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Daniel Brinkmann wechselte 2009 aus Aachen nach Augsburg © getty

Die knappe Pokal-Niederlage bestärkt Augsburg in dem Glauben, mit den Top-Teams mithalten zu können. Das Ziel ist der Aufstieg.

Von Mathias Frohnapfel

Augsburg/München - Daniel Brinkmann könnte Trikotsammler werden - Erstliga-Trikots bevorzugt.

Das erste Dress für seine Kollektion schnappte sich der Augsburger Mittelfeldmann nach dem Pokalfight gegen Schalke.

Der Tabellenführer der Zweiten Liga musste sich zwar mit 0:1 im Endspurt geschlagen geben, die Weihnachtskugeln bei den bayerischen Schwaben werden dennoch kaum weniger hell funkeln.

Denn das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal war ein Fingerzeig, dass der FCA den Weg in die Bundesliga schaffen könnte.

In der Vorsaison scheiterten Brinkmann und Co. noch an Nürnberg in der Relegation.

"Wenn man den Spielverlauf gegen Schalke gesehen hat, war mehr drin. Auch die Reaktionen der Fans haben gezeigt, dass sie absolut zufrieden mit uns waren", analysiert Brinkmann im Gespräch mit SPORT1.

Allerdings vergab Tobias Werner die Großchance zur Führung, ehe Raul mit einem Karacho-Dribbling das Schalker Tor einleitete.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass Augsburg "mit einer Top-Mannschaft der ersten Liga mal für ein Spiel mithalten kann - mehr aber auch nicht", wie Brinkmann treffend feststellte.

Pleitenserie gestoppt

Der 24-Jährige weiß, dass es noch ein äußerst weiter und beschwerlicher Weg sein dürfte, sollte Augsburg tatsächlich ab Sommer Bundesliga-Teams wie Bayern, Dortmund und Hamburg empfangen.

Dabei sah es zur Mitte der Hinrunde gar nicht danach aus, als ob der FCA zum 17. Spieltag mit 33 Punkten an der Spitze im Unterhaus stehen würde.

Doch auf die Pleitenserie von vier Niederlagen antwortete das Team mit neuem Kampfgeist und sammelte fortan konsequent Zähler.

Qualität und Einstellung

Brinkmann macht dafür die "enorme Qualität" im Team verantwortlich genauso wie die Arbeitseinstellung.

Denn obwohl in Dominik Reinhardt, Lukas Sinkiewicz, Andrew Sinkala, Ibrahima Traore und Marcel Ndjeng noch bis ins Frühjahr fünf wichtige Spieler ausfallen, würde das Team nicht jammern.

"Da hört man von uns nie ein Wort", betont Brinkmann, "das schweißt die Mannschaft zusammen, wenn man mit einem kleinen Kader gute Leistungen zeigt."

"Gefühlte Bundesliga"

FCA-Manager Andreas Rettig wird über diese Worte nachdenken, wenn er sich gemeinsam mit Trainer Jos Luhukay über das Thema möglicher Winter-Transfers unterhalten wird.

"Wir müssen eine Bestandsaufnahme machen und sehen, wann die verletzten Spieler zurückkommen, dann werden wir schauen, ob wir noch eine Chance haben nachzulegen", ließ Rettig auf SPORT1-Nachfrage wissen.

Der Pokalkampf auf schwerem Boden vor 30.000 Zuschauern in Augsburg hat dem FCA-Manager jedenfalls schon zugesagt, so dass er das Prädikat verlieh: "Das war gefühlte Bundesliga".

Vorgabe: Platz eins oder zwei

Die Ansprüche der Augsburger sind entsprechend.

Auch von den drei Partien langen Sperren für Daniel Baier und Axel Bellinghausen nach dem 1:1 gegen Hertha, will man sich nicht vom Weg abbringen lassen.

Für Trainer Luhukay gilt nach der Analyse der Hinrunde nur die Vorgabe, darauf zu schauen, "dass wir am Ende auf einem der ersten beiden Plätze stehen und nicht Platz drei wie im Vorjahr".

Das dürfte nach dem Geschmack von Daniel Brinkmann sein: Er trug das Trikot des Schalkers Ivan Rakitic in die FCA-Kabine.

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