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Rainer Scharinger war von 1987 bis 1993 sowie von 1997 bis 1999 für den KSC aktiv © getty

Nur einen Tag nach der Entlassung von Uwe Rapolder präsentieren die Badener ihren ehemaligen Profi als neuen Chefcoach.

Karlsruhe - Ein gescheiterter Drittliga-Trainer soll den Karlsruher SC vor dem Absturz bewahren.

Der Ende Dezember beim VfR Aalen gefeuerte Rainer Scharinger hat beim abstiegsbedrohten Zweitligisten die Nachfolge des entlassenen Trainers Uwe Rapolder angetreten.

Der Ex-Profi des KSC, der auch noch gebürtiger Karlsruher ist, unterschrieb beim Tabellen-Drittletzten einen von der Ligazugehörigkeit unabhängigen Vertrag bis zum 30. Juni 2012. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich bin heiß und voller Elan. Der KSC ist mein Heimatverein", sagte Scharinger zwei Tage vor seinem 44. Geburtstag:

"Eine besondere Ehre für mich"

"Hier Trainer sein zu dürfen, ist eine besondere Ehre für mich. Aber es ist mir auch klar, dass es eine Herkules-Aufgabe wird. Wir müssen alle Kräfte bündeln."

Scharinger, der von Juli 2006 bis Mai 2009 als Assistent des damaligen Trainers Ralf Rangnick beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim arbeitete, sieht sich dem Druck im Abstiegskampf gewachsen.

"Ich war als Fußballer selbst in dieser Situation und weiß, was in den Köpfen der Jungs los ist. Uns stehen zehn Hammerspiele bevor", erklärte der neue Coach, der am Nachmittag sein erstes Training leitete.

Und weiter: "Die soziale Kompetenz spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Ich werde versuchen, die Jungs so hinzubiegen, dass sie dem Druck standhalten."

Debüt am Samstag in Bochum

Sein Debüt feiert Scharinger am Samstag beim Aufstiegsanwärter VfL Bochum.

Zudem waren die früheren KSC-Trainer Winfried Schäfer und Edmund Becker als mögliche Nachfolger Rapolders gehandelt worden.

Die Klubführung entschied sich nach Angaben von Präsident Ingo Wellenreuther aber einstimmig für Scharinger.

Wellenreuther: "Er ist der richtige Mann"

"Wir sind der Auffassung, dass er der richtige Mann ist, um den Erfolg zurückzubringen und die Liga zu erhalten", sagte der Klubchef:

"Er hat eine große Identifikation mit dem Verein und ist motiviert. Er ist jung, hat aber dennoch ausreichend Erfahrung. Und er ist uns finanziell entgegengekommen und wird ein Konzept verfolgen, das zu einer intensiveren Bindung zur Mannschaft führen wird."

Rapolder nach nur 99 Tagen entlassen

Am Dienstag hatten die Karlsruher Verantwortlichen die Konsequenzen aus der "Stinkefinger-Affäre" um Rapolder gezogen und den Coach nur 99 Tage nach seiner Verpflichtung entlassen.

Rapolder soll während der 1:4-Niederlage im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt am vergangenen Sonntag den eigenen Fans nach einer knappen Stunde Spielzeit den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt haben.

Zuvor war der 52-Jährige, der sich an den Vorgang nicht erinnern kann, offenbar übel beschimpft worden.

Rapolder hatte seinen Posten beim KSC erst am 22. November angetreten.

Scharinger schon nach Schupp-Aus Wunschkandidat

Schon damals war Scharinger laut Wellenreuther einer der Wunschkandidaten. Die Verpflichtung scheiterte aber am dort noch bestehenden Vertrag zwischen Scharinger und Aalen.

Zuvor hatte sich der Klub Ende Oktober von Markus Schupp getrennt.

Vor Rapolder, der am 13. Dezember 2009 bei der TuS Koblenz entlassen worden war, stand Markus Kauczinski beim ehemaligen Europacup-Teilnehmer als Interims-Coach an der Seitenlinie.

Rapolder konnte die sportliche Misere allerdings nicht beenden, der Klub steht wie bei dessen Dienstantritt auf dem Relegationsplatz.

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