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Michael Preetz absolvierte für die Hertha von 1997 bis 2003 196 Bundesliga-Spiele. © getty

Aus unbekannter Quelle erhielt Hertha BSC Berlin eine Millionen-Finanzspritze. Die Vereinsverantwortlichen zeigen sich wortkarg.

Berlin - Ganz Berlin rätselt: Wer ist Mister X?

Eine mysteriöse Millionenspritze sorgt beim Zweitligisten Hertha BSC Berlin für gewaltiges Aufsehen.

Acht Millionen Euro hat die hochverschuldete alte Dame rechtzeitig zum Rückrundenstart zugeschanzt bekommen, damit mehr, als manchem Aufstiegskonkurrenten im Jahr zur Verfügung steht.

Die Hertha weigerte sich am Donnerstag, preiszugeben, wer der Gönner ist - oder sind es mehrere?

Gegenbauer hält sich bedeckt

Der mit rund 39 Millionen Euro verschuldete Hauptstadt-Klub hielt sich mit Details über die spektakuläre Transaktion zurück.

"Wir kommentieren das nicht", sagte Sprecher Peter Bohmbach. Präsident Werner Gegenbauer bestätigte, dass es sich um deutsche Staatsbürger handelt, "die hier leben und hier steuerpflichtig sind".

Russische Oligarchen scheiden damit aus. Sind es Privatleute? Kommt die Summe aus den eigenen Reihen? Scheint möglich.

Welche Dimension die Summe in der 2. Liga hat, zeigt die Tatsache, dass etwa der komplette Etat des Tabellennachbarn Energie Cottbus niedriger ausfällt.

Anleihen brachten nur wenig Ertrag

Erzgebirge Aue, in der Liga hinter Augsburg, Hertha BSC und Cottbus auf Platz vier, muss sogar mit rund der Hälfte auskommen.

Die Finanzspritze ist für Hertha auch deshalb ein Segen, weil die vor wenigen Wochen aufgelegten Anleihen nicht den gewünschten Ertrag brachten.

Bis Ende Januar sollten ursprünglich Anleihen im Wert von sechs Millionen Euro gezeichnet werden. Bislang liegen die Einnahmen noch unter zwei Millionen Euro.

Aufstieg für Hertha ein Muss

Wegen der enormen Schulden ist Hertha auf die höheren Einnahmen in der Bundesliga angewiesen. Der Aufstieg ist kein Kann, sondern ein Muss, auch wenn die Fans dem Klub im Unterhaus die Treue halten. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Die Hertha nimmt nach einer Studie des Internetanbieters "Stadionwelt" in der Liste der bestbesuchten Klubs Europas Platz 30 ein und ist mit 38.825 Zuschauern pro Spiel der meistbesuchte Zweitligist auf dem Kontinent.

"Verein ist auf den Aufstieg fokussiert"

Sportlich steht der Klub unter großem Druck. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir tun alles für unser Ziel. Der ganze Verein ist auf den Aufstieg fokussiert", sagt Trainer Markus Babbel.

Der Ex-Profi ist zum Aufstieg verdammt.

Nach dem Zwischentief mit drei Niederlagen zum Ende der Rückrunde muss er die alte Dame nun dauerhaft in der Siegspur halten.

Keine leichte Aufgabe, zumal zum Auftakt gegen Rot-Weiß Oberhausen am Montag in Roman Hubnik und Andre Mijatovic die komplette Abwehrzentrale ausfällt.

Selbstvertrauen konnten die Berlin in der Vorbereitung tanken. In drei Spielen gab es Siege gegen den SV Babelsberg (3:0), FC Zwolle (2:0) und Standard Lüttich (2:1).

Aerts und Ebert kehren zurück

Die beste Nachricht dabei aus Hertha-Sicht: Das Knie von Stammtorwart Maikel Aerts hat gehalten.

Der Klub kann wieder mit dem wichtigen Rückhalt planen und sieht von einer Neuverpflichtung ab - genug Geld wäre zwar jetzt da, aber eben zweckgebunden.

Außerdem verstärkt Patrick Ebert die Mannschaft zur Rückrunde. Der einstige Skandal-Profi hat seinen Kreuzbandriss auskuriert und soll mit seinen gefürchteten Flanken die Hertha-Stürmer füttern.

Partie in Aue verlegt

Am Freitag wird die Rückrunde mit den beiden Spielen Karlsruher SC gegen die SpVgg Greuther Fürth und Union Berlin gegen Alemannia Aachen (ab 17.45 Uhr im LIVE-TICKER) eröffnet.

Das zeitgleich vorgesehene Spiel von Aue gegen den SC Paderborn wurde derweil wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt und auf den 18. Januar verlegt.

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