vergrößernverkleinern
Manager Bernd Reisig (M.) ist seit 1993 beim FSV Frankfurt © imago

Der FSV Frankfurt könnte am Samstag auf die Aufstiegsplätze springen. Bernd Reisig spricht über Erfolg und Konkurrenz.

Von Christian Stüwe

München - Der FSV Frankfurt spielt bisher eine sensationelle Saison.

Kämpften die Hessen in den letzten beiden Spielzeiten der Zweiten Liga immer bis zum Schluss gegen den Abstieg, fehlen nun kurz vor Ende der Hinrunde nur drei Punkte zur Tabellenspitze.

Mit einem Heimsieg gegen den FC Augsburg (Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) könnte sogar der Sprung auf einen der Aufstiegsplätze gelingen.

Einen großen Anteil am Erfolg hat FSV-Manager Bernd Reisig. Der 47-Jährige lotste Trainer Hans-Jürgen Boysen zu den Bornheimern und hatte auch beim Umbau der Mannschaft vor der Saison seine Hände im Spiel.

Reisig, der seine Karriere im Musikbusiness begann und unter anderem Nena managte, spricht im SPORT1-Interview über den Erfolg des Traditionsklubs, Ziele, Scouting und die lokale Konkurrenz durch Eintracht und Kickers Offenbach.

SPORT1: Herr Reisig, 28 Punkte stehen zwei Spieltage vor der Winterpause zu Buche. Wohin führt der Weg des FSV?

Bernd Reisig: Wir sind sehr froh, dass es im Moment so gut läuft und wir fleißig Punkte sammeln. 28 Punkte nach 15 Spielen sind in der Tat ein stolzer Wert. Wir wissen aber auch, wo wir herkommen und dass sich das Blatt wenden kann. Wir möchten uns in der Zweiten Liga etablieren und in dieser Saison frühzeitig den Klassenerhalt sichern, also im Gegensatz zu den beiden vorangegangen Spielzeiten vor dem letzten Spieltag.

SPORT1: Nun kommt der FC Augsburg, dann geht es gegen Aue. Zuletzt wurde immer noch vom Klassenerhalt gesprochen. Wie viele Punkte müssen noch her, damit die Ziele nach oben korrigiert werden können?

Reisig: Diese Rechnung ist relativ einfach. In den letzten Jahren hat sich die allgemeine Formel bestätigt, dass 40 Punkte für den Klassenerhalt ausreichen. Wir benötigen also noch 12 Punkte.

[kaltura id="0_corgstnj" class="full_size" title="Hattrick Die 2 Bundesliga"]

SPORT1: In den letzten beiden Spielzeiten ging es bis zum Schluss gegen den Abstieg. Was ist diesmal anders?

Reisig: Wir haben ein junges, hungriges Team, das zudem eine hohe fußballerische Qualität mitbringt. Außerdem stimmt der Mannschaftsgeist. Jeder versteht sich gut mit seinen Mitspielern. Der Start in die Saison war erfolgreich, das hilft bei den folgenden Spielen.

SPORT1: Sind Sie selber ein wenig überrascht?

Reisig: Ich habe schon gehofft, dass es besser läuft als in den beiden vergangenen Jahren, in denen wir aber mit dem Klassenerhalt am Saisonende ebenfalls bemerkenswerte Leistungen vollbrachten. Dass es allerdings so gut läuft wie im Moment, hätte wahrscheinlich kaum jemand vorhergesagt.

SPORT1: Björn Schlicke hat kürzlich zumindest vermutet, der FSV werde von den Gegnern unterschätzt. Wie lange wird das noch der Fall sein?

Reisig: Wenn das so ist, hoffe ich noch sehr lange. Aber ich denke, wir können durchaus so selbstbewusst sein und feststellen, dass die Mannschaft auch über eine Qualität verfügt, die das Team dorthin gebracht hat, wo es jetzt steht.

SPORT1: Vor der Saison wurde die Mannschaft umgebaut, die Neuzugänge schlugen voll ein. Wer ist für das gute Scouting verantwortlich?

Bernd Reisig: Unser Sportlicher Leiter Uwe Stöver und Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen haben ein gutes Scoutingsystem im Verein aufgebaut. Alle sind gezielt in ganz Deutschland unterwegs und beweisen bei der Spielerauswahl ein gutes Näschen.

SPORT1: Sie sind schon seit vielen Jahren dabei. Ist es ein Traum von Ihnen, irgendwann mit dem FSV einmal erstklassig zu spielen?

Reisig: Es ist ein Traum von mir, dass sich der FSV in der Zweiten Liga etabliert, ein fester Bestandteil und Zuschauermagnet dieser Liga wird. Das hat noch vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten.

SPORT1: In Frankfurt ist die Eintracht die Nummer eins, auch Kickers Offenbach ist ein starker lokaler Konkurrent. Ist der aktuelle Lauf eine Chance, den FSV in der Region populärer zu machen?

Reisig: Der Erfolg kann natürlich eine Hilfe sein, denn als erfolgreiche Mannschaft ist es natürlich leichter, neue Fans zu gewinnen. Aber der Erfolg alleine treibt die Menschen nicht ins Frankfurter Volksbank Stadion. Wir arbeiten mit diversen Maßnahmen daran, den FSV populärer zu machen.

SPORT1: Sie haben Ihre Karriere als Musik-Manager begonnen. Welche Erkenntnisse aus der damaligen Zeit lassen sich auf den Fußball übertragen?

Reisig: Es gibt einige Parallelen: Das Fußballgeschäft ist auch Show-Business, Spieler sind manchmal auch Diven. Beides sind Terrains, die viel Spaß machen, wo man viel bewegen kann, die aber auch viel Kraft kosten.

SPORT1: Sie haben unter anderem auch das Duo "Badesalz" gemanagt. Henni Nachtsheim ist bekennender Eintracht-Fan. Können Sie ihn auch mal zum FSV locken?

Reisig: Wir möchten gerne so viele Fans wie möglich im Frankfurter Volksbank Stadion willkommen heißen und ein völlig neues Fanklientel aufbauen. Jeder Zuschauer ist beim FSV Frankfurt herzlich willkommen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel