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Augsburgs Torschütze Hain (M.) wird von Konrad (l.) und Gledson in die Zange genommen © imago

In einem schwachen Spitzenspiel geht Frankfurt in Führung, aber der FCA dreht die Partie. FSV-Manager Reisig tritt zurück.

Frankfurt - Der FC Augsburg hat seine Serie zumindest für eine Nacht mit dem Sprung an die Tabellenspitze gekrönt.

Am 16. Spieltag der Zweiten Liga gewann das Team von Trainer Jos Luhukay beim FSV Frankfurt durch ein spätes Seitfallzieher-Tor von Thorsten Oehrl (87.) 2:1 (0:0).

Nach 22 Punkten aus den vergangenen acht Spielen verdrängte der FCA Erzgebirge Aue, das erst am Sonntag bei Hertha BSC Berlin antritt, vom ersten Platz. (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle)

Der zehn Minuten zuvor eingewechselte Oehrl hatte sich den Ball selbst sehenswert mit der Brust aufgelegt und traf dann aus der Drehung zum Sieg.

"Es war nicht einfach, aber nach dem Rückstand haben wir fantastisch gespielt", sagte Luhukay.

Der FSV liegt vier Punkte hinter Augsburg.

Reisig tritt zurück

FSV-Manager Bernd Reisig erklärte nach der Partie seinen Rücktritt. Der Grund für den Rückzug Reisigs war die Hängepartie um den Neubau der Haupttribüne des Stadions am Bornheimer Hang.

Der Künstleragent, der unter anderem Sängerin Nena managte, hatte in monatelangen Verhandlungen mit Politikern aus dem Römer auf eine schnelle Lösung gedrängt.

"Ich habe bereits am Dienstag der Oberbürgermeisterin Petra Roth eine SMS geschickt, dass ich zurücktreten werde. Ich habe keine Kraft mehr, weiterzumachen", sagte Reisig.

"Ich schaffe es nicht mehr"

Vorgesehen war, dass der FSV bereits in der kommenden Saison in einer komplett neuen Arena spielen kann. Doch am vergangenen Dienstag hatte die Stadt überraschend bekannt gegeben, dass der Umbau der Haupttribüne europaweit ausgeschrieben werde. Damit verzögern sich die Maßnahmen um zwei Jahre.

"Der FSV ist Teil meines Lebens. Aber ich schaffe es nicht mehr, ich habe nicht die Kraft. Kein Kampf, kein Streit mehr. Ich lasse den Verein im Stich", sagte Reisig.

"Wir sind in die Mühlen eines schmutzigen, internen Machtkampfes der CDU geraten. Letztlich wurden der FSV und der Sport geopfert", fügte er an.

Mölders erzielt die Führung

Das Spitzenspiel in Frankfurt hielt über weite Strecken nicht, was es versprochen hatte.

In einigermaßen turbulenten zehn Minuten kurz nach der Halbzeitpause waren die Treffer durch FSV-Torjäger Sascha Mölders (49., 9. Saisontor) und Stephan Hain (58.) gefallen.

Sonst boten beide Mannschaften wenig, was die Bezeichnung "Topteams" gerechtfertigt hätte.

Nur 3473 Fans im Stadion

Besonders die erste Halbzeit war genauso enttäuschend wie die niedrige Zuschauerzahl.

Vor einer des Anlasses unwürdigen Kulisse von 3473 Fans am Bornheimer Hang belauerten sich die beiden Teams intensiv, zu Torszenen kam es praktisch überhaupt nicht.

Nach dem Ausgleich dann taten die Gäste etwas mehr fürs Spiel, ohne die sattelfeste Abwehr zu entblößen.

Tobias Werner (63.) zwang FSV-Torhüter Patric Klandt zu einer Glanzparade, ehe Oehrl traf.

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