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Flamur Kastrati verletzte sich nach einem Zusammenprall mit Markus Brzenska © getty

Nach dem Unfall-Drama des Osnabrücks Angreifers geben die Mediziner die schwerwiegende Diagnose bekannt, sind aber optimistisch.

München/Osnabrück - Flamur Kastrati vom Zweitligisten VfL Osnabrück darf sich nach seinem schweren Unfall am Sonntag im Spiel bei Energie Cottbus Hoffnungen auf eine Genesung ohne Folgeschäden machen.

Kastrati erlitt nach Angaben des Ärztlichen Direktors des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus, Dr. Thomas Erler, ein Schädelhirntrauma und ein Spinaltrauma.

"Die Familie von Flamur ist bei ihm, die behandelnden Ärzte sind optimistisch, dass er wieder genesen wird", schrieb Erler in seinem Bulletin am Montag.

Kastrati werde auf der Intensivstation überwacht, die lebenswichtigen Organfunktionen seien stabil, er sei "wach und orientiert" und müsse nicht künstlich beatmet werden, hieß es.

"Weitere Krankheitsverlauf bleibt abzuwarten"

"Die Folgen des Traumas werden umfassend diagnostiziert und behandelt, der weitere Krankheitsverlauf bleibt derzeit abzuwarten", schrieb Erler weiter.

Der 19-jährige Kastrati war nach einem Zweikampf mit Cottbus-Verteidiger Markus Brzenska am Sonntag regungslos zu Boden gesackt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Norweger war vorübergehend bewusstlos und wurde nach längerer Behandlungszeit mit dem Krankenwagen vom Platz ins Klinikum Cottbus gefahren.

Dort gaben dann die Ärzte im Laufe des Sonntags Entwarnung. Kastrati befindet sich außer Lebensgefahr. Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass alle lebenswichtigen Organe voll funktionsfähig sind.

Nach Nachtfahrt am Krankenbett

Vater Uke Kastrati hatte das Drama nach Angaben der "Osnabrücker Zeitung" mit Flamurs Geschwistern und Freunden daheim in Oslo bei einer Live-Übertragung vor dem Computer miterlebt.

Vergeblich hatte er versucht, einen Flug nach Berlin zu bekommen. Am Sonntagabend setzte sich der Vater mit Flamurs Bruder Fimit ins Auto und bewältigte die 1500 Kilometer von Oslo nach Cottbus in einer Nachtfahrt - morgens um fünf Uhr trafen sie in Cottbus ein.

Fandel bedauert Nachspielzeit

Als unglücklich betrachtete unterdessen DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel die lange Nachspielzeit nach der Partie. Fandel wollte seine Aussage aber nicht als Kritik am Unparteiischen Marc Seemann verstanden wissen.

"Es wäre mit Sicherheit besser gewesen, wenn Trainer, Spielführer und Schiedsrichter in einer ruhigen Minute nach dem Vorfall aufeinander zugegangen wären und nach einer Lösung gesucht hätten. Aber man darf nicht vergessen, dass alle Beteiligten unter dem Eindruck dieses Unfalls standen", sagte Fandel.

Seemann handelt regelkonform

Seemann hatte nach der Unterbrechung - der Unfall ereignete sich in der 80. Minute - erst nach Ablauf der eigentlichen 90 Minuten die Partie wieder angepfiffen und dann zwölf Minuten nachspielen lassen.

Der Referee handelte zwar regelkonform, hätte die Nachspielzeit nach den Statuten des Weltverbandes FIFA aber nicht auszuschöpfen brauchen (Hintergrund: Darum wurde nicht abgepfiffen).

Die Spieler hatten sich nach Wiederanpfiff geweigert, das Spiel ernsthaft weiterzuführen.

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