessen gekündigt wurde, ist wieder in München aufgetaucht.

Allerdings nicht auf dem Platz, sondern im Münchner Nachtleben.

Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel