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Markus Babbel hat in 16 Spielen als Hertha-Trainer im Schnitt zwei Punkte geholt © getty

Der Hertha-Coach mag die "Löwen" nicht und braucht einen Erfolg. 1860 hofft, dass sich der Gehalts-Ärger nicht auswirkt.

Von Marcus Giebel

München - Für Markus Babbel ist das Gastspiel mit Hertha BSC bei 1860 München (So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) auch eine persönliche Angelegenheit.

"1860, die mag ich nicht", betont der Coach vor dem Gastspiel in der Stadt, in der er viele Jahre seiner Karriere verbracht hat - im Trikot des FC Bayern.

Deshalb sagt der 41-Jährige: "Ich bin bei den 'Roten' groß geworden. Da gab es früher schon in der Jugend Vorfälle in Derbys, die prägen."

Nicht nur deshalb wird er alles dafür tun, um den "Löwen" die erste Heimniederlage beizubringen. Ein Taktik-Wechsel zur Doppel-Spitze ist angedacht. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Gehalts-Turbulenzen bei den "Löwen"

Denn nach drei Pleiten in den vergangenen vier Spielen braucht der große Aufstiegs-Favorit dringend wieder ein Erfolgserlebnis - aktuell liegt Hertha nur auf Rang fünf.

Für 1860-Trainer Reiner Maurer nur eine Momentaufnahme: "Es ist eher so, dass in dieser Saison andere Mannschaften bisher über ihre Verhältnisse gepunktet haben, deswegen liegt die Spitze auch so eng zusammen."

Die Münchner haben - wie so oft - eine turbulente Woche hinter sich: Geschäftsführer Robert Schäfer will zur Sanierung der angeschlagenen Finanzen allen Klubangestellten mit einem Monatsverdienst von über 1500 Euro das Gehalt um zehn Prozent kürzen - Spieler und Trainer inbegriffen.

Nicht jeder scheint mitzumachen

Nachdem es zunächst schien, als würden alle Spieler dabei mitmachen, gibt es nun Meldungen, dass Einzelne ausscheren.

"Ist ja ganz klar, dass keiner gerne auf Gehalt verzichtet", äußerte Maurer - der die Kürzung selbst hinnimmt - Verständnis: "In ihren wenigen Profijahren wollen die Spieler halt möglichst viel verdienen. Ich denke, das ist ganz legal."

Jeder Spieler hat für sich die Wahl, die Gehaltskürzung abzulehnen - auf die Gefahr hin, sich die Wut der öffentlichen Meinung einzuhandeln, wenn seine Weigerung publik wird.

Rakic von Anfang an?

Maurer hofft, dass das Gehalts-Thema nicht auf die Leistung seiner Schützlinge abstrahlt: "Wir müssen das Beste für den Verein und die Zuschauer leisten." Dabei sollen auch die beiden Ex-Herthaner Gabor Kiraly und Alexander Ludwig helfen.

Djordje Rakic könnte in die Startelf rücken, der Einsatz von Stefan Bell ist wegen Adduktorenproblemen fraglich.

Wesentlich größere Personalsorgen bringen die Gäste mit. Neben einer Hand voll Langzeitverletzter muss auch Sebastian Neumann (Mittelfußprellung) passen.

Babbel: Vertrauen in Lustenberger

Raffael laboriert an einer Wadenzerrung und wird wohl ebenfalls ausfallen. Auch das Mitwirken vom gebürtigen Münchner Christian Lell ist gefährdet. Der Vize-Kapitän laboriert an einem leichten grippalen Infekt.

Immerhin einen Lichblick gibt es: Fabian Lustenberger steht nach einer überstandenen Verletzungsserie vor seinem Saisondebüt für die Hertha-Profis.

"Ich denke Fabian hat gute Chancen in das Team zu rutschen. Er kann auch die Position in der Abwehr bekleiden. Das hat er schon bewiesen, und ich habe Vertrauen zu ihm", sagt Babbel.

SPORT1 hat die Fakten zum 15. Spieltag:

Sonntag

1860 München - Hertha BSC

Die seit neun Liga-Heimspielen ungeschlagenen Münchner blieben zuletzt dreimal sieglos (zwei Unentschieden, eine Niederlage).

Die bisher ausgetragenen vier Zweitliga-Duelle mit den Berlinern gewannen die "Löwen" jeweils mit 1:0. Hertha BSC musste zuletzt zwei 0:2-Niederlagen hinnehmen.

Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt

Beim jüngsten 0:6 in Cottbus kassierte Aue nicht nur die erste Niederlage nach zuvor zehn Partien ohne Niederlage, sondern auch die höchste Pleite im Profi-Fußball.

Im heimischen Stadion feierten die Erzgebirgler zuletzt zehn Liga-Siege in Serie. Ingolstadt hat mit zwei Siegen in Folge den Anschluss an die Nichtabstiegsränge geschafft.

Fortuna Düsseldorf - Karlsruher SC

(alle So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Düsseldorf hat seine vergangenen drei Heimspiele ohne Gegentor gewonnen. Beim KSC feierte der neue Trainer Uwe Rapolder mit dem 4:0 gegen Oberhausen einen perfekten Einstand.

Auswärts sind die Karlsruher in dieser Saison noch sieglos (drei Unentschieden, vier Niederlagen).

Montag

Union Berlin - VfL Bochum

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Union ist seit fünf Heimspielen unbesiegt. Die Berliner haben ihre beiden bisherigen Heim-Duelle gegen Bochum jeweils mit 1:0 gewonnen.

Die Bochumer verloren ihre beiden letzten Auswärtsspiele.

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