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John Jairo Mosquera (l.) erzielt gegen Hertha sein 4. Saisontor © getty

Im Berliner Derby ist die Hertha bereits auf der Siegerstraße. Mosquera und Mattuschka drehen die Partie aber für Köpenicker.

Berlin - Hertha BSC hat im Berliner Derby wichtige Punkte um den Aufstieg in die Bundesliga eingebüßt.

Vor der Rekordkulisse von 74.244 Besuchern mussten sich die Herthaner nach einer enttäuschenden zweiten Halbzeit gegen Union Berlin mit 1:2 (1:1) geschlagen geben und kassierten nach drei Siegen in Folge die erste Niederlage der Rückrunde.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Abwehrspieler Roman Hubnik (13.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht.

John Mosquera (37.) und Torsten Mattuschka (72.) machten den Sieg für die Gäste perfekt, die im Abstiegskampf nach zuvor zwei Niederlagen ein wichtiges Erfolgserlebnis verbuchten.

Neuhaus: "Hose voll gehabt"

"Wenn du in den letzten 22 Auswärtsspielen nur einmal gewonnen hast, nach Hertha fährst und dann gewinnst, kannst du glücklich sein", sagte Unions erleichterter Trainer Uwe Neuhaus.

In der Anfangsphase habe seine Mannschaft wegen der großen Kulisse "die Hose ziemlich voll gehabt", spätestens mit dem Tor zum 2:1 sei der Glaube an den Sieg zurückgekehrt.

"Es ist ärgerlich, wir haben unsere vielen Chancen nicht genutzt. Nach einer guten Anfangsphase sind wir nicht mehr aggressiv genug in die Zweikämpfe gegangen", sagte Herthas Trainer Markus Babbel.

Und weiter: "Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen und eine Woche lang die Schmach der Derby-Pleite ertragen."

Hertha startet gut

Die Gastgeber eröffneten das Stadtderby mit viel Offensivdruck. Im Mittelfeld spielten Raffael und Adrian Ramos zunächst ihre technischen Vorteile aus und leiteten in den ersten 20 Minuten Chancen im Minutentakt ein.

Unions Abwehr geriet gehörig ins Schwimmen und hatte nach 13 Minuten nur das Nachsehen.

Nach einer Hereingabe von Kapitän Andre Mijatovic stand der aufgerückte Manndecker Hubnik am langen Pfosten und köpfte ein.

Union mit dem rustikalen Mittel

Union hatte große Mühe mit dem anfänglichen Angriffsschwung der Gastgeber und wusste sich oftmals nur mit Fouls zu helfen.

Mittelfeldspieler Dominik Peitz holte Ramos mehrfach von den Beinen, ehe er gegen Nikita Rukavytsya Gelb sah. Hertha hielt dagegen.

Nach einem Zweikampf mit Peter Niemeyer musste Michael Parensen vom Feld getragen werden: Der 24-jährige erlitt nach einer ersten Diagnose ein Schädelhirntrauma ersten Grades und musste durch Paul Thomik ersetzt werden.

Hertha im Schongang

Mit der 1:0-Führung im Rücken schalteten die Herthaner Mitte der ersten Halbzeit einen Gang zurück. Union nutzte den Raum im Mittelfeld jedoch nicht und agierte im Aufbau zu durchsichtig.

Wie aus heiterem Himmel fiel in der 37. Minute das 1:1.

Rubnik ging an der Strafraumgrenze gegen Musquera nicht mit genug Herz zur Sache, der Stürmer überraschte Hertha-Keeper Maikel Aerts mit einem Heber ins lange Eck.

"Wir sind gut ins Spiel reingekommen, gehen verdient in Führung und kriegen aus dem Nichts ein Traumtor", ärgerte sich Mijatovic über den Gegentreffer - blickte aber gleich nach vorn: "Wir müssen jetzt aus der Niederlage lernen und konsequenter werden."

Unioner Pyrotechnik

Nach dem Ausgleich geriet Union außer Rand und Band. Die Fans brannten Feuerwerkskörper und Bengalische Feuer ab und legten das Olympiastadion minutenlang in Rauchschwaden.

Rund 15.000 Fans hatten Union in den Westen der Stadt begleitet.

Die insgesamt 74.244 Zuschauer sorgen für den besten Besuch eines Zweitligaspiels seit dem 2:0-Erfolg von Hertha im Frühjahr 1997 gegen den 1. FC Kaiserslautern vor 75.000 Besuchern.

"Vor so einer Kulisse zu spielen, ist etwas ganz Besonderes", erklärte Peitz und wurde umgehend von Teamkollege Thomis ergänzt: "Wenn man gegen Hertha auswärts drei Punkte holt, spricht das für die Mannschaft. Auch wenn es ein dreckiger Sieg war."

"Der Freistoß ist haltbar"

Doppelten Grund zur Freude hatte Unions Mattuschka, der mit seinem Freistoß-Tor die Partie entschied: "Der Freistoß ist sicherlich haltbar, aber drin ist drin. Am Ende ist es auch egal ob wir verdient gewonnen haben oder nicht. Hauptsache wir haben die drei Punkte. Wir haben die Stadtmeisterschaft für uns entscheiden."

Hertha-Keeper Aerts wollte aber nicht alleine die Schuld am zweiten Gegentreffer übernehmen: "Wenn der Ball durch die Mauer geht, ist es als Torwart immer schwierig zu reagieren."

Und weiter: "Damit so was nicht passiert, stellst du ja eigentlich die Mauer. Zudem tippt der Ball kurz vorher auch noch mal auf."

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