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Philipp Tschauner (r.) kam 2006 vom 1. FC Nürnberg nach München © imago

Der Ersatzkeeper der "Löwen" rechnet vor dem Spiel in Aue mit dem TSV 1860 ab. Die Erzgebirgler wollen die "40 voll machen".

Von Martin Hoffmann

München - 1860 München und Ruhe: Das sind zwei Pole, die sich gegenseitig abstoßen.

Bei den "Löwen" vergeht eigentlich nie eine Woche, bei der er es nicht irgendwo knirscht und knarzt.

Auch die vor dem Auswärts-Duell mit Erzgebirge Aue (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) macht da keine Ausnahme (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Den neuesten Ärger macht nun der Ersatzkeeper Philipp Tschauner. Via "Bild" und "Abendzeitung" attackiert er die Klubführung wegen der sich abzeichnenden Verlängerung mit Nummer-eins-Schlussmann Gabor Kiraly.

Gebrochene Versprechen?

"Es gab gewisse Dinge, die versprochen wurden", erklärt er: "Wenn Gabor jetzt verlängert, dann hat sich die Sache für mich erledigt."

Schon allein, weil er mitbekommen hat, "dass man nicht mit beiden Torhütern verlängern wird".

Unter diesen Bedingungen hat sich Tschauner offensichtlich bereits gedanklich verabschiedet - und rechnet schon mit seinem Noch-Klub ab.

Er habe "keine Möglichkeit" gehabt, es habe nie einen "echten Konkurrenzkampf gegeben". Den Kauf von Kiraly habe er direkt schon "etwas unverständlich" gefunden.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Stevic: "Lächerlich"

"Bisher habe ich ein Bundesligaspiel", sagt Tschauner: "Ich bin zu gut, als dass es dabei bleibt. Ich hoffe, der liebe Gott hat gesehen, dass ich mich hier stets professionell verhalten habe und belohnt mich irgendwann dafür."

Als "lächerlich" tat Manager Miroslav Stevic Tschauners Einlassungen ab: "Er muss damit leben, starke Konkurrenz zu haben."

Tschauner habe ein Verlängerungsangebot gehabt: "Aber er hat spekuliert, weil er sich nicht sicher war. Das alles ist Kindergarten."

Im Niemandsland versickert

Die Tschauner-Affäre ist ein zusätzlicher Stimmungstöter in einer ohnehin nicht schönen Lage.

Das 1:1 gegen Düsseldorf, das zweite unglückliche Remis in Folge, hat die zuvor immer noch leise gehegten Aufstiegshoffnungen wohl endgültig zerstört, 1860 ist als Elfter im Niemandsland versickert.

Trainer Reiner Maurer wundert es nicht. Er verweist auf die "viele widrige Umstände" und was alles auf den Klub "eingeprasselt" seien: Finanzprobleme, Punktabzug, Führungschaos und die zahllosen Abgänge.

Noch ein Abgang

Der neueste: Mate Ghwinianidse zieht es in die Ukraine zu Sewastopol. Ein weiterer Verkauf zum Stopfen von Finanzlöchern, dem Stevic aber einen freundlichen Anstrich gab.

Den georgischen Verteidiger ziehe es zu einem Klub, der sich "für die Rückrunde hohe Ziele gesteckt" habe: "Der Verein möchte nicht absteigen."

"Einspielen für 2012 gibt es nicht"

Ohne Ghwinianidse will 1860 nun Aufstiegskandidat Aue ein Bein stellen. Maurer, dessen Verbleib über den Sommer hinaus weiter unsicher ist, macht deutlich: "Einspielen für 2012 gibt's bei mir noch lange nicht!"

Zum einen, weil jeder Tabellenplatz, um den sich der Klub noch steigert, bares (Fernseh-)Geld für 1860 bedeutet.

Zum anderen, weil er mit einem Sieg bei Aufstiegsaspirant Aue auch ideellen Wert hätte: Als Antritts-Geschenk für den neuen Präsidenten Dieter Schneider, als positives Signal in der tristen Stimmung.

"Die 40 vollmachen"

Aue will das den "Löwen" aber nicht gönnen. Lieber will es, wie Verteidiger Rene Klingbeil erklärt, nach zuletzt drei Niederlagen in vier Spielen die "Riesenchance" nutzen, "die 40 vollzumachen".

Für den Nichtabstieg, der offiziell immer noch Ziel des Zweitliga-Herbstmeisters ist.

Über den Nebeneffekt, dass die Aufstiegsplätze bei einem Sieg wieder nur einen Zähler entfernt wären, redet man in Aue weiterhin nicht.

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