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Tobias Kempe (r.) erzielte gegen den FSV Frankfurt sein erstes Saisontor © imago

Mit dem Sieg gegen Frankfurt etabliert sich Aue als erster Verfolger der drei Spitzenteams. Doch von Aufstieg spricht keiner.

Berlin/Aue - Die Fans feierten ihr Team zwar lautstark als Herbstmeister, doch das Wort Aufstieg bleibt bei Erzgebirge Aue tabu.

"Herbstmeisterschaft hin oder her: Wir gehen zwar jetzt in die Annalen des Vereins ein, aber wir müssen weiter gehen", sagte Trainer Rico Schmitt nach dem 3:1 (1:0) im Nachholspiel gegen den FSV Frankfurt.

Der Sieg sicherte Aue mit sechs Wochen Verspätung den inoffiziellen Titel in der Zweiten Liga.

"Jetzt können wir nachweisen, dass wir eine gewisse Leichtigkeit entwickeln können", sagte Schmitt.

Nichtabstieg als Ziel

Immer noch sind offiziell 40 Punkte und der damit wahrscheinliche Nichtabstieg das Ziel des Überraschungsteams. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Diese Marke könnte allerdings bereits am kommenden Wochenende beim DFB-Pokal-Halbfinalisten und direkten Konkurrenten MSV Duisburg erreicht werden. Bis dahin lässt sich im Erzgebirge auch niemand von der Statistik blenden: Die letzten sechs Herbstmeister stiegen allesamt in die Bundesliga auf.

"Herbstmeisterschaft spielt keine Rolle"

37 Punkte und Tabellenplatz vier, punktgleich mit dem Zweiten FC Augsburg, lautet bis jetzt die beeindruckende Bilanz des Aufsteigers, der im vergangenen Jahr lange die Tabelle anführte, ehe das letzte Spiel 2010 gegen Frankfurt wegen schlechten Wetters abgesagt wurde - und den Gewinn der Herbstmeisterschaft verzögerte.

So ist Aue der erste Herbstmeister, der nur Tabellenvierter ist.

"Die Herbstmeisterschaft spielt keine Rolle für uns. Wichtig sind die drei Punkte und dass wir wieder oben dran sind", sagte Tobias Kempe, Torschütze zum 2:1.

Das Spiel dominiert

Denn für die Auer war gegen Frankfurt nicht der gewonnene "Titel", sondern das Auftreten der Mannschaft der größere Grund zur Freude.

Unbeeindruckt von den zwei Niederlagen zuletzt gegen den VfL Bochum und den VfL Osnabrück setzten die Gastgeber den Gegner häufig unter Druck und bestimmten über weite Strecken das Spiel.

Dass dann auch noch in Enrico Kern (41.), Tobias Kempe (69.) und Skerdilaid Curri (89.) drei wegen ihrer Harmlosigkeit vor dem Tor gescholtene Spieler trafen, rundete die starke Leistung ab.

Herbstmeisterschaft als "Motivationsspritze"

Jürgen Gjasula hatte für die Hessen den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (65.). (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Die Herbstmeisterschaft könnte schon eine Motivationsspritze sein", sagte Kern. "Wir können jetzt auf jeden Fall befreit in das Spitzenspiel gehen. Wenn wir 40 Punkte haben, können wir uns neue Ziele setzen."

Welche das sein werden, bleibt mit Spannung abzuwarten.

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