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Giovanni Federico (r., mit Philipp Bönig) trifft zum zweiten Mal binnen einer Woche für Bochum © imago

In Bochum lebt die Hoffnung vom Aufstieg mehr denn je - nicht zuletzt dank Trainer Funkel. Augsburg bleibt nach der Pleite ruhig.

Augsburg - Es ist der 20. November 2010:

Der VfL Bochum verliert zu Hause gegen den FC Ingolstadt sang- und klanglos 1:4, steht abgeschlagen auf Platz zwölf der Zweiten Liga - und Trainer Friedhelm Funkel immer stärker in der Kritik.

Es ist der 31. Januar 2011:

Der VfL Bochum gewinnt beim FC Augsburg mit 1:0 (0:0), stellt mit dem siebten Sieg in Folge seinen Vereinsrekord aus dem Jahr 2002 ein - und Friedhelm Funkel ist der große Hoffnungsträger, dass es mit dem siebten Aufstieg in die Bundesliga doch noch klappt.

So schnell haben sich beim VfL die Zeiten geändert. Innerhalb von zwei Monaten hat sich der Klub aus dem Ruhrpott wieder zu einem potenziellen Aufstiegskandidaten entwickelt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Funkel: "Defensiv Fortschritte gemacht"

Zumal Funkel ein Coach mit eingebauter Aufstiegsgarantie ist.

Mit Uerdingen (zweimal), Duisburg, Köln und Frankfurt gelang dem 57-Jährigen in seiner langen Karriere bereits der Sprung ins Oberhaus.

Mit 37 Punkten liegt Bochum nun punktgleich mit dem Tabellenzweiten Augsburg auf Relegationsplatz drei.

Für Erfolgscoach Funkel, der zuletzt im Kader einige Korrekturen vorgenommen hat, kommt der Aufschwung nicht von ungefähr.

Man sehe einen "anderen VfL" als in der Hinrunde, erklärte er nach dem knappen Erfolg beim FCA:

"Gerade defensiv haben wir riesige Fortschritte gemacht. Die starke Defensive ist die Basis, um Erfolg zu haben. Dadurch sind wir im Moment in der Lage, Spiele zu gewinnen, die auf des Messers Schneide stehen."

Glückliches Händchen bei Aufstellung

Zudem stünden in der Offensive Spieler zur Verfügung, so Funkel weiter, "die ich bedenkenlos einsetzen kann. Ich muss nur das glückliche Händchen bei der Aufstellung oder bei den Einwechslungen haben."

Diesmal brachte er in der 68. Minute Mirkan Aydin, der das Tor des Tages von Giovanni Federico (84.) glänzend vorbereitete.

Entsprechend zufrieden war Funkel auch, die Gunst der Stunde genutzt zu haben, nachdem die Konkurrenten Cottbus, Aue, Duisburg und Fürth allesamt gepatzt hatten:

"Wir sind sehr froh, dass wir diesen für uns günstigen Spieltag mit einem Sieg abschließen konnten."

VfL rückt "Dinge wieder gerade"

Dass das Spiel vor 15.483 Zuschauern aber auch einen anderen Verlauf hätte nehmen können, darüber waren sich die Bochumer klar.

"Solche Spiele gewinnt man nicht alle Tage. Dazu braucht man einen Lauf, den haben wir gerade. Der kommt aber nicht von selbst, die Mannschaft hat sich das hart erarbeitet", meinte Sportdirektor Thomas Ernst.

Man sehe derzeit einen VfL, "wo der eine für den anderen da ist und die vor allem defensiv sehr gut arbeitet", erklärte Marcel Maltritz den aktuellen Höhenflug:

"Wir haben in den zurückliegenden Monaten viel Kredit bei unseren Fans verspielt, sind aber seit einigen Spielen dabei, die Dinge wieder gerade zu rücken."

Luhukay stellt nicht alles infrage

Beim FC Augsburg herrschte dagegen Enttäuschung.

"Wir haben elf Spiele am Stück nicht verloren, es war klar, dass es uns irgendwann mal wieder erwischen wird. Leider ist uns das gegen einen direkten Konkurrenten passiert, aber wir werden deswegen jetzt nicht alles infrage stellen", sagte Trainer Jos Luhukay vor dem "nächsten schweren Spiel" am Freitag in Osnabrück.

Bochum empfängt am Sonntag Rot-Weiß Oberhausen.

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