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Eiskalt beim Elfmeter: Levan Kobiashvili (Mi.) erzielte das 1:0 für die Hertha © getty

Nach drei Niederlagen in Folge feiern die Berliner einen verdienten Erfolg im Ostderby. "Zecke" Neuendorf gibt sein Comeback.

Berlin - Hertha BSC hat im Kühlschrank Olympiastadion seine sportliche Krise vorerst beendet.

Die Berliner setzten sich im Ost-Derby gegen Erzgebirge Aue mit 2:0 (1:0) verdient durch und feierten nach drei Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis.

Dank der Tore von Levan Kobiashvili (37.) und Pierre-Michel Lasogga (65.) verdrängte die "alte Dame" das Überraschungsteam aus Aue vom zweiten Tabellenplatz.

Vor 45.892 Zuschauern boten beide Teams lange Zeit Fußball zum Abgewöhnen (DATENCENTER 2. LIGA: Ergebnisse und Tabelle).

"Die Mannschaft hat extrem unter Druck gestanden. Deshalb muss ich ihr ein Kompliment machen, und sie hat den Sieg auch verdient", sagte Hertha-Coach Markus Babbel, "der Aufwand war heute da, dafür sind wir belohnt worden."

Ein Highlight: Die Einwechslung von Andreas Neuendorf in der 88. Minute. Der 37-Jährige, der von Babbel aus der Reserve geholt worden war, feierte damit ein ungeahntes Comeback.

"Es war wie ein Gefühl wie beim ersten Spiel, Gänsehaut pur. Ich bin froh, dass ich nicht gestolpert bin", scherzte "Zecke". Er soll laut seinem Trainer vorerst bei den Profis bleiben.

Leichte Ballverluste

Die Hausherren agierten zunächst lustlos, bei klirrender Kälte mieden sie das Spiel ohne Ball. Oftmals ging der Ball durch unnötige Einzelleistungen verloren.

Ein Schuss aus der Distanz von Raffael (7.) knapp am Tor vorbei blieb lange die gefährlichste Szene. In der 35. Minute traf Adrian Ramos aus dem Gewühl nur den Pfosten.

Auch die Gäste aus dem Erzgebirge zeigten bei Minusgraden wenig Erwärmendes. Das Team von Trainer Rico Schmitt profitierte allerdings von Abspielfehlern der Gastgeber.

In der 19. Minute stockte dem Hertha-Anhang der Atem, als Enrico Kern nach einer Flanke von Kevin Schlitte frei zum Kopfball kam.

Erstes Elfmeter-Tor

Der ehemalige Rostocker köpfte aber Gegenspieler Roman Hubnik an.

Erst dank der Mithilfe des Gegners ging Hertha in Führung. Nach einem Eckball riss Adli Lacheb den Berliner Lasogga um. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kobiashvili.

Es war Herthas erstes Elfmeter-Tor der laufenden Saison. Das Spiel gewann an Tempo. Nikita Rukavytsya besaß noch vor der Pause (37./41.) zwei Chancen zum 2:0.

Die Gäste, die zum Gastspiel in Berlin von rund 15.000 Fans aus dem Erzgebirge begleitet wurden, brachten zur zweiten Halbzeit in Alban Ramaj und Tobias Kempe zwei neue Spieler.

Fortan bemühten sich die Sachsen um mehr Druck, fanden aber wenig Mittel gegen die Hertha-Abwehr, in der Torwart Sascha Burchert zu seiner Saison-Premiere kam, da Stammkeeper Maikel Aerts (verletzt) und Stellvertreter Marco Sejna (gesperrt) ausfielen.

In der 65. Minute machte Lasogga mit einem Schuss aus zwölf Metern alles klar.

Hertha spielte mit Trauerflor, da am Freitagmorgen der langjährige Präsident Wolfgang Holst im Alter von 88 Jahren verstorben war.

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