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Zvjezdan Misimovic wurde 2003 mit Bayern und 2009 mit Wolfsburg Deutscher Meister © getty

Der Aufsteiger rüstet für den Kampf um den Klassenerhalt auf. Gerüchte ranken sich auch um den Meister-Regisseur von 2009.

Von Stephan Weber

München - Zwölf Punkte, Tabellenplatz 17, sechs Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz - die Hinrunden-Bilanz des FC Ingolstadt ist auch für einen Liga-Neuling ernüchternd (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Um aus dem Tal herauszukommen und sich in der Liga zu etablieren, will Ingolstadt kräftig auf dem Transfermarkt zuschlagen - und kokettiert dabei mit überraschend großen Namen: unter ihnen kein Geringerer als Zvjezdan Misimovic, der Wolfsburger Meister-Regisseur von 2009.

Die ersten, nicht ganz so glanzvollen Neuen, sind schon da.

Mit Artur Wichniarek kommt ein alter Bekannter zurück auf die deutsche Fußball-Bühne. Auch US-Nationalstürmer Edson Buddle schließt sich dem FCI an.

Blütezeit in Bielefeld

Wichniarek hatte vor allem bei Arminia Bielefeld seine Glanzzeit, wo er in 209 Spielen in der Bundesliga und Zweiten Liga insgesamt 82 Tore erzielte.

Nach zwei erfolglosen Gastspielen bei Hertha BSC Berlin, zog es Wichniarek vor Saisonbeginn zurück in seine Heimat zu Lech Posen - wo sein Vertrag im November 2010 aufgelöst wurde.

Der 32-jährige Pole "möchte das mir entgegengebrachte Vertrauen mit guten Leistungen zurückzahlen", lässt er direkt ausrichten.

Der 29-jährige Buddle wechselt aus der Major League Soccer ins deutsche Unterhaus. In 138 Einsätzen schoss er 53 Tore, in der abgelaufenen Spielzeit traf der Angreifer für die Los Angeles Galaxy in 25 Partien 17 Mal. Bei der WM in Südafrika lief er zweimal auf.

Auch Misimovic soll kommen

Doch damit eben nicht genug.

Neben dem "vergessenen Wunderkind" Freddy Adu, der seit kurzem im Probetraining weilt, planen die FCI-Verantwortlichen offensichtlich für die kommende Saison den ganzen großen Wurf:

Nach Informationen des "Donaukurier" soll der Name Zvjezdan Misimovic bei den Schanzern intern diskutiert werden.

Streit mit Galatasaray-Coach

Der 28-jährige Bosnier war erst im vergangenen Sommer zu Galatasaray Istanbul gewechselt, wo er nach einem Streit mit Trainer Gheorghe Hagi seit November keine Rolle mehr spielt und daher wohl gerne nach Deutschland zurückkehren möchte.

Da Galatasaray die kolportierte Ablöse von etwa 8,5 Millionen Euro noch nicht komplett überwiesen hat, liegen die Transferrechte weiter beim VfL.

Durch den Einsatz Misimovics' im Bundesliga-Auftaktspiel beim FC Bayern ist nach Regularien ein Wechsel zu einem anderen Bundesligisten im Winter-Transferfenster nicht mehr möglich, was die Chancen des FCI erhöhen würde.

Allerdings schließt Sportdirektor Harald Gärtnereinen Transfer im Winter (noch) kategorisch aus, um dann aber zu ergänzen: "Vielleicht wird das mal ein Thema".

Adu wird weiter beobachtet

Adu, den die Ingolstädter bereits im Trainingslager im türkischen Belek unter die Lupe nahmen, will man indes weiter testen.

"Wir werden diskutieren, ob es sportlich Sinn macht. Aber er ist ein interessanter Spieler", äußert sich Trainer Benno Möhlmann im "kicker" zu Adu, der aktuell körperlich weit von seiner Top-Verfassung entfernt ist.

Eine sofortige Verstärkung würde der offensiv universell einsetzbare Mittelfeldspieler daher wohl nicht darstellen.

"Er hat Fähigkeiten, die nicht jeder besitzt. Warten wir ab", lässt Gärtner eine Verpflichtung des mittlerweile 21-Jährigen völlig offen.

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