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Hansa Rostock gewann nur drei der 13 Ligapartien der Saison © getty

Die 0:6-Niederlage der Rostocker in Kaiserslautern lässt bei den Verantwortlichen an der Ostsee die Alarmglocken läuten.

Kaiserslautern - Nach dem sportlichen Offenbarungseid hat für Hansa Rostock der Abstiegskampf begonnen: Der Bundesliga-Absteiger befindet sich nach dem 0:6 (0:2)-Debakel am 13. Spieltag der 2. Liga bei Aufstiegsaspirant 1. FC Kaiserslautern im freien Fall Richtung Dritte Liga.

Nach der höchsten Pleite seit vier Jahren, dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg und dem Absturz auf den 14. Platz haben die Verantwortlichen den Kampf um den Klassenerhalt ausgerufen.

"Das war eine katastrophale Leistung. Ich bin wütend, stinksauer und geschockt. Wir befinden uns jetzt im Abstiegskampf und müssen so schnell wie möglich den Schalter umlegen", sagte der fassungslose Hansa-Manager Herbert Maronn nach der Packung bei den Roten Teufeln.

Durch den Kantersieg vor 27.199 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion sind die Pfälzer wieder auf den zweiten Tabellenplatz hinter den Lokalrivalen FSV Mainz 05 geklettert.

Rösler dementiert Hansa-Kontakt

Von diesen Regionen der Tabelle sind die Rostocker derzeit meilenweit entfernt. Für die Norddeutschen geht es nun in erster Linie darum, einen Ersatz für den am vergangenen Montag entlassenen Trainer Frank Pagelsdorf zu finden.

Als mögliche Kandidaten gelten nach wie vor Thomas Doll und Klaus Augenthaler. Uwe Rösler hat indes Kontakte zu Hansa dementiert ("das sind nur Gerüchte") und scheint damit ebensowenig ein Anwärter auf den Posten den Cheftrainers zu sein wie der derzeitige Interimscoach Juri Schlünz.

"Schlünz nur Übergangslösung"

"Wir führen Gespräche und hoffen auf eine möglichst baldige Lösung. Aber den Zeitpunkt kann ich nicht benennen. Es kann sein, dass Juri auch beim nächsten Spiel gegen 1860 München noch auf der Bank sitzt", erklärte Maronn.

"Juri Schlünz ist definitiv nur eine Übergangslösung. Wir mussten ihn schon überreden, damit er es überhaupt macht", so Maronn

"Im Stich gelassen"

Schlünz selbst, der sich vom Team "im Stich gelassen" fühlte, plädierte für eine rasche Entscheidung bei der Trainersuche. "Er sollte so schnell wie möglich kommen, damit die Spieler wissen, woran sie sind", meinte der Interimscoach, der mit den Profis hart ins Gericht ging: "Es gibt große Differenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit."

Schlünz dürfte sich zudem an die 0:6-Pleite gegen den Hamburger SV vom 14. November 2004 erinnert fühlen, nach der er von seinem Traineramt zurückgetreten war.

Einen ähnlichen Schritt schloss das Hansa-Urgestein diesmal allerdings aus: "Ich werde nicht zurücktreten. Ich mache das jetzt übergangsweise - und auch nur, weil ich schon fast 40 Jahre im Verein bin."

Die Pfalz darf träumen

Während die Rostocker, bei denen Heath Pearce (64.) wegen einer Roten Karte für zwei Spiele gesperrt wurde, einer unsicheren Zukunft entgegensehen, dürfen die Pfälzer nach dem höchsten Sieg seit elfeinhalb Jahren von der Rückkehr in die Eliteklasse träumen.

Davon wollen die Verantwortlichen aber nichts wissen. "Erst ab dem 28. Spieltag schaue ich auf die Tabelle, (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) davor nehme ich sie nicht ernst", sagte Vorstandsboss Stefan Kuntz.

Warnung vor zu großer Euphorie

Trainer Milan Sasic wollte seinem Chef nicht widersprechen: "Jetzt über den Aufstieg zu sprechen, wäre ein fataler Fehler", meinte der Kroate.

Auch Torschütze Josh Simpson (69., 76.), der wie Srdjan Lakic (Spielerporträt) (8., 45.+1) und Erik Jendrisek (54./83.) zweimal traf, warnte seine Teamkollegen vor allzu großer Euphorie: "Es zählt nur das nächste Spiel - wir können doch jetzt noch nicht an eine Party am Saisonende denken."

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