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Matthias Ostrzolek hat sich im Januar bis 2013 an die Bochumer gebunden © getty

Matthias Ostrzolek verkörpert einen erneuerten und verbesserten VfL Bochum. Gegen Aue kann der nächste große Schritt folgen.

Von Stephan Weber und Martin Hoffmann

München - Matthias Ostrzolek ist ein Name, der noch nicht in jedermanns Munde ist.

Man erkennt es unter anderem daran, dass er noch kein Profil auf der deutschen Wikipedia-Seite hat (auf der englischen merkwürdigerweise schon).

Und dass sein Profil bei Facebook, wo er sich als Fan von Roger Federer und der Trash-Serie "X-Diaries - love, sun fun" outet, noch öffentlich einsehbar ist.

Beides könnte sich demnächst ändern, denn der Linksverteidiger des VfL Bochum ist gerade genauso im Aufschwung wie sein Klub.

Doppelt so viele "Freunde"

Im Montagsspiel gegen Erzgebirge Aue (ab 19.45 Uhr LIVE im TV und ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) kann Bochum an Punkten mit dem Tabellendritten Duisburg gleichziehen - nachdem es zuletzt fünf Siege in Folge gab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

An denen hatte auch der 20 Jahre Durchstarter Ostrzolek zuletzt seinen Anteil - was Folgen für ihn hat: Was Folgen hat: "Ich denke, dass man mich jetzt nicht nur in Bochum kennt, sondern auch etwas darüber hinaus", berichtet Matthias Ostrzolek im Gespräch mit SPORT1.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Seit seinem Debüt am 12. Dezember gegen Osnabrück hat sich nicht die Zahl von Ostrzolek Facebook-Freunden verdoppelt.

"Fußballerisch überragend"

Der vor kurzem noch in der Regionalliga kickende Youngster hat sich auch seinen ersten Profivertrag verdient.

Und im Moment auch einen Stammplatz anstelle von Philipp Bönig, dessen Comeback-Bemühungen nach einem Ellbogen-Bruch noch an Ostrzolek scheitern.

"Er bringt eine Menge Qualität mit, ist schnell, fußballerisch überragend und ruhig am Ball, fast wie ein Alter", schwärmt Friedhelm Funkel im "kicker" von seiner Entdeckung.

Und Ostrzolek hätte "nichts dagegen, wenn es so weitergeht" - für ihn wie für den Klub.

Talente in den Mittelpunkt

Seine Aufsteigergeschichte verkörpert exemplarisch den "neuen" VfL.

Nach mäßigem Saisonstart nur im Tabellenmittelfeld angesiedelt, VfL-Trainer Friedhelm Funkel verstärkt auf die eigenen Talente: Frischwind-Erzeuger wie Ostrzolek, der ein Jahr jüngere Mittelfeldmann Kevin Vogt oder Keeper Andreas Luthe.

Arrivierte Profis wie Milos Maric, Mergim Mavraj und Marc Pfertzel wurden dafür aussortiert, andere mussten auf die Bank oder Tribüne.

"Verschworener Haufen"

Der Erfolg gibt Funkel recht.

"Die Mannschaft präsentiert sich anders als zuvor, wir sind eine Einheit. Man sieht es auf dem Platz und auch daneben", sieht Ostrzolek das Erfolgsrezept der letzten Wochen.

Die Entwicklung freut auch Manager Thomas Ernst: "Das Team, das uns jetzt zur Verfügung steht, ist zu dem verschworenen Haufen geworden, den wir uns vorstellen", erklärt er bei SPORT1.

Türen bleiben offen

Zugleich habe jeder im Kader die Möglichkeit, "sich von Woche zu Woche zu beweisen".

So erhielten mit Mimoun Azaouagh und auch Giovanni Federico beim 3:1-Erfolg bei 1860 München zwei Akteure eine zweite Chance, die eigentlich bereits ausrangiert waren.

Perfekt läuft es bei Bochum wiederum aber auch nicht, wie auch in München zu sehen war: Das Fehlen des beim Asien Cup weilenden Top-Torjägers Chong Tese war trotz der drei Tore zu merken.

Entsprechend hält Ernst vor dem Aue-Spiel auch den Ball flach und warnt vor der Aufgabe: "Aue ist eine unangenehme Mannschaft, die sehr aggressiv und körperbetont in der Defensive spielt, wenig zulässt und immer wieder über Konteraktionen gefährlich nach vorne kommt."

Passend zum Branchentrend

Ernst folgt ansonsten dem Branchentrend zum tiefstapeln und nur von den unmittelbaren Herausforderungen reden:

"Wir wollen gar nicht weit nach vorne schauen, sondern denken immer nur an das nächste Spiel."

Über das wieder aktuelle Ziel Aufstieg redet Ernst nicht so gern.

Aber eines steht fest: Wenn es klappt, werden Ostrzolek und Co. auch ganz weit über die Stadtgrenzen Bochums hinaus bekannt.

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