vergrößernverkleinern
Raphael Schäfer kam 2001 vom VfB Lübeck zum 1. FC Nürnberg © getty

Vor dem Derby zwischen Nürnberg und Fürth halten sich die Trainer zurück. Die Spieler beider Lager geben sich aber angriffslustig.

Von Felix Götz

München - Wenn der Vierte auf den Neunten trifft, dann spricht man selten von einem Spitzenspiel.

Beim Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth ist das definitiv anders - das fränkische Derby hat es in sich.

"Mit einem Sieg können wir den bisherigen Saisonverlauf korrigieren", weiß der Torhüter des Clubs, Raphael Schäfer.

Der Absteiger hat von 13 Partien nur vier gewonnen und ist von seinem Ziel, dem sofortigen Wiederaufstieg, meilenweit entfernt, obwohl die Nürnberger zuletzt einen 3:0-Sieg in Ingolstadt feierten.

Spektakel garantiert

Beim Erzrivalen in Fürth sieht das wesentlich besser aus. Das Team von Trainer Benno Möhlmann hat vor dem Gastspiel in Nürnberg mit nur drei Punkten Rückstand auf Freiburg Anschluss zu den Aufstiegsplätzen. (Datencenter: Ergebnisse)

Wo die Fürther auftauchen, da ist für Spektakel gesorgt. Mit 30 Toren ist die Spielvereinigung mit Kaiserslautern die Torfabrik der Zweiten Liga.

Vergangenen Sonntag drehten die Fürther einen 1:3-Rückstand gegen Duisburg in ein 4:3 um. Trotzdem gibt sich der Coach vor dem 252. Franken-Derby zurückhaltend: "Die Mannschaft ist noch im Wachsen. Das ist sicher noch nicht das Optimum."

"Wollen Geschichte schreiben"

Wesentlich angriffslustiger äußern sich seine Spieler. "Wir sind eines der stärksten Teams der Liga. Wir müssen uns vor keinem verstecken", sagt Ivo Ilicevic.

Und Torhüter Stephan Loboue ergänzt: "Wir wollen Geschichte schreiben." Verzichten müssen die Fürther dabei auf Leonhard Haas (Virusinfektion) und Marco Caligiuri (Trainingsrückstand).

Verletzter Wolf als Heißmacher in der Kabine

Da weder Möhlmann noch Michael Oenning ("Greuther Fürth ist ein starker Gegner, aber ich bin zuversichtlich") als Lautsprecher auftreten, übernehmen die Spieler beider Lager diese Aufgabe.

"Nürnberg und Fürth - das passt einfach nicht", stichelt der verletzte Club-Kapitän Andreas Wolf, der vor dem Derby seine Jungs in der Kabine besonders heiß machen möchte.

Denn er weiß, dass es "schon in der Jugend immer geknallt" hat.

Viele Verletzte

Nürnberg hat von den letzten sieben Derbys kein einziges gewonnen. Schlecht für den Club, dass jetzt auch noch viele Spieler ausfallen.

Jose Goncalves und Marek Mintal sitzen ihre Rotsperren ab. Wolf, Aleksandar Mitreski, Daniel Gygax, Daniel Klewer und Matthew Spiranovic sind verletzt.

Die Sonntagsspiele (So., ab 13.45 Uhr LIVE) im Überblick:

Mainz - St. Pauli

Spitzenreiter FSV Mainz 05 möchte die 0:3-Pleite beim letzten Heimspiel gegen Ingolstadt vergessen machen und sich weiter an der Spitze etablieren.

Da kommen die auswärts so schwachen Kiez-Kicker (ein Sieg, fünf Niederlagen) gerade recht. Trotzdem will Mainz-Coach Jörn Andersen von der Favoritenrolle nichts wissen.

"In dieser Liga gibt es kein einfaches Spiel. Wir erwarten einen sehr starken Gegner", sagt der 45-Jährige.

Stanislawski verlängert vorzeitig

Holger Stanislawski will auch beim Tabellenführer offensiv spielen. "Mainz hat Schwächen in der Defensive, und die wollen wir ausnutzen", sagt der Coach des FC St. Pauli.

Vor der Partie hat er am Freitagabend seinen Vertrag vorzeitig um drei Jahre bis Ende Juni 2012 verlängert.

Verzichten müssen die "Freibeuter der Liga" auf den gesperrten Marius Ebbers. (Datencenter: Teamseiten)

Augsburg - Kaiserslautern

Der FCK kassierte alle seine drei Niederlagen in der Fremde. Jetzt muss das Team von Trainer Milan Sasic zum drittschlechtesten Heimteam der Liga nach Augsburg reisen.

Die Augsburger haben nach sechs Spielen ohne Niederlage Selbstvertrauen getankt. "Wenn wir große Moral, Einstellung, Laufbereitschaft sowie Zweikampfstärke an den Tag legen, haben wir gute Chancen Kaiserslautern zu besiegen", sagt FCA-Coach Holger Fach.

Die "Roten Teufel", die am letzten Spieltag einen 6:0-Kantersieg gegen Rostock feierten, müssen auf Tobias Sippel und Laurentiu Reghecampf verzichten.

Freiburg - Koblenz

Ein Punkt und 1:7 Tore: Das ist die traurige Bilanz der TuS Koblenz aus den vergangenen vier Partien. Beim Tabellendritten SC Freiburg läuft es nach zwei Siegen in Folge dagegen nach kurzer Durststrecke wieder rund.

"Der Tabellenplatz unseres Gegners darf für uns kein Maßstab sein", warnt SC-Coach Robin Dutt sein Team vor Überheblichkeit.

Der Trainer der Koblenzer, Uwe Rapolder, ist sich der Außenseiterrolle des Tabellenvorletzten bewusst: "Wir haben keine Chance, aber die wollen wir nutzen."

Während Freiburg voraussichtlich alle Spieler an Bord hat, muss die TuS weiterhin auf zehn Spieler verzichten.

Wehen Wiesbaden - Oberhausen

Die Hessen können die Oberhausener mit einem Sieg wieder mitten in den Abstiegskampf zurückwerfen und sich selbst ein wenig Luft verschaffen.

"Das Spiel ist für uns wegweisend", sagt der Trainer der Hessen, Christian Hock.

Die Mannschaft von Oberhausens Coach Jürgen Luginger könnte mit einem Sieg Anschluss ans Mittelfeld halten.

Zurück zur Startseite

Zum Forum - hier mitdiskutieren!

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel