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Ewald Lienen war insgesamt fünf Jahre als Spieler in Bielefeld aktiv © getty

Arminia will sich mit einem XXL-Kraftakt noch retten. Kann es klappen? SPORT1 sucht in Teil I des Zweitliga-Checks die Antworten.

Von Stephan Weber und Martin Hoffmann

München - "Wir werden die Rückrunde rocken."

Es ist eine Ansage, wie man sie aus Mainz vermuten würde oder aus Dortmund.

Nicht direkt aus Bielefeld, vom Team, das in Sachen Rock-Faktor in der Hinserie auch noch von Florian Silbereisen übertroffen wurde.

Trotzdem glaubt Arminias Verwaltungsrats-Chef Alexander Geilhaupt, dass die Ostwestfalen in der zweiten Saisonhälfte "mindestens 30 Punkte holen" werden, wie er in der "Neuen Westfälischen" erklärte(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein verwegenes Ansinnen

Ein Ansinnen, das nach den Eindrücken der Hinrunde nicht weniger verwegen klingt als eine Ankündigung Reiner Calmunds, bis zum Frühjahr mindestens drei Himalaya-Gipfel zu erklimmen.

Kann das Bielefelder Himmelfahrtskommando gelingen? Und wie sieht es sonst im Kampf um den Klassenerhalt und die Mittelfeld-Plätze aus?

SPORT1 nimmt im ersten Teil des Zweitliga-Checks die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte unter die Lupe und fängt beim Schlusslicht an:

18.: Arminia Bielefeld:

Nach katastrophaler Hinrunde liegt die Arminia abgeschlagen mit sieben Punkten auf Platz 18. Besonders auswärts präsentierte sich das Team von Ewald Lienen, der Christian Ziege ablöste, weitgehend desolat.

Trotz Finanzsorgen wurden die Ostwestfalen im Winter gleich fünf Mal auf dem Transfermarkt aktiv.

Neben den Mittelfeldspielern Eke Uzoma und Sandro Kaiser, die von 1860 München ausgeliehen wurden, sollen Josip Tadic, Nürnberg-Leihgabe Dario Vidosic und der Niederländer Romano Denneboom die mit 12 Toren schwächste Offensive der Liga verstärken.

Torhüter Rowen Fernandez zog es dagegen zurück nach Südafrika.

SPORT1-Prognose: Die Arminia braucht bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationplatz einen Aufschwung XXL, um den Abstieg noch abzuwenden. Kann das klappen? Fragen Sie am besten Reiner Calmund auf dem Himalaya-Gipfel.

17.: FC Ingolstadt:

Der Aufsteiger konnte sich von den vier Pleiten in Folge zu Rundenbeginn zunächst nicht erholen, doch nach dem Trainerwechsel auf Benno Möhlmann war ein leichter Aufschwung erkennbar.

Um den Abstieg abzuwenden, bauten die Oberbayern mit den Verpflichtungen von Artur Wichniarek und dem US-Nationalstürmer Edson Buddle im Winter ihre Offensive um.

Mit Freddy Adu könnte zudem ein einst als "Fußball-Wunderkind" hochgelobter Spieler den FCI verstärken.

SPORT1-Prognose: Die Neuen erhöhen die Qualität enorm. Allein mit Wichniarek in Normalform dürfte die Abschlussschwäche der Vergangenheit angehören. Trifft auch Buddle, gelingt der Sprung aus dem Keller.

16.: Karlsruher SC:

Mit Aufstiegsambitionen gestartet, gehört der KSC zu den Enttäuschungen der Saison.

Wegen der angespannten Finanzlage konnten die Badener bisher nur die Offensivspieler Delron Buckley und Denis Omerbegovic verpflichten, obwohl auch defensiv der Schuh drückt.

Die schwachen Testspiele lassen eine ungemütliche Rückserie erahnen.

SPORT1-Prognose: Die schwache Hinserie hing auch mit den verletzungsbedingten Ausfällen zusammen. Kehren die Stammkräfte zurück, könnte dies einen Schub geben. Dennoch kämpft der KSC bis zum Schluss gegen den Abstieg.

15.: Rot-Weiß Oberhausen:

Nach starkem Saisonstart ging RWO die Luft aus, was vor allem mit dem Fehlen Heinrich Schmidtgals und dem zwischenzeitlichen Ausfall von Moses Lamidi zusammenhing.

Beim Testspiel gegen Leverkusen hinterließ der einzige Neue, der Ex-Bochumer Dennis Grote, einen starken Eindruck und könnte die erhoffte Verstärkung für die Offensive werden.

SPORT1-Prognose: RWO droht wegen der Abhängigkeit von Lamidi eine schwere Rückrunde. Es bleibt abzuwarten, ob die Rückkehr von Dimitrios Pappas ausreicht, um der nicht immer sattelfesten Abwehr Stabilität zu verleihen.

14.: VfL Osnabrück:

Der VfL hat es seiner Heimstärke zu verdanken, dass er nicht weiter unten steht. 17 Punkten im Stadion an der Bremer Brücke steht nur ein Zähler in der Fremde gegenüber.

In der Vorbereitung stieg Neuzugang Jan Mauersberger gleich zum Abwehrchef auf, auch Flamur Kastrati zeigte gute Ansätze.

SPORT1-Prognose: Kommt der VfL auswärts nicht in Fahrt, wird der Klassenerhalt schwer. Dem Team fehlt ein abschlussstarker Stürmer.

13.: Union Berlin:

Union verzichtete auf einen Kaderumbau, einzig Kenan Sahin und Jerome Polenz wurde die Freigabe erteilt.

Offen bleibt, ob beim Rückrundenstart Marcel Höttecke oder doch Jan Glinker das Union-Tor hütet.

SPORT1-Prognose: Durch die Rückkehr von Leistungsträgern wie Torsten Mattuschka, Michael Parensen und Santi Kolk hat man wieder mehr Alternativen. Die Qualität des Kaders reicht aus, um die Klasse zu halten.

12.: SC Paderborn:

Nach starker Hinrunde hat sich Paderborn mit 21 Zählern bereits ein leichtes Polster auf die Abstiegsplätze erarbeitet.

Mit Kapitän Markus Krösche ist ein wichtiger Baustein des Erfolgs nach Knie-Operation zum Rückrunden-Start wieder fit, auf Neuzugänge wurde verzichtet.

SPORT1-Prognose: Mit 16 Toren gehört der SCP zu den offensivschwächsten Teams der Liga ? neben Edmond Kapllani fehlt ein treffsicherer Stürmer. Es könnte noch mal eng werden.

11.: Fortuna Düsseldorf:

Nach sechs Pleiten in Folge zu Saisonbeginn kam die Fortuna besser in Schwung und rangiert mit 22 Punkten bereits im Tabellenmittelfeld.

Den Abgängen von Thiago Rockenbach und Wellington steht mit Verteidiger Adam Bodzek ein Neuzugang gegenüber.

SPORT1-Prognose: Die Fortuna hat in die Spur gefunden und ist - gerade bei der noch angedachten Verstärkung im Offensivbereich - gut genug für einen oberen Mittelfeldplatz.

10.: Alemannia Aachen:

Die Mannschaft von Trainer Peter Hyballa ist mit 24 Zählern im Soll.

Mit Sherbin Radjabali-Fardi (Leihe von Hertha BSC) und Bilal Cubukcu kamen zwei Talente an den "Tivoli", die schon zum Auftakt bei Union Berlin eine Alternative für die Startelf sind.

SPORT1-Prognose: Mit sieben Punkten ist der Abstand zu den Aufstiegsrängen wohl bereits zu groß, um noch ein Wort im Aufstiegskampf mitzusprechen. Gleichzeitig ist das Polster nach hinten ausreichend, um nicht mehr in Abstiegsnöte zu geraten

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