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Claus-Dieter Wollitz ist seit 2009 Trainer bei Energie Cottbus © getty

Der Cottbus-Trainer wird vom eigenen Anhang bepöbelt und stellt seine Zukunft in Frage. Union braucht Punkte gegen den Abstieg.

München - Trainer Claus-Dieter Wollitz hat vor dem Ostderby Energie Cottbus gegen Union Berlin (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) für mächtig Wirbel gesorgt.

"Ich denke, ich habe dem Verein und der Region sehr viel gegeben. Trotzdem muss ich mich hier beschimpfen lassen: als Wessi-Arschloch. Das geht teilweise unter die Gürtellinie, was ich auf der Straße zu hören bekomme", sagte der Energie-Coach vor der Partie der "BZ".

Er erhalte zwar auch viel Zuspruch für seine Arbeit, doch "es gibt Diskussionen im Umfeld, die mich ernsthaft nachdenken lassen: "Macht es Sinn, weiterzumachen?", sagte Wollitz.

"Einige glauben ich will Cottbus die Seele rauben"

Viele Fans sind wütend, weil sich Wollitz für einen Verkauf der Namensrechte am Stadion der Freundschaft ausgesprochen hat., um den Verein weiter zu professionalisieren.

"Einige glauben, ich will dem FC Energie seine ostdeutsche Seele rauben und einen Luxus-Verein daraus machen", sagte Wollitz.

Sportlich zwischen den Extremen

Sportlich schwankte Energie in den vergangenen beiden Partien zwischen zwei Extremen. Einem 6:0 gegen Erzgebirge Aue folgte letzte Woche ein 0:4 in Augsburg.

"Trotz aller Bemühungen ist es uns in Augsburg nicht gelungen, mit der notwendigen mentalen Bereitschaft ins Spiel zu gehen. Wir standen zu weit auseinander. Und wenn in unserem Spiel gewisse Rädchen nicht greifen, dann bekommen wir gegen jeden Gegner Probleme", analysiert Wollitz.

Um wieder mittendrin im Aufstiegsrennen zu sein, ist ein Sieg gegen die Berliner Pflicht.

Personalprobleme auf beiden Seiten

Cottbus muss jedoch besonders im Mittelfeld auf einige wichtige Akteure verzichten. Kapitän Marc-Andre Kruska ist wegen der fünften Gelben Karte gesperrt, Daniel Adlung und Rok Kronaveter müssen verletzt passen.

Dazu fehlt auch Abwehrspieler Alexander Bittroff nach seiner Roten Karte in Augsburg.

Von Personalsorgen kann auch Union-Trainer Uwe Neuhaus ein Lied singen.

Mit Torsten Mattuschka, Santi Kolk, Ahmed Madouni und Michael Parensen fehlen wichtige Akteure. Auch der Einsatz von Daniel Göhlert, Christian Stuff und Bernd Rauw ist fraglich.

Neuhaus sucht keine Ausreden

"Unabhängig vom bescheidenen Personalstand sollten sich meine Spieler auf die Dinge konzentrieren, die sie auch in den zurückliegenden Spielen ausgezeichnet haben", forderte Neuhaus und ergänzte:

"Wenn wir kämpften und alles in die Waagschale werfen, haben wir eine Chance, etwas aus Cottbus mitnehmen zu können."

Es ist auch das erste Spiel für Macchambes Younga-Mouhani nach seinem Foul, mit dem er Bochums Mathias Concha das Schien- und Wadenbein brach. Der Kongolese wird aufgrund der dünnen Personaldecke wohl wieder in der Anfangself stehen.

Neuhaus grübelt über Taktik

Taktisch ist Neuhaus noch auf der Suche nach der richtigen Ausrichtung für das Spiel in der Lausitz.

"Wenn man Energie lässt, spielen sie ihre große Qualität entsprechend aus", weiß Neuhaus. Ob er die Seinen offensiv oder defensiv im Stadion der Freundschaft auflaufen lässt, ist noch offen.

Union vor Jubiläum

Zuletzt setzte es für die Union zwei 0:1-Pleiten in Folge, nur die Tordifferenz trennt die Berliner von dem Relegationsrang. Punkten ist fast schon Pflicht.

Mit einem Dreier könnte Union zudem ein Jubiläum feiern: Es wäre der 50. Zweitligasieg der "Eisernen".

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