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Matias Concha kam 2007 von Djurgardens IF nach Bochum © getty

Der Bochumer muss mindestens vier Monate pausieren. Younga-Mouhani zofft sich mit einem Bochumer Coach - und entschuldigt sich.

München/Berlin - Es war ein weiterer Schritt aus der sportlichen Krise.

Doch die Szene in der 50. Spielminute vermieste dem VfL Bochum die Freude über den 1:0-Sieg bei Union Berlin.

Nach einem überharten Foul von Berlins Routinier Macchambes Younga-Mouhani an Matias Concha blieb Bochums Abwehrspieler mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen.

Der 30-Jährige wird mit einem Schien- und Wadenbeinbruch monatelang ausfallen (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle).

Funkel verschlägt es die Sprache

Bochums Torhüter Andreas Luthe sprach von einem riesigen Schock für ihn und seine Kollegen.

"Das ist wahrscheinlich die schlimmste Verletzung, die man als Spieler haben kann. Es tut mir sehr leid für ihn."

Concha wurde noch in der Nacht zu Dienstag im Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn operiert, nach einigen Tagen wird der achtmalige schwedische Nationalspieler voraussichtlich nach Hause zurückkehren können.

Bochums Mannschaftsarzt Karl-Heinz Bauer geht davon aus, dass Concha frühestens im April wieder einsatzfähig sein wird.

Dass der Bundesliga-Absteiger nach dem zweiten Sieg in Folge wieder einen Funken Hoffnung im Rennen um einen Aufstiegsplatz hegen darf, geriet ob der schweren Verletzung zur Nebensache.

Trainer Friedhelm Funkel wollte "zu diesem Spiel gar nichts weiter sagen", denn "es war ein glücklicher und teuer bezahlter Sieg".

"Freude überschattet"

Torschütze Christoph Dabrowski wankte zwischen sportlicher Analyse und Mitgefühl für den Kollegen.

Man habe dem Berliner Ansturm in der Schlussphase erfolgreich standgehalten, erklärte der Kapitän.

Aber "trotzdem überschattet die Verletzung von Matias die Freude über den Sieg. Das war eine sehr extreme Situation, ich hoffe, er kommt schnell wieder zurück."

In einem von beiden Mannschaften hart geführten Spiel, nach 20 Minuten hatten bereits drei Berliner Spieler eine Gelbe Karte gesehen, sorgte Younga-Mouhani durch seine Attacke nahe der Mittellinie für die hässlichste Szene der laufenden Saison.

Erst Streit, dann Entschuldigung

Beim Studium der TV-Bilder musste dies auch der ohne Verwarnung davongekommene Sünder eingestehen: "Wenn man das so sieht, war das wirklich ganz böse."

Dem Deutsch-Kongolesen, der zunächst einige distanziert anmutende Kommentare lieferte ("Das ist Fußball. Da passieren viele Dinge"), war bei der Trainingseinheit am Dienstagmorgen der Schock über die eigene Tat anzusehen.

Der Entschuldigung nach dem Spiel folgte die Ankündigung, Concha im Krankenhaus besuchen zu wollen.

Nach dem Spieler hatte er sich am Bochumer Teambus noch einen Streit mit VfL-Torwarttrainer Peter Greiber geliefert. Nach Bochumer Angaben schlichteten Ordner und Polizisten.

Bochumer unterstellen keine Absicht

Womöglich war es Übermotivation bei Younga-Mouhani in dessen erstem Startelf-Einsatz seit dem zweiten Spieltag. Schon in der ersten Halbzeit war der 36-Jährige mit einem knallharten Einsteigen gegen Mahir Saglik aufgefallen.

Sein Trainer Uwe Neuhaus erklärte, die Attacke gegen Concha sei aus reinem Selbstschutz erfolgt: "Macchambes hat drübergehalten, um selbst nicht verletzt zu werden. Dass er ihn nicht verletzten wollte, steht außer Zweifel".

Selbst die Bochumer Verantwortlichen, Trainer Funkel und Sportvorstand Thomas Ernst, versicherten unisono, dass man dem Übeltäter keine Absicht unterstellen könne.

Concha wird das vermutlich nicht trösten.

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