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Theo Schneider spielte von 1983 bis 1986 für Rot-Weiß Oberhausen © getty

Vor der Partie in Augsburg spricht RWO-Coach Theo Schneider bei SPORT1 über die Mission Klassenerhalt und eine Trotzreaktion.

Von Tobias Wiltschek

München - Er hat es schon einmal gepackt.

Von 1983 bis 1986 schaffte Theo Schneider als Spieler mit Rot-Weiß Oberhausen dreimal den Klassenerhalt in der Zweiten Liga.

Genau das soll der 50-Jährige jetzt wiederholen - wenn auch in anderer Funktion.

Vor drei Wochen löste der bisherige Coach der Zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund den glücklosen Hans-Günter Bruns als Trainer ab.

Trotzdem rutschten die "Kleeblätter" danach auf einen Abstiegsplatz ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ohne Sechs nach Augsburg

Und auch vor der schweren Auswärtsaufgabe beim FC Augsburg (Sa., ab 12.45 Uhr im LIVE-TICKER) rechnen nur die wenigsten mit einem Sieg, zumal Schneider verletzungsbedingt auf sechs Akteure verzichten muss.

Doch der frühere Bundesliga-Profi glaubt weiter an ein positives Saisonende, wie er im Interview mit SPORT1 deutlich macht.

SPORT1: Herr Schneider, warum sind Sie vom wohl zukünftigen Deutschen Meister aus Dortmund zu einem Abstiegskandidaten in der Zweiten Liga gewechselt?

Theo Schneider: Weil es eine reizvolle Aufgabe ist, mit RWO die Klasse zu halten. Ich bin ja hier nicht vom Abstiegskampf überrascht worden, sondern die aktuelle Situation war mir bewusst, als ich mich für RWO entschieden habe.

SPORT1: Nach drei Spielen unter Ihrer Verantwortung wartet Oberhausen immer noch auf den ersten Sieg. Seit der Niederlage gegen Aue steht RWO auf einem Abstiegsplatz. Warum läuft es (noch) nicht?

Schneider: Wir konnten nicht davon ausgehen, dass wir nun alle Spiele bis Saisonende gewinnen würden. Mit Duisburg und Aue haben wir gegen zwei Mannschaften gespielt, die aufsteigen wollen. Und 1860 München ist ebenfalls ambitioniert. Es braucht eben Zeit, um einige Dinge, an denen wir im Training sehr intensiv arbeiten, zu verinnerlichen.

SPORT1: Ist der Effekt des Trainerwechsels schon verpufft?

Schneider: Absolut nicht. Die Mannschaft wurde schon bei meinem Amtsantritt von vielen abgeschrieben. Daraus ziehen wir unsere Motivation, um allen am Ende das Gegenteil zu beweisen.

SPORT1: Haben Sie sich Ihre Aufgabe so schwer vorgestellt?

Schneider: Wie bereits gesagt, war mir von Beginn an bewusst, dass wir wahrscheinlich bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg kämpfen werden. Das ist keine einfache Aufgabe, aber wir haben noch alle Chancen.

SPORT1: Was sind die größten Baustellen in Ihrer Mannschaft?

Schneider: Wir hatten es in den ersten beiden Spielen geschafft, die Defensive zu stabilisieren. Gegen Aue wollten wir dazu offensiver auftreten, aber es ist uns nicht gelungen, den nächsten Schritt zu machen.

SPORT1: Was macht Sie optimistisch, dass der Klassenerhalt mit RWO noch gelingt?

Schneider: Die Jungs arbeiten hochkonzentriert und ziehen voll mit. Die Niederlage gegen Aue war für uns ein Rückschlag, aber den müssen wir wegstecken und eine Trotzreaktion zeigen. Davon lassen wir uns nicht umwerfen.

SPORT1: Sie spielen jetzt beim nächsten Aufstiegskandidaten in Augsburg, danach warten zwei Heimspiele und die Partie beim Fast-Absteiger in Bielefeld. Wie viele Punkte wollen Sie in diesen vier Spielen holen?

Schneider: Wir stellen keine Hochrechnungen an, sondern konzentrieren uns nur auf die jeweils nächste Aufgabe. Doch dadurch, dass wir im April drei Heimspiele haben und die Partien in Bielefeld und Aachen, sind wir zuversichtlich, dass wir dann den Grundstein für den Klassenerhalt legen.

SPORT1: Ihr Vertrag bis 2013 gilt auch für die 3. Liga. Werden Sie nach einem eventuellen Abstieg auch wirklich bleiben?

Schneider: Ja, deswegen haben ich ja den Vertrag auch unterschrieben.

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