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Mergim Mavraj erzielte in seiner Karriere bislang ein Bundesligator © imago

In Bochum wurde Mergim Mavraj aussortiert, nun trifft er mit Fürth auf den VfL. Bei SPORT1 spricht er über den Ex-Klub und die SpVgg.

Von Jakob Gajdzik

München - Im Schatten von Hertha BSC und FC Augsburg haben sich der VfL Bochum und die SpVgg Greuther Fürth an die Tabellenspitze herangeschlichen.

Am Sonntag (ab 13.15 Uhr im LIVE-TICKER) kommt der Dritte Bochum zum bereits seit sechs Spielen ungeschlagenen Fünften nach Fürth.

Beim Anpfiff wird dann auch wieder ein Mann auf dem Platz stehen, der in dieser Saison schon für beide Teams aktiv war.

In der Winterpause wechselte Innenverteidiger Mergim Mavraj vom VfL zur SpVgg - und bildet dort mit Routinier Thomas Kleine die beste Defensive der Zweiten Liga.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Vor dem Wiedersehen mit den alten Kollegen spricht Mavraj im SPORT1-Interview über die beeindruckende Serie der Bochumer, seinen verfrühten Abschied aus dem Ruhrgebiet und sagt, weshalb der "ewige Fünfte" dieses Jahr den Aufstieg schaffen kann.

SPORT1: Herr Mavraj, am Sonntag kommt der VfL Bochum zum Verfolgerduell nach Fürth. Kann da schon eine Vorentscheidung im Hinblick auf die Aufstiegsambitionen der SpVgg fallen?

Mergim Mavraj: Nein, dazu ist es noch zu früh, es sind noch zu viele Spiele zu absolvieren. Mit drei Punkten wären wir natürlich richtig gut dabei und hätten eine gute Ausgangsposition für die nächsten schweren Aufgaben. Es geht ja noch gegen weitere Konkurrenten um den Aufstieg.

SPORT1: Für Sie ist es nach dreieinhalb Jahren in Bochum mit Sicherheit kein Spiel wie jedes andere, oder?

Mavraj: Natürlich nicht, ich habe mit dem VfL in der Bundesliga gespielt und es war eine gute Zeit. Jetzt zählen für mich nur die SpVgg und die Ziele, die wir erreichen wollen. Und da geht es halt am Sonntag gegen den früheren Verein. Ich freue mich sehr, die früheren Mannschaftskameraden zu sehen.

SPORT1: Sie wurden von Trainer Funkel aussortiert und durften bereits im Winter, und nicht wie ursprünglich angedacht erst im Sommer wechseln. Waren es nur sportliche Gründe, wie Funkel sagte?

Mavraj: Friedhelm Funkel hat nach dem Hinrunden-Spiel gegen Ingolstadt reagiert und die Mannschaft verändern wollen. Begründet hat er mir gegenüber die Maßnahme nicht. Der Wechsel im Sommer 2011 stand ja schon fest, dass es schon in der Winterpause geklappt hat, freut mich natürlich.

SPORT1: Hegen Sie noch Groll wegen dieses Abgangs beim VfL?

Mavraj: Ich war mit meiner Situation nicht zufrieden. Aber schon nach wenigen Wochen in Fürth kann ich sagen, dass ich dem VfL Bochum sogar dankbar bin, dass der Wechsel im Winter ermöglicht wurde. Ich habe mich hier bei der SpVgg vom ersten Tag an wohlgefühlt, bin super aufgenommen worden und bin jetzt Teil einer jungen, hungrigen Mannschaft, die den Traum der Fürther Fans erfüllen will.

SPORT1: Bochum hat einen super Lauf, holte zuletzt 28 von 30 möglichen Punkten. Wie wollen Sie den VfL stoppen?

Mavraj: Das ist eine schöne Serie, wir sind aber in diesem Jahr auch noch ungeschlagen. Und so soll es natürlich weitergehen.

Sport1: Das heißt konkret?

Mavraj: Es wird wichtig sein, die gefährlichen Bochumer von unserem Tor wegzuhalten. Dabei müssen wir selbst ordentlich Druck machen und vorne unsere Torchancen nutzen. Insgesamt brauchen wir eine sehr gute und geschlossene Mannschaftsleistung (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

SPORT1: Ihr Team stellt die beste Abwehr der Zweiten Liga und auch zweitbeste der Rückrunde. Was macht die SpVgg in der Defensive so stark?

Mavraj: Die ganze Mannschaft arbeitet gut gegen den Ball, arbeitet geschlossen nach hinten. Keiner vernachlässigt die Defensive. In der Innenverteidigung haben wir viel Erfahrung, neben mir spielt mit Thomas Kleine einer der besten Defensiv-Akteure der Liga. Ich glaube, wir schaffen es, Ruhe auszustrahlen und das Spiel zu lenken.

SPORT1: 15 verschiedene Torschützen haben in dieser Saison schon für Fürth getroffen. Ist diese Ausgeglichenheit das Erfolgsgeheimnis?

Mavraj: Der Kader ist in der Breite sehr gut aufgestellt. So ist es auch gelungen, die Verletzungsmisere aufzufangen. Die große Zahl der Torschützen ist aus meiner Sicht der Beweis für das Potenzial und die Qualität, die in dieser Mannschaft steckt. Hoffentlich kommt bald noch der 16. und 17. Torschütze dazu.

SPORT1: Die SpVgg gilt als ewiger Fünfter. Glauben Sie, in dieser Saison ist endlich der Sprung nach ganz oben drin?

Mavraj: Ja, diese Mannschaft mit einer guten Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Kerlen hat das Zeug dazu. Nach den Verletzungen einiger Spieler ist noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, ich spüre so eine "Jetzt-erst-recht"-Mentalität.

SPORT1: Woran machen Sie das fest?

Mavraj: Die Mannschaft zeigt ungeheuren Siegeswillen. Wir haben bewiesen, dass wir nur sehr schwer zu schlagen sind. Das müssen wir in den nächsten Wochen, in denen es in fünf von sechs Spielen gegen Konkurrenten um den Aufstieg geht, mit möglichst vielen Siegen untermauern. Aber abgerechnet wird am Schluss und dann wollen wir am 15. Mai ganz vorne dabei sein.

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