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Andreas Neuendorf spielte schon 1998 bis 2000 und 200 bis 2007 bei Hertha © getty

Nach drei Pleiten in Folge wächst vor dem Topspiel gegen Aue der Druck. Die Spieler versuchen, die Situation zu überspielen.

Berlin - Hauptstadt gegen Provinz, Etatkönig gegen "Armenhaus": Eigentlich sollten die Rollen beim Spitzenspiel zwischen Hertha BSC Berlin und Erzgebirge Aue (So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) klar verteilt sein.

Eigentlich. Denn Aue tritt als Tabellenzweiter in Berlin an.

Beim Tabellenfünften steht Trainer Markus Babbel nach drei Niederlagen in Folge gewaltig unter Druck (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Beim souverän in die Saison gestarteten Bundesliga-Absteiger zieht plötzlich Nervosität ein.

"Wir müssen Gas geben"

Die Spieler überspielen diese mit großer Klappe.

"Wir müssen so viel Gas geben, dass Aue mit null Punkten nach Hause fährt", sagt Oldie Andreas Neuendorf.

Und ergänzt: "Die müssen denken Hertha ist der absolute Favorit für den Aufstieg. Hertha marschiert in der zweiten Liga einfach durch."

Zecke steht für Herthas Not

Der 35-Jährige steht beispielhaft für Herthas Not.

Denn eigentlich sollte Neuendorf bei den Amateuren seine Karriere ausklingen lassen, jetzt soll "Zecke" den Profis aus der Patsche helfen.

Von Fans und Medien wird der Oldie als Heilsbringer und Kult-Kicker gefeiert.

"Hurra, das ganze Dorf ist da"

Außerdem wurde eine Plakataktion gestartet, in der Hertha mit seinem Zuschauerschnitt von 40.000 Fans über das nur 17.500 Einwohner große Aue spottet.

"Wir haben mehr Fans als ihr Einwohner" ist überall in der Stadt zu lesen. In Aue findet man das nur lustig.

Burchert gegen Aue im Tor

Zumindest lenkt die Aktion ein wenig von Herthas Problemen ab.

Neben den drei Niederlagen in Serie hat die Mannschaft seit 291 Minuten das Tor nicht mehr getroffen, zudem fallen in Maikel Aerts (verletzt) und Marco Sejna (gesperrt) die Torhüter Nummer eins und zwei aus.

Gegen Aue hütet Sascha Burchert den Kasten. Der erlangte zwischenzeitlich Bekanntheit, weil er 2009 gegen den Hamburger SV zweimal per Flugkopfball klärte und die Bälle dann postwendend im Tor landeten.

Babbel bleibt gelassen

Für Babbel spielt das keine Rolle. "Er ist ein richtig guter Keeper. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass er in den Kasten muss", sagt der Trainer.

Der 38-Jährige gibt sich auch angesichts der sportlichen Situation der Berliner gelassen.

"Ich habe von Anfang an betont, dass wir nicht durch die zweite Liga spazieren werden", entgegnet Babbel der immensen Erwartungshaltung in der Hauptstadt.

Der Aufstieg ist weiter Pflicht

Mit Babbels Politik der ruhigen Hand dürfte es spätestens nach einer Niederlage gegen Aue vorbei sein.

Der Aufstieg ist für Hertha Pflicht, allein schon wegen des veranschlagten Etats von geschätzten 35 Millionen Euro.

Der Verein wird nicht lange zögern und den Trainer vor die Tür setzen, bevor das Ziel Aufstieg völlig aus den Augen verloren wird.

Aue will nur die Klasse halten

In Aue ist der Blick nach wie vor auf den Klassenerhalt gerichtet, noch neun Zähler fehlen zur 40-Punkte-Marke.

Der unerwartete Erfolg hat im beschaulichen Lößnitztal für Aufregung gesorgt.

Jedoch nicht, weil dort nun jeder von der Bundesliga träumt, sondern weil der mit einem Etat von mickrigen vier Millionen Euro ausgestattete Klub daran fast pleite gegangen wäre.

Teurer Erfolg im Erzgebirge

Die Punktprämien leerten die Kassen rapide, nur mit Müh und Not trieb der Vorstand bei den Sponsoren weitere 500.000 Euro ein.

Die Saison sei nun gesichert, auch wenn Aue 60 Punkte hole, hieß es.

Zum Spiel gegen Hertha wird sich fast die ganze Stadt auf den Weg in die Hauptstadt machen. 15.000 Veilchen-Fans werden angeblich erwartet.

SPORT1 hat die Fakten zu den Partien.

Sonntag:

VfL Bochum - VfL Osnabrück

Mit zwei Erfolgen in Serie ohne ein Gegentor hat sich Bochum endgültig aus der Abstiegsregion verabschiedet. Osnabrück hat von seinen jüngsten sechs Partien nur eine gewonnen. Auswärts kassierte der VfL zuletzt fünf Niederlagen in Serie, davon zwei ohne eigenen Torerfolg.

Hertha BSC - Erzgebirge Aue

Hertha hat vier seiner letzten fünf Spiele zu Null verloren und ist damit vorerst aus den Aufstiegsrängen gerutscht. Aue, das in den beiden letzten Partien nur einen Punkt eingefahren hat, muss erstmals in einem Pflichtspiel bei Hertha BSC antreten.

FC Ingolstadt - 1860 München

(alle So., ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER)

Mit sieben Zählern aus drei Begegnungen hat Ingolstadt den Anschluss an die Nichtabstiegsränge geschafft. Der Aufsteiger hat in jeder seiner vergangenen sechs Partien mindestens einen Treffer erzielt. Nach zuvor drei Spielen ohne Sieg feierten die "Löwen" zuletzt einen 1:0-Erfolg gegen Hertha BSC. In ihren letzten vier Gastspielen blieben die Münchner gleich dreimal ohne eigenen Treffer.

Montag:

Energie Cottbus - Union Berlin

(Mo., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 20 Uhr im LIVE-TICKER)

Cottbus, das mit dem 0:4 in Augsburg die höchste Saisonpleite kassierte, hat in seinen letzten vier Heimspielen zehn Punkte geholt. Union hat sechs seiner vergangenen sieben Auswärts-Auftritte verloren.

Vorsaison: 4:2 und 1:1

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