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Hertha BSC Berlin hat noch zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger Augsburg © getty

Hertha BSC ist gegen Union "nicht befreit". Lell verspricht Wiedergutmachung. Die "Eisernen" verschaffen sich Luft.

Berlin - Rekordkulisse zum Stadtderby, die Stimmung wie beim Pokalfinale, doch Spitzenreiter Hertha BSC bekam auf der großen Bühne das Flattern.

"Meine Spieler haben sich von der riesigen Kulisse beeindrucken lassen und waren nicht befreit", sagte Trainer Markus Babbel nach dem schmerzlichen 1:2 (1:1) gegen den 1. FC Union.

Babbel erlebte die schwärzeste Stunde seiner achtmonatigen Amtszeit in Berlin.

Als haushoher Favorit war sein Team ins Spiel gegangen, wollte die Tabellenführung ausbauen, doch am Ende stand die peinliche Pleite gegen den Rivalen.

Wiedergutmachung per Aufstieg?

"Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen und eine Woche lang die Schmach der Derby-Pleite ertragen", sagte der Coach.

"Es tut mir leid für die Fans. Ich hoffe, dass wir das im Mai mit dem Aufstieg wieder gutmachen", sagte Abwehrspieler Christian Lell. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Die Träume vom direkten Wiederaufstieg erhielten einen heftigen Dämpfer, auch wenn Hertha als Tabellenführer noch zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger Augsburg hielt.

Hertha ohne Kampf

Die erschreckend harmlose Vorstellung der "alten Dame" nach der Pause machte wenig Mut für den Aufstiegskampf - kein Aufbäumen, kein Kampf.

Viele der 74.244 Zuschauer gingen vorzeitig, mehr Besucher waren zuletzt vor 14 Jahren zu einem Zweitligaspiel gekommen.

"Wir sind besser mit diesem Spiel und der großen Kulisse klar gekommen", sagte Unions Teammanager Christian Beeck.

Union "mehr fokussiert"

Seine Spieler seien schon in der Vorbereitung auf das Derby "ein Tick mehr fokussiert" gewesen als sonst.

Trainer Uwe Neuhaus bekannte zwar, dass sein Team wegen der ungewöhnlichen Kulisse in den ersten 15 Minuten die "Hosen ganz schön voll gehabt" habe.

Doch spätestens mit dem Tor zum 2:1 durch Torsten Mattuschka war der Glaube auch an den Sieg da.

"Etwas Geileres gibt es nicht"

Für Unions Kapitän Mattuschka hatte der Sieg gegen den Stadtrivalen einen besonderen Stellenwert.

"Wir sind jetzt Berliner Stadtmeister. Etwas Geileres gibt es nicht", rief der Mittelfeldstratege.

Die 15.000 Union-Fans im Stadion sahen es ähnlich. Mit Feuerwerkskörpern und bengalischem Feuer feierten sie den ersten Derbysieg gegen Hertha und müssen wohl mit einem Nachspiel durch den DFB rechnen.

Neuhaus ist glücklich

Neuhaus war nach dem Sieg einfach nur erleichtert. "Wenn Du in den letzten 22 Auswärtsspielen nur einmal gewonnen hast, nach Hertha fährst und dann gewinnst, kann Du schon glücklich sein", sagte der Coach.

Nach zwei Niederlagen war der Kiez-Klub den Abstiegsplätzen zuletzt schon ganz nahe gekommen. Nun verschaffte sich Union wieder Luft.

"Wenn man an sich glaubt, kann man auch Hertha schlagen", sagte Mattuschka, der den nächsten Spielen gelassen entgegensehen konnte: "Wir sind als Truppe gefestigt."

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