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Peter Neururer (l.) berät sich mit MSV-Sportdirektor Bruno Hübner © getty

Die Fans des MSV Duisburg reagieren bisher verhalten auf den Trainerwechsel. Im Spielkreis herrscht jedoch Aufbruchstimmung.

Duisburg - Euphorie sieht sicherlich anders aus:

Trotz Peter Neururers Debüt auf der Trainer-Bank hat der MSV Duisburg für das Punktspiel am Freitag gegen Schlusslicht FSV Frankfurt nach Angaben seiner Geschäftsstelle kaum mehr Tickets abgesetzt als zuletzt unter seinem in Ungnade entlassenen Vorgänger Rudi Bommer.

Der nach fünf Spielen ohne Sieg verständlichen Zurückhaltung beim Anhang des Bundesliga-Abstiegers steht die Aufbruchstimmung im Team gegenüber.

"Bei ihm ist Feuer drin"

"Endlich tut sich was", konstatierte Cedrick Makiadi bereits nach den ersten Einheiten unter dem neuen Coach.

Dieser war zu Wochenbeginn nach über zweijähriger Arbeitssuche mit dem Ziel Erstliga-Aufstieg verpflichtet worden.

Auch Kapitän Ivica Grlic glaubt, dass Neururer beim früheren Vizemeister für Schwung sorgen und trotz derzeit neun Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz die Chancen auf die Bundesliga-Rückkehr erhöhen kann.

"Man hat gesehen, dass bei ihm Feuer drin ist. Er verfolgt eine klare Linie", erklärte Grilic und beschrieb seine ersten Eindrücke.

Viele Gespräche

An seinen ersten Arbeitstagen hat sich "Peter, der Große" vornehmlich auch durch Gespräche ein Bild vom Zustand seiner neuen Mannschaft gemacht.

"Eine Hierarchie", meinte Neururer zu seiner Vorgehensweise, "muss sich ohnehin erst entwickeln. Ich wollte sehen, wie es in der Truppe wirklich aussieht."

Personelle Veränderungen

Anders aussehen wird gegen Frankfurt (Fr., ab 17.45 LIVE) auf jeden Fall die MSV-Bank.

"Außer mir und den Spielern werden dort lediglich noch der Co-Trainer, der Zeugwart, ein Arzt und ein Physiotherapeut sitzen. Mir ist sonst dort zuviel Unruhe. Und die überträgt sich auf das Team und die Spieler", begründet Neururer seine erste Entscheidung.

Weitere und noch wichtigerere sollen folgen, will der 53-Jährige doch bis zum Winter den aufgeblähten Kader von derzeit 31 Profis auf 22 bis maximal 24 Spieler ausgedünnt haben.

Neururer: "Die Abfahrt ins Trainingslager ist der Schnitt."

Keine Einkaufstour in der Winterpause

Eine winterliche Einkaufstour indes lehnt der gebürtige Marler momentan kategorisch ab.

Neururer will diese Haltung auch als Signal an seinen derzeitigen Kader, der letztlich auch dem Trainer zur Rückkehr auf die ganz große Fußball-Bühne verhelfen soll ("Ich und der MSV gehören in die Bundesliga") gewertet sehen.

"Ich habe mich für dieses Team entschieden. Es hat die Qualität, die gesteckten Ziele zu erreichen. Ich werde mich dann nicht hinstellen und sagen, dass ich neue Spieler will."

Neue Chance für Starke?

Neue Chancen erhalten könnten allerdings zuletzt aussortierte Spieler wie der wegen Kritik an Bommer auf die Bank verbannte Torwart Tom Starke oder aber auch Christian Tiffert.

Vor dem Match gegen die seit sieben Spielen sieglosen Frankfurter, die auswärts noch gar nicht gewonnen haben, wollte Neururer eine Rückkehr von Starke zwischen die MSV-Pfosten anstelle des zuletzt aufgebotenen Keepers Marcel Herzog nicht ausschließen.

Der Coach stellte aber zugleich klar: "Ein Hin und Her wird es in dieser Frage bei mir nicht geben. Wenn ich gegen Frankfurt noch einmal etwas ändere, dann garantiert zum letzten Mal."

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